Archiv 2012

Uraufführung: „Emil fliegt nach Helsinki“


Anfang des Jahres erhielt der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) in Dänemark vom Auswärtigen Amt Mittel, um die deutsche Sprache im skandinavischen Raum nachhaltig zu fördern.

Deutsche Institutionen in Nordschleswig konnten entsprechende Projektideen einreichen, den Zuschlag erhielt die deutsche Minderheitenschule in Pattburg/Dänemark. Ihr Projekt: „Emil und die Detektive“ als Musical gemeinsam mit der Deutschen Schule Helsinki aufzuführen.

Die Lehrerinnen Kerstin Schröder und Susan Dirschauer der Minderheitenschule Deutsche Schule Pattburg in Dänemark haben das Projekt für Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse eingereicht: „Wir planten, mit unseren engagierten, kreativen und leistungsbereiten Schülern als Sprachvermittler ein selbst geschriebenes Musical in den Bereichen Musik, Theater, Literatur, Film und Tanz/Sport zu dem Werk von Erich Kästner ‚Emil und die Detektive’ in einer 8. Klasse einer Schule im skandinavischen Raum umzusetzen“, so ihr Ziel. Vom Auswärtigen Amt und dem BDN erhielten sie den Zuschlag und ausreichende Fördermittel. Eine Schule, an der sie das Musical vorbereiten und aufführen konnten, war mit der Deutsche Schule Helsinki (DSH) schnell gefunden.

Echtes Miteinander

„Gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern lasen wir das Werk von Erich Kästner ‚Emil und die Detektive’ und schrieben es dann zum Musical ‚Emil fliegt nach Helsinki’ um, in dem eine aufregende Verfolgungsjagd durch Helsinki beginnt“, berichtete Schröder. Acht Kinder aus Pattburg bestiegen mit den beiden Lehrerinnen Ende Oktober selbst das Flugzeug nach Helsinki und wurden dort von 46 Achtklässlern der Deutschen Schule Helsinki freundlich aufgenommen. „Die Zusammenarbeit mit den Schülern und Lehrkräften der Deutschen Privatschule Pattburg wurde durch ein echtes Miteinander und Zielstrebigkeit geprägt“, resümiert Schröder. Die Theatergruppe übte ihre Texte, besprach Requisiten und Szenen. Die Musikgruppe studierte das Lied „Ich war noch niemals in Helsinki“ nach Udo Jürgens ein. Choreographien wurden entworfen, Liebesgedichte geschrieben und Kulissen gestaltet. Die gesamte Arbeit wurde von einer Filmgruppe dokumentiert.


Tatkräftig unterstützt wurde das Projekt, das für die mehrheitlich finnischen Schülerinnen und Schüler eine sprachliche Herausforderung war, von Kerstin Kiel, Fachleiterin für Deutsch als Fremdsprache an der DSH. Sämtliche Projektergebnisse wurden anschließend wie Puzzlestücke zusammengefügt. „Alle halfen mit, die Aufführung so schön wie möglich zu gestalten“, freut sich Schröder. Nach der Begrüßung durch Frank Kühn, dem Schulleiter der DSH, begann die Uraufführung für Schüler, Eltern und Gäste.

Nachhaltige Vernetzung

Auch nach der Aufführung geht die begonnene Vernetzung der beiden Schulen weiter: Als Ergebnis liegt nun ein Film über das Musical vor, der beiden Schulen zur Verfügung steht. Der fachliche und private Austausch über das Projekt wird im Internet auf einer gemeinsamen Plattform für Schüler, Eltern und Lehrer fortgeführt. Die beiden Projektinitiatorinnen aus Pattburg sind zufrieden: „Die meisten der beteiligten Schüler sind nun im Netz miteinander befreundet und kommunizieren ernsthaft im Chat miteinander, Eltern berichten bereits sehr positiv darüber.”

Die Deutsche Schule Helsinki gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 22.11.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)/Deutsche Schule Helsinki
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