Archiv 2013

Von der FIT-Schule an die Uni


Die ehemalige FIT-Schülerin Xiao Wenxing aus China studiert nun Chemie an der TU Chemnitz – ein Interview über ihren Weg dorthin, das LANXESS-PASCH-Stipendium des Goethe-Instituts China und ihre Erfahrungen in Deutschland.

Xiao Wenxing war 2008 eine der ersten FIT-Schülerinnen in China überhaupt. Nach ihrem Schulabschluss von der südchinesischen Shenzhen Mittelschule hat sie sich 2011 erfolgreich um das LANXESS-PASCH-Stipendium des Goethe-Instituts China beworben, um neben ihrem Studium in China weiter Deutsch zu lernen. Nun studiert sie an der TU Chemnitz Chemie.

Wann hast du mit dem Deutschunterricht begonnen und warum hast du damit begonnen?

Die Shenzhen Mittelschule ist schon Ende 2008 eine PASCH-Schule des Goethe-Instituts geworden. Ich war eine der ersten Schülerinnen, die in der Schule Deutsch lernen konnten. Ich fand es damals interessant, eine zweite Fremdsprache zu lernen – Englisch können alle und das reicht nicht mehr aus. Die Wettbewerbsfähigkeit kann erhöht werden, wenn man noch mehr Fremdsprachen lernt.

Was hat dir im Unterricht immer besonderen Spaß gemacht?

Als ich in meiner Schule war, fand ich die Spiele zum Thema Weihnachten besonders interessant. Mit diesen Spielen haben wir nicht nur die Atmosphäre von Weihnachten fühlen können, sondern wir haben auch einen großen Wortschatz über Weihnachten gelernt. Anders als die traditionelle Didaktik des Sprachenlehrens haben uns unsere Deutschlehrer erleben lassen, dass wir in einer entspannten Umgebung viel lernen können.

Wann kam dir die Idee, in Deutschland Chemie zu studieren?

Ich bekam die Idee, nachdem ich das LANXESS-PASCH-Stipendium über das Goethe-Institut bekam. LANXESS ist ein bekanntes Chemie-Unternehmen. Ich habe damals aus dem Internet erfahren, dass die deutsche Chemie ( Grundlagenforschung und chemische Produkte ) weltweit sehr bekannt sind. Auch deshalb wollte ich Chemie in Deutschland studieren.

Welche Erfahrungen machst du gerade in Chemnitz beim Studium?

Ich fand den Anfang des Studiums ziemlich schwer. Ich konnte im Unterricht nichts verstehen, weil meine Fachrichtung früher nichts mit Chemie zu tun hatte. Wegen des besonderen deutschen Universitätssystems haben wir in den Vorlesungen und Übungen keine Lehrbücher. Aber ich habe schnell meine Lernmethoden gefunden: Ich habe die entsprechenden Fachwörter aus den Präsentationen der Vorlesungen aufgeschrieben und dann gelernt.
Eine sehr wichtige Sache ist auch, dass die Professoren und die deutschen Studenten sehr nett zu uns Ausländern sind. Zum Beispiel weiß Prof. Mehring, dass wir chinesische Studenten in dem ersten Semester des Studiums sind und unser Sprachniveau noch nicht so gut ist, genauso, wie unser Fachwissen. Deshalb hat er für uns ein spezielles Tutorium eröffnet. Einmal ist er sogar mit uns zur Buchhandlung gegangen und hat uns Bücher gezeigt, die für unser Studium wichtig sind. Dort stehen wichtige Begriffe und Formeln drin. Dieses Erlebnis hat mich sehr beeindruckt. Besonders interessant finde ich die Praktika mit den Experimenten, weil ich viel selbst machen und die Inhalte im Unterricht überprüfen kann. Normalerweise haben wir ein bis zwei Praktika mit Experimenten pro Woche. Jedes Praktikum dauert 8 Stunden.

Wie hast du dir das Studium und dein Leben in Deutschland vorgestellt und wie ist es jetzt?

Bevor ich nach Deutschland ging, dachte ich, dass ich während des Studiums starken Druck haben würde. Nun finde ich aber, dass es nicht so anstrengend ist, wie ich dachte. Vielen Problemen, die ich erwartet hatte, bin ich nicht begegnet. Das Leben an der Uni ist sehr abwechslungsreich und die deutschen Studenten vom gleichen Fach laden mich oft zum Essen ein.

Datum: 22.01.2012
Quelle: Die Fragen stellte Dr. Peter Jandok (Experte für Unterricht am Goethe-Institut China)
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