Archiv 2013

Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule verabschiedet


Nach einer mehr als zweijährigen Erarbeitungsphase hat die zuständige Arbeitsgruppe ihre Arbeit am Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule abgeschlossen.

„Die Arbeit war nicht immer einfach, da wir uns darauf konzentrieren wollten, ein gut lesbares und vor allen Dingen anwendbares Fundament für die Erziehungsarbeit im Kindergarten anzubieten“, stellte Reinhardt Roth, ehemaliger Grundschulleiter an der Deutschen Schule Las Palmas, Gran Canaria, fest. Daher verbrachte die Arbeitsgruppe einen großen Teil der Zeit damit, den gegenwärtigen Stand der Methodik / Didaktik verständlich und leserfreundlich zu formulieren. Außerdem wurden einzelne Kindergartenleiterinnen und -leiter an Deutschen Schulen in die Arbeit einbezogen. Ihnen wurde das Papier in unterschiedlichen Phasen seiner Erstellung zur kritischen Kommentierung ausgehändigt. Somit konnten Erfahrungen aus der Praxis der Kindergärten aufgegriffen werden.

„Diese Einbeziehung von in der Praxis tätigen Erzieherinnen und Erziehern hatte zur Folge, dass die Nachfrage nach dem Qualitätsrahmen schon weit vor seiner Fertigstellung stieg. Regelmäßig trafen Anfragen in der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) ein, in denen um Übersendung des Grundsatzpapiers gebeten wurde“, berichtet Dr. Rainer Wicke, Fortbildungskoordinator der ZfA. „Hier zeigte sich deutlich, dass die Zeit für die Erstellung eines solchen Modells reif war“.

Auch die Vorstellung der Arbeitsergebnisse während des zweijährigen Kongresses der Kindergartenleiterinnen in Sao Paulo zeigte, dass die Inhalte des Qualitätsrahmens weitgehend bestätigt und gewürdigt wurden. „Der Qualitätsrahmen eignet sich nicht nur dazu, die eigene Arbeit in Kindergarten und Vorschule kritisch zu reflektieren“, stellte Anne Schulte fest, ehemalige Schulrätin des Schulamtes für den Rhein-Kreis Neuss, die den Qualitätsrahmen in Sao Paulo vorstellte. „Vielmehr legt er offen, welchen Fort- und Weiterbildungsbedarf die Kindergärten haben.“ Genau das ist eines der erklärten Ziele der Arbeitsgruppe, die mit dem vorliegenden Papier Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen will, denen sich die Institutionen und die dort tätigen Erzieherinnen und Erzieher motiviert widmen können, ohne dass ihre bisherige Arbeit in Frage gestellt wird.

Der Qualitätsrahmen wird den Regionalen Fortbildungszentren und den Deutschen Auslandsschulen demnächst sowohl in digitaler als auch in Printversion zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus konzentrieren sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe derzeit auf die Erstellung von Handreichungen, in denen die Zielsetzungen guter und zeitgemäßer Kindergartenarbeit kommentiert werden sollen. Zudem soll das Verständnis des Grundlagenpapiers erleichtert werden, indem aktuelle Anforderungen der Theorie erläutert und Anregungen für die praktische Umsetzung gegeben werden.

Die Arbeit an dem Qualitätsrahmen und an den Handreichungen stand und steht ganz im Zeichen einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. „Obwohl die Kindergärten an Deutschen Schulen im Ausland im Fokus der Arbeit standen, haben wir ständig darauf geachtet, dass die Übertragungsmöglichkeiten auf die von dem Goethe-Institut betreuten FIT-Schulen und andere Einrichtungen im Ausland nicht außer Acht gelassen wurden“, stellten Beate Widlok vom Goethe-Institut München und Wicke von der ZfA übereinstimmend fest. „Auch für ausländische Schulen, die sich verstärkt einer Intensivierung der Förderung der Deutschen Sprache stellen wollen, kann dieser Qualitätsrahmen wertvolle Hilfe leisten“, kommentiert Prof. Dr. Gabriele Kniffka vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Pädagogischen Hochschule Freiburg, die die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernommen hatte.

Datum: 01.03.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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