Archiv 2013

Besucherreise aus der Ukraine – Ein Erfahrungsbericht


Schuldirektorinnen und -direktoren der vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen aus der Ukraine waren im November 2012 zu Besuch in München. Die Direktorin Nellia Pogribna berichtet von der bereichernden Besucherreise.

„Für die Tätigkeit der Leiterin einer Bildungseinrichtung sind die Bedingungen der beruflichen und persönlichen Entwicklung wie auch die Offenheit für neue Formen im Bildungsmanagement entscheidend. Dabei sind auch die Erfahrungen anderer Länder wichtig für die Entwicklung der modernen Institutionen, ihrer Leiterinnen und Leiter und aller Teilnehmenden im Lern- und Erziehungsprozesses. Zu diesen Schlussfolgerungen sind wir auch Dank der internationalen Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) gekommen. Ein Beweis dafür war eine Reise von fünfzehn ukrainischen Schulleiterinnen und Schulleitern der vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen nach München, die vom 4. bis zum 9. November 2012 stattgefunden hat. Diese Besucherreise hatte große Auswirkungen auf die Erneuerung der Inhalte im Schulwesen der Partnerschulen, vor allem in der Verwaltung und der Vermittlung der deutschen Sprache.

Das Programm der Besucherreise war besonders interessant und inhaltsreich. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Goethe-Instituts zu treffen und gemeinsam die Wege zur weiteren Entwicklung der PASCH-Initiative zu identifizieren. Hier wurden die wichtigsten Ziele des Projekts in der Weiterbildung und Ausbildung von Deutschlehrkräften besprochen. Erhebliche Aufmerksamkeit wurde der Lösung von Herausforderungen im Zusammenhang mit der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung des Sprachenlernens gewidmet. Diese extreme Aufmerksamkeit auf Spracherwerb weiter fortzusetzen, um die Qualität der Lehre zu verbessern, die Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Lehrkräften und Kindern in Deutschland und der Ukraine, waren einer der Schwerpunkte dieser Reise.

Die logische Fortsetzung des Themas war der Besuch des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, wo die ukrainischen Schulleiterinnen und Schulleiter die Struktur, den Inhalt und das Spezifikum des bayerischen Schulsystems, sowie folgende Aufgaben kennengelernt haben: die verstärkte Förderung von Lehrkräften in Mathematik und Naturwissenschaften, die Entwicklung der ökologischen und politischen Bildung und die Suche nach optimalen Formen und Inhalten der Erwachsenenbildung. Die Direktoren haben sehr aktiv und auf spannende Weise diskutiert. Während der Besucherreise haben die Schulleiterinnen und Schulleiter aus der Ukraine viele Bildungseinrichtungen in München besucht: die Ludwig-Maximilians-Universität, das Max-Planck-Gymnasium, den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), die Europäische Schule München, BayBIDS.

Die Besucherinnen und Besucher haben im Unterricht hospitiert und konnten praxisnah einen Blick auf die Struktur, Tätigkeit und Bedingungen, unter denen die deutschen Schulen arbeiten, werfen. Weiter haben die Teilnehmenden das Beratungsunternehmen The Boston Consulting Group (BCG) besucht, die das Projekt business@school initiiert hat, in dem Schüler die Gelegenheit bekommen, innerhalb von zehn Monaten praktische Einblicke in die Geschäftstätigkeit von Unternehmen und somit wichtige Schlüsselqualifikationen für die Zukunft zu erhalten.

Außerordentliche Bewunderung rief bei den Direktorinnen und Direktoren der Besuch der Ludwig-Maximilians-Universität München hervor. Viele Diskussionen gab es bei dem Besuch des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), wo die Rolle des Lehrers in der Gesellschaft und sein sozialer Schutz besprochen wurden. Sehr beeindruckend war der Besuch der Europäischen Schule München. Die Dierktorinnen und Direktoren konnten ein Modell mit optimalen Bedingungen für die Kinder in der Schule beobachten. Das Bildungssystem der Europäischen Schule konzentriert sich auf maximalen Komfort für alle Mitglieder des Bildungsprozesses. Das Niveau der wissenschaftlichen, personellen und finanziellen Sicherheit ließ uns schlussfolgern, dass die Lehrkräfte und Mitarbeiter einer Bildungseinrichtung, die dortigen Bedingungen sowie die volle persönliche Entwicklung jedes Subjekts des Bildungsprozess an der Entwicklung des Kindes und der Herausbildung einer sozialen und politischen Gesellschaft mitwirken.

Die perfekte Organisation des Treffens für die Besucherinnen und Besucher aus der Ukraine hat jedes Mitglied der Delegation beeindruckt. Deshalb möchten wir unseren Respekt für alle ausdrücken, die diese Reise geplant, organisiert und durchgeführt haben, die uns von morgens bis abends begleitet haben. Herzlichen Dank für die Professionalität, Freundlichkeit, die Sie während unseres Treffens gezeigt haben. Wir versichern Ihnen, dass wir auch weiterhin maximale Anstrengungen für die Entwicklung der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) ausüben und an der Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern weiter arbeiten.“

Datum: 10.02.2013
Quelle: Nellia Pogribna, Direktorin des Humanistisch-technischen Lyzeums Nr. 129, Krywy Rih (aus dem Ukrainischen von Nataliia Besykalo, Projektassistentin PASCH, Goethe-Institut Ukraine)

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