Archiv 2013

Bundesaußenminister zu Gast an der Deutschen Internationalen Schule Den Haag


Bundesaußenminister Guido Westerwelle und sein niederländischer Amtskollege Frans Timmermans waren am 9. April zu Gast bei der Deutschen Internationalen Schule Den Haag (DISDH).

Sie diskutierten die Zukunft Europas mit Schülerinnen und Schülern der DISDH sowie weiteren 130 Schülern und Studenten aus Leiden, Amsterdam und Den Haag. Die DISDH richtete die Veranstaltung anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens aus.

Klar wurde, dass nur der die Zukunft Europas schätzen und gestalten kann, der die Vergangenheit kennt. So erläuterten beide Politiker ihr starkes Engagement für Europa mit persönlichen Erfahrungen aus der Vergangenheit. Der deutsche Außenminister erzählte, dass er als Teenager in den Ferien in einem französischen Geschäft nicht bedient wurde, weil die Verkäuferin beim deutschen Akzent in Tränen ausbrach. Ihre Tochter erläuterte dann, dass ihr Vater, der Mann ihrer Mutter, durch deutsche Soldaten den Tod gefunden habe. Außenminister Timmermans berichtete von der „großen Hochzeitsreise“ seiner Eltern in den fünfziger Jahren, die von Maastricht nach Amsterdam geführt und seine Eltern noch Jahre später tief beeindruckt habe - während seine eigenen Kinder ganz selbstverständlich über das Wochenende einen Kurzbesuch beispielsweise in Barcelona machten.

Bessere Zukunftsaussichten dank Europa


Die Jugendlichen stellten eine Vielzahl von Fragen - über das deutsch-französische Verhältnis und den EU-Beitritt der Türkei bis zur Wahl des aussichtsreichsten Studienstandorts. Ein Teilnehmer aus dem Publikum warf ein, dass das BAföG in Deutschland lange nicht erhöht worden sei, die Niederländer auf ein Kreditsystem umstellen wollten und die Jugendarbeitslosigkeit in Europa hoch sei - somit die Zukunft Europas nicht so positiv zu sehen sei. Hier waren sich aber beide Minister völlig einig: Möge es kurzfristig auch Probleme geben, so seien die Zukunftsaussichten junger Leute heute, die so viele Sprachen sprächen, die überall in Europa studieren könnten, mittelfristig unzweifelhaft besser als die aller Generationen zuvor - dank Europa.

In der DISDH lebt der europäische Gedanke aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten der Schüler und Eltern. Die aktive Beteiligung der Schüler an politischen Programmen wie IPA (International Political Association) und Model United Nations Konferenzen wie THIMUN fördert die intensive Auseinandersetzung mit der aktuellen Weltpolitik und der Zeitgeschichte, insbesondere mit aktuellen Brennpunkten und Krisenherden. Die Schüler sind aufgerufen, friedliche Lösungen zu globalen Problemen zu erarbeiten.

Derzeit besuchen über 300 Kinder an der DISDH Schule, Kindergarten und Vorschule. Betreut werden sie von ca. 50 Lehrerinnen und Lehrern, Erziehern und Mitarbeitern. Die Schule bereitet auf die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) vor.

Die Deutsche Internationale Schule Den Haag gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 16.04.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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