Archiv 2013

Bundespräsident Gauck zu Besuch an der Deutschen Schule Genf


Seit 2012 ist der Bundespräsident Schirmherr über das deutsche Auslandsschulwesen. Auf seiner Reise zum Thema Menschenrechte besuchte er am 26. Februar die Deutsche Schule Genf (DSG).

Wie kann ein universeller Begriff der Menschenwürde entstehen? Sollte Deutschland in diesem Diskurs eine spezielle Rolle einnehmen? Und: Rechtfertigt der US-amerikanische Kampf gegen den Terrorismus die Anwendung von Folter? Ebenso interessiert wie kritisch nutzten sechs ausgewählte Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 die besondere Diskussionsmöglichkeit mit dem deutschen Staatsoberhaupt über zentrale Fragen zu Menschen- und Bürgerrechten, Humanität und Eigenengagement. Joachim Gauck antwortete ausführlich, schöpfte aus Politik und Geschichte ebenso wie aus persönlichen Erfahrungen und bot den wissbegierigen Jugendlichen einen einstündigen Dialog auf Augenhöhe.

"Wir sind Schüler und keine Diplomaten. Wie können wir uns trotzdem für die Menschenrechte engagieren?", war eine zentrale Frage der Schüler der DSG. Gauck riet dazu, sich mit der Historie, den Werten und Vorvätern der Menschenrechtspolitik vertraut zu machen und „sich nicht als Zuschauer und Konsument, sondern als Beteiligter" zu verstehen. „Indem Sie hier sitzen, sich in Ihrer Schülerzeitung engagieren oder als Schülersprecher wählen lassen, tun Sie etwas in diese Richtung“, so Gauck. Dies seien Vorstufen eines konkreten Engagements.


Die Oberstufenschüler der DSG hatten sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Menschenrechte, der Biografie Gaucks und seinen aktuellen Reden auseinandergesetzt. Gefragt nach persönlichen Vorbildern, regte der Bundespräsident an, sich auch im eigenen Umfeld nach Menschen umzuschauen, die einen berührten. Vorbilder hätten „oft ein Herz nicht nur für sich, sondern auch für Andere".

Schulleiter Gerhard Neeb zeigte sich nach dem Gespräch begeistert vom „fantastischen Talent“ des Bundespräsidenten, „auf junge Leute zuzugehen“. Zum Abschied versammelte sich die gesamte Schülerschaft der DSG und Gauck nahm sich die Zeit, die ganze Reihe der Kinder und Jugendlichen abzugehen und viele Hände zu schütteln. Seine Delegation hinterließ eine begeisterte Deutsche Schule.


Die Deutsche Schule Genf gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 27.02.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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