Archiv 2013

„Lesefuchs 2013“ in Riga gekürt


Im Rahmen des internationalen Wettbewerbs „Lesefüchse“ der ZfA lasen Schülerinnen und Schüler von geförderten Sprachdiplomschulen aus Osteuropa aktuelle deutschsprachige Jugendbücher und betätigten sich als Literaturkritiker

Das Internationale Finale fand am 30. April im Goethe-Institut in Riga, Lettland, statt. In einer literarischen Runde diskutierten die Teilnehmerinnen Inge-Mirjam Piirsalu aus Estland, Ana Durglishvili aus Georgien, Maria Murašova aus Lettland, Nora Ruzgute aus Litauen, Miriam Kralikova aus der Slowakei und Sophie Antoni aus Ungarn in deutscher Sprache die Stärken und Schwächen der ausgewählten Romane. Die vier Jugendromane, die in diesem Jahr von den jungen Leserinnen und Lesern genauestens unter die Lupe genommen wurden, waren „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, „Polsprung“ von Daniel Westland, „Freak City“ von Kathrin Schrocke sowie „Weggesperrt“ von Grit Poppe, das von den Teilnehmerinnen am Ende zum Jugendbuch des Jahres gewählt wurde.

Wettbewerb mit intellektuellem Niveau


Nach einer kurzen Einführungsrunde, in der jede Schülerin ein Buch vorstellte, begann die Diskussion. „Es zeigte sich sehr schnell, dass alle Finalistinnen nicht nur sehr gut deutsch sprachen, sondern vor allem auch auf intellektuellem Niveau diesem Wettbewerb alle Ehre machten“, freute sich Holger Dähne, ZfA-Fachberater für Deutsch und Gesamtkoordinator des Wettbewerbs. Handlungsstränge wurden ebenso verglichen wie Charaktere der Protagonisten der einzelnen Bücher oder Motive für deren Handlungsweise. „Die Zuhörer erlebten spannende 80 Minuten. Jeder, der die Bücher selbst gelesen hatte, konnte nur staunen, wie tiefgründig und souverän die jungen Literaturkritiker in der Fremdsprache Deutsch den Lesestoff beherrschten und beleuchteten“, betonte ZfA-Fachschaftsberater Thomas Ludwig. Nur selten musste Moderator Alexander Wölfling, Bundesprogrammlehrer aus Litauen, der Diskussion eine kleine Richtungsänderung geben – die Schülerinnen beherrschten selbst diesen Part.

Am Ende warteten alle auf die Entscheidung der Jury, die mit Andrea Wiktorin, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Riga und selbst Deutsch-Pädagogin, Dr. Rainer Buhtz, Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Instituts, Markus Häfner, Leiter des Informationszentrum des DAAD, Ulrike Häfner, Fachberaterin Deutsch an der Internationalen Schule in Riga sowie Holger Dähne, hochrangig besetzt war. Ihre Bewertungskriterien waren Interaktion, Sachkenntnis, Argumentation und Ausdrucksvermögen.

Zur Gewinnerin des internationalen Finales wählte die Jury schließlich Maria Murašova aus Lettland als Lesefuchs des Jahres 2013. Den zweiten Platz belegte Sophie Antoni aus Ungarn. Den dritten Platz teilten sich Ana Durglishvili (Georgien), Miriam Kralikova (Slowakei), Inge Mirjam Piirsalu (Estland) und Nora Ruzgute (Litauen).


Lesung mit Daniel Westland

Neben dem Finale gab es einen weiteren Höhepunkt: Der Verfasser des am Wettbewerb beteiligten Buches „Polsprung“ Daniel Westland war persönlich nach Riga gekommen. In einer 45-minütigen Erzählung, die durch kurze Lesepassagen aus seinem Buch ergänzt wurden, erhielten die Zuhörer einen umfassenden Einblick in die Gedankenwelt des Autors. Westland erläuterte die Motivation für seine Schreibkunst und beantwortete die zahlreichen Fragen des Publikums.

Dähne resümiert: „Insgesamt war damit ein überaus gelungener Wettbewerb zu Ende gegangen der für alle Beteiligten sowie die Zuschauer, Schüler wie Erwachsene, ein großer Gewinn war, der sicherlich nachhaltig ist.“ Der Wettbewerb „Lesefüchse“ wurde bereits im Jahre 2008 von der ZfA initiiert und hat von Russland aus seinen Siegeszug in verschiedene Länder der MOE- und GUS-Staaten angetreten. Er wird jährlich in zahlreichen Sprachdiplomschulen durchgeführt.

Die Wettbewerbsteilnehmerinnen besuchen alle Sprachdiplomschulen, die zu den von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreuten 870 Schulen gehören, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz anbieten. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 07.05.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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