Archiv 2012

50 Jahre Elysée-Vertrag, sechs Jahre Deutsches Sprachdiplom in Frankreich


Vom 5. bis 7. Dezember fand eine Fachtagung von französischen Deutschinspektoren und den Akteuren der deutschen Auslandsschularbeit im Auswärtigen Amt statt.

50 Jahre deutsch-französischer Elysée-Vertrag, über 30.000 Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) 2012 in Frankreich: Grund genug für einen fachlichen Austausch unter der Leitung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA). „Ziel der Tagung war es, die langjährige gute Zusammenarbeit mit unseren französischen Partnern im Rahmen eines pädagogischen Diskurses zum DSD I zu würdigen“, so Heike Toledo, die in der ZfA für das DSD verantwortlich ist. „Zudem wollten wir bei den Deutschinspektoren ein tieferes Verständnis schaffen für die ‚weltweite Dimension’ unserer Prüfung.“ Neben hochrangigen Vertretern der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik waren rund 30 französische Deutschinspektoren der Einladung der ZfA nach Berlin gefolgt.

Seit 2006 können aufgrund eines staatlichen Vertrages Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht an französischen Schulen das DSD I der Kultusministerkonferenz kostenlos und freiwillig ablegen. Die Besonderheit in Frankreich: Die französischen Deutschinspektoren nehmen die Prüfungen in eigener Verantwortung ab. Die DSD-Prüfungen in den meisten Ländern werden in Deutschland korrigiert und bewertet.

Intensive deutsch-französische Zusammenarbeit

Nicht nur die jungen französischen Deutschlerner haben in den letzten Jahre viel gelernt, auch die Inspektoren und die beteiligten Deutschlehrer an den französischen Schulen haben die Erkenntnisse aus den ersten Prüfungsdurchläufen ausgewertet und im Unterricht umgesetzt. Bislang nahmen insgesamt mehr als 130.000 Schülerinnen und Schüler in Frankreich an der DSD-Prüfung teil. Die Nachfrage nach den in der ZfA erstellten Prüfungen steigt weiterhin an.

Seit nunmehr 40 Jahren wird die DSD-Prüfung weltweit angeboten. Dennoch wurde für Frankreich ein eigenes Testformat entwickelt. Als sogenannte Stufenprüfung mit einer Ausdifferenzierung von einzelnen Sprachfertigkeiten können auch individuelle Lernerfolge der Schüler auf den Niveaustufen des gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens bescheinigt werden. Dies entspricht den aktuellen französischen pädagogischen Richtlinien. „Die Entwicklung der Stufenprüfung in Frankreich haben wir erfolgreich in das weltweite DSD-Programm übernehmen können“, betont Toledo. „Auch daran erkennen wir die besondere Intensität unserer Zusammenarbeit mit den französischen Partnern.“

Handlungsperspektiven für die Zukunft

Auf der Tagung wurde deutlich, dass beide Seiten auch weiterhin sehr an einer Fortentwicklung des gemeinsamen Projektes interessiert sind. Die Teilnehmer diskutierten die sprachlichen Anforderungen der einzelnen Prüfungsteile sowie deren Einbettung in das schulische Unterrichtsgeschehen. Besonders wichtig erschienen der deutschen Seite dabei auch die von den französischen Inspektoren geschilderten Erfahrungen wie z.B. eine teilweise Diskrepanz zwischen den in den Lehrwerken vermittelten Vokabeln und dem für die DSD-Prüfung benötigten Wortschatz. Der erfolgte Erfahrungsaustausch wird dazu beitragen, das Sprachdiplom-Projekt in Frankreich weiter zu stärken.

Heike Toledo freut sich über die Ergebnisse: „Die Tagung kann als äußerst erfolgreich bewertet werden: In offener, freundschaftlicher Atmosphäre wurden Handlungsperspektiven für die Zukunft, wie z.B. die stärkere fachliche Einbeziehung der französische Seite, konstruktiv diskutiert.“ Teilgenommen haben Vertreter aus dem französischen Bildungsministerium, der Botschaft der Französischen Republik in Deutschland, des Büros II der Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen, des Deutsch-Französischen Jugendwerks sowie des Sekretariats der Kultusministerkonferenz der Länder, des Auswärtigen Amts und der ZfA.

Datum: 12.12.2012
Quelle: die-journalisten.de GmbH

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