Archiv 2013

10 Jahre Fachhochschulreife am Berufsbildungszentrum Buenos Aires


Seit genau zehn Jahren haben die Auszubildenden des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Buenos Aires die Möglichkeit, parallel zur Dualen Berufsausbildung die deutsche Fachhochschulreifeprüfung abzulegen.

Auch in diesem Frühjahr haben wieder zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Prüfungen in Mathematik, Englisch, Deutsch sowie die Abschlussprüfungen der Auslandshandelskammer und des BBZ unter dem Vorsitz der zuständigen Ländervertreterin des Bund-Länder-Ausschusses für schulische Arbeit im Ausland, Carola Förster vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, erfolgreich abgelegt.

Während einer Feierstunde im BBZ am 26. März überreichte die Wissenschaftsreferentin der Deutschen Botschaft, Kathrin Megerle, den frisch ausgebildeten Kaufleuten die Zeugnisse zur Fachhochschulreife. Susanne Lutz, Schulleiterin der Deutschen Schule Villa Ballester, der das BBZ angegliedert ist, ermutigte die erfolgreichen Fachabiturienten zu einem Studium in Deutschland.

Auch der Leiter des BBZ, Agaton Nachtigall, freute sich über den Erfolg seiner ehemaligen Schüler. Während seiner Ansprache zur Übergabe der Zeugnisse der Fachhochschulreife fand er auch nachdenklichere, kritischere Worte: „Ihr werdet bald feststellen, dass dieser Abschluss sicherlich ein bemerkenswertes Ereignis darstellt, aber nichtsdestotrotz für Eure berufliche Realität das lebenslange Lernen zur Regel wird und nicht als eine besondere Herausforderung anzusehen ist.“ Denn er weiß, dass in vielen Branchen Fachwissen teils schon innerhalb eines einzigen Jahres veraltet sein kann. Während der Feierstunde wurden den Absolventen des BBZ außerdem die Business English Certificates (BEC) der University of Cambridge übergeben.

Gut vorbereitet zum Studium nach Deutschland


„Die Absolventen haben exzellente Voraussetzungen, um ein Studium an einer deutschen Fachhochschule aufzunehmen. Unser bestes aktuelles Beispiel ist Guillermo Bayer, der sich mit Beruf und Fachhochschulreife im Rücken auf den Weg nach Deutschland macht“, erklärt Tom Mittelstraß, Studien- und Berufsberater am BBZ. Guillermo wird in Furtwangen Internationale Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Hispanische Welt studieren: „Ich denke, ich sollte das, was ich hier gelernt habe, gut gebrauchen können und gehe mit viel Motivation in dieses Abenteuer. Das notwendige Vertrauen schöpfe ich aus der Tatsache, eine hervorragende Ausbildung am BBZ genossen zu haben und gut vorbreitet für ein Studium in Deutschland zu sein.“ Guillermo Bayer sieht auch klar den besonderen Vorteil eines Studiums an einer Fachhochschule im Gegensatz zum Studium an einer Universität, auf den er bei den Recherchen zu seinem Deutschlandaufenthalt gestoßen ist. „Das Studium an einer FH ist stark praxisbezogen, vieles was ich während meiner Zeit am BBZ und in den Unternehmen gelernt habe, kann ich dort anwenden und vertiefen.“

Bereits seit 1977 bietet das Berufsbildungszentrum am Instituto Ballester zusammen mit der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer in Argentinien und Uruguay eine kaufmännische Berufsausbildung an. Die Ausbildung ist nach dem deutschen Dualen System organisiert. Neben der theoretischen Ausbildung im BBZ findet eine fundierte praktische Ausbildung in einem internationalen Unternehmen statt, z.B. Siemens, VW oder Mercedes-Benz, das auch das Schulgeld sowie oft einen kleinen Lohn zahlt. Das Abschlusszeugnis der Auslandshandelskammer ist in Deutschland und der gesamten Europäischen Union anerkannt. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Erwerb von kaufmännischen und wirtschaftlichen Kenntnissen. Damit verbunden ist die Vermittlung von Wirtschaftsdeutsch, Wirtschaftsenglisch und Datenverarbeitung. Vor zehn Jahren wurde das Portfolio des BBZ um die Fachhochschulreife ergänzt, die den Absolventen ein Studium an einer Fachhochschule in Deutschland ermöglicht und auch in vielen anderen Ländern anerkannt ist.

Die Deutsche Schule Villa Ballester mit dem Berufsbildungszentrum Buenos Aires gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 15.05.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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