Archiv 2012

Experten stellen die Weichen für vernetztes Lernen in Kanada


16 Vertreter aller Lehrerverbände an Schulen und Universitäten in Kanada waren vom 2. bis 4. November im winterlichen Banff zusammengekommen.

Gemeinsam mit den Fachberatern der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und den Verantwortlichen des Goethe-Instituts ging es darum, gemeinsam eine Strategie für vernetztes Lernen in Kanada zu erarbeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Nutzung von Lernangeboten aus dem Netz unerlässlich ist, wenn der Unterricht die Lebenswirklichkeit junger Menschen erreichen soll. Internetangebote machen das Lernen nicht nur ein bisschen bunter, sondern die Arbeit mit dem Netz eröffnet den Schülern auch den Zugang zu unzähligen Lernerfahrungen. „Es geht hier darum, dem autonomen Lerner den Weg zu bereiten", erklärte Ruth Renters vom Goethe-Institut Toronto. Und ZfA-Fachberater Friedrich Broeckelmann ergänzte: „Kompetenzorientiertes Lernen setzt den Zugang zu vielfältigen Quellen und das Angebot vielfältiger Lernmethoden voraus. Die Internetangebote helfen, lineare Lernkonzepte zu überwinden."

Paket mit Arbeitsvorhaben

Als Ergebnis der Konferenz beschlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein dickes Paket mit Arbeitsvorhaben. Dazu gehören exemplarische Lerneinheiten, die den Präsenzunterricht ergänzen sollen, und ein Weiterqualifizierungsprogramm für Lehrkräfte. Die Konferenz erarbeitete einen Plan für die Einrichtung von Moodle basierten Kursräumen auf der PASCH-Lernplattform für die Deutschklassen in Kanada. Es wurden Fortbildungsangebote und Pilotprojekte entworfen, mit denen die Lehrkräfte sich mit den Möglichkeiten von Moodle vertraut machen können. „Es reicht nicht aus, dass die Webangebote bereit liegen. Die Arbeit damit will gelernt sein – von Lehrern und von Schülern", erklärte Alain Forget vom College Ahuntsic in Montreal.

Vernetzung und Kooperation wurden von allen Beteiligten der Tagung ganz groß geschrieben. Dies beginnt mit der Zusammenarbeit aller in Banff versammelten Mittler. Hinzu kommt die großzügige materielle Unterstützung des Vorhabens durch das Netzwerk Deutsch in Kanada. „Ein Mammutprojekt – aber machbar", fasste Wieland Petermann, ZfA-Fachberater in Edmonton, abschließend den Optimismus der Teilnehmer zusammen.

In Kanada betreut die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder derzeit zwei Deutsche Auslandsschulen sowie 28 Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz anbieten, in finanzieller, personeller und pädagogischer Hinsicht. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 03.12.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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