Archiv 2013

Palästina: Theater-Workshop für Sprachdiplomschüler


Darstellendes Spiel in deutscher Sprache mit multimedialen Elementen aufgeführt von 26 Sprachdiplom-Schülerinnen und -Schülern: Das war das Ergebnis eines Theater-Workshops in Beit Sahour zum Thema „Mauern“.

Sich einem Thema zu nähern, über unterschiedliche Aspekte nachzudenken, Ideen auszutauschen und Perspektivwechsel vorzunehmen, ist manchmal in einer Fremdsprache leichter. „Das trifft insbesondere zu, wenn es sich um so ein brisantes Thema wie ‚Mauern’ handelt und dieser Austausch zwischen jungen Palästinensern stattfindet“, berichtet Heike Juras-Bremer, Fachberaterin der ZfA in den Palästinensischen Gebieten. Die Gelegenheit hierzu hatten Schülerinnen und Schüler von Sprachdiplomschulen aus Ramallah, Bethlehem und Beit Sahour im Rahmen des Theater-Workshops „Szenexpress“. Der Workshop wurde vom Auswärtigen Amt und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gefördert. In ihren Schulen bereiten sich die Jugendlichen im Deutschunterricht auf die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz vor.


Der Initiatorin des Workshops Juras-Bremer und den Referenten Fabio Niehaus und Sandro Jahn von www.erfindenker.com war es wichtig, dass die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen verarbeiteten, aber auch neue Aspekte in einen kreativen Prozess einfließen ließen. An dessen Ende stand eine Präsentation von Szenen zum Thema Mauerbau. Wichtige Impulse lieferte dabei Kafkas Text Beim Bau der chinesischen Mauer. Die von den jungen Deutschlernern erarbeiteten Szenen stellten eine Symbiose aus darstellendem Spiel und multimedialen Elementen in Verbindung mit Bewegung und Körpersprache dar.

Deutsch als Instrument für Kreativität

„Es war erstaunlich, was in nur zweieinhalb Tagen entstand. Der größte Erfolg war, dass die Schülerinnen und Schüler mit Freude und Spaß bei der Sache waren und dass sie die deutsche Sprache als Instrument erleben konnten, selbst kreativ zu werden“, freut sich Juras-Bremer über den Verlauf des Seminars. „Darüber hinaus trug der Workshop auch dazu bei, das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen udn Teilnehmer und das Verantwortungsbewusstsein für eine Gruppe zu stärken.“

Die abschließende Präsentation fand in Anwesenheit von Robert Döscher aus der Kulturabteilung des deutschen Vertretungsbüros in Ramallah, Schulleiterinnen und Schulleitern, Deutschlehrkräften und Schülerinnen und Schülern von DSD-Schulen statt. „Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen des Workshops. Es bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung über das Ende der Veranstaltung hinaus wirkt und dazu beiträgt, das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache weiter zu stärken“, resümiert Juras-Bremer.

In den Palästinensischen Gebieten fördert die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder zwei Deutsche Auslandsschulen und insgesamt sieben Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 16.01.2012
Quelle: Heike Juras-Bremer
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