Archiv 2013

Erste regionale PASCH-Lehrerakademie für Südostasien und Australien


„Projekte mit Zukunft – Deutsch in SAN“ – dieses Motto gaben sich 17 PASCH-Deutschlehrkräfte, die aus fünf Ländern Südostasiens und Australien auf den Philippinen zusammengekommen waren.

Vom 5. bis 10. Mai 2013 entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten internationalen PASCH-Lehrerakademie in Tagaytay gemeinsame Projekte zwischen den Schulen und Ländern.Tri Harum, Deutschlehrerin aus Surabaya, Indonesien und Wichien Khama, der in der thailändischen Stadt Khon Kaen Deutsch unterrichtet, sind sichtlich aufgeregt. Sie sollen vom ersten Begegnungsprojekt zwischen ihren beiden Schulen vor den anderen PASCH-Lehrkräften aus Malaysia, den Philippinen, Vietnam und Australien berichten.

Nach den ersten Worten legt sich die Anspannung der beiden. Sie zeigen Bilder von Schulfesten zu Ehren der Gäste aus dem anderen Land und berichten, wie sie Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen dem indonesischen und thailändischen Alltag erlebt haben. „In der indonesischen Schule nehmen die Schüler am Morgen bei der Ankunft die Hand des Lehrers und knien sich nieder“, beschreibt Wichien Khama. „Bei uns ist das ganz anders. Da muss bei der Begrüßung immer ein Abstand zwischen Lehrer und Schüler sein.“

Die Sprache Deutsch wird zur Brücke

Diesen thailändisch-indonesischen Austausch hatten die beiden Lehrkräfte aus eigener Initiative gestartet. Das größte Problem waren die Kosten, die dabei entstehen. „Unsere Region Südostasien – Australien – Neuseeland (SAN) ist riesig“, so Thomas Freundorfer, PASCH-Experte für Unterricht am Goethe-Institut Jakarta. „Von einem Ende zum anderen ist man oft länger unterwegs als von Indonesien nach Deutschland. Deshalb fallen für alle Projekte mit Reisen von einem Land der Region ins andere schnell sehr hohe Reisekosten an.“

Aus diesem Grund kommen viele der Projektideen, die in Tagaytay entstanden sind, ohne Begegnungen vor Ort aus. Vier Lehrkräfte aus Thailand, Malaysia, den Philippinen und Vietnam planen, dass ihre Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig T-Shirts gestalten. Eine andere Gruppe gestaltet einen kulturellen Austausch durch traditionelle Tänze. Auf Deutsch erklären dann die Indonesier den thailändischen Schülerinnen und Schülern die einzelnen Schritte, die Thailänder tanzen die Anweisungen nach und schicken das Video davon nach Indonesien zurück. Die Sprache Deutsch wird so zur Brücke, über die die Schülerinnen und Schüler von den Lebensweisen und Kulturen der anderen lernen.

Seminarleiterin Christiane Bolte-Costabiei bilanziert: „Ich finde es besonders bemerkenswert, wie schnell die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zueinander gefunden und wie intensiv und motiviert sie miteinander gearbeitet haben. Die Projekte, die ausgearbeitet wurden, starten schon in Kürze und ich bin sicher, dass sie erfolgreich durchgeführt werden, denn die Begegnung in Tagaytay hat den Grundstock für eine langfristige Beziehung zwischen den Ländern gelegt.“

Heterogene Region

Die Region ist in vielen Aspekten höchst unterschiedlich. Australien und Neuseeland sind zwei hoch entwickelte Länder, während die Philippinen und Indonesien als Schwellenländer eingestuft werden und somit andere Bedürfnisse haben. In Ländern wie Thailand hat der Deutschunterricht eine über fünfzigjährige Tradition, während in Vietnam Deutsch an Schulen erst vor wenigen Jahren eingeführt worden ist. „In den ersten Jahren mussten wir die PASCH-Netze in vielen Ländern erst etablieren“, so Thomas Freundorfer weiter, „nun können wir darauf aufbauen und die einzelnen Netze miteinander verbinden.“ „Bislang hatten wir nur Kontakte zu anderen Schulen in Indonesien“, erzählt Fajar Ikhsan Nugroho von der Schule SMAN 3 Yogyakarta, „aber in dieser Woche habe ich viele neue Kontakte geschlossen und Ideen bekommen. Ich freue mich schon darauf, unsere Projekte dann umzusetzen.“

Eine weitere Herausforderung ist das weitere Zusammenwachsen der ASEAN-Staaten zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum im Jahr 2015. „Sprachen werden dann eine immer größere Rolle in ASEAN spielen“, so der PASCH-Beauftragte in Bangkok, Timo Kozlowski. „Die Sprachen innerhalb der Staatengemeinschaft werden an Bedeutung zunehmen. Deshalb ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, die PASCH-Schulen innerhalb von ASEAN stärker zu vernetzen und damit zu zeigen, dass Deutsch dazu beitragen kann, dass sich Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte aus diesen Ländern begegnen und Netzwerke bilden – zwischen ASEAN-Staaten und ASEAN und Deutschland.“

Datum: 15.05.2013
Quelle: Goethe-Institut Jakarta, Goethe-Institut Bangkok, Goethe-Institut Manila

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