Archiv 2012

PASCH-Direktoren-Konferenz in Berlin


Vom 14.-16. November 2012 fand die zweite PASCH-Direktoren-Konferenz der Region Nahost und Nordafrika in Berlin statt. Zentrales Thema waren die „Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ nach den Umbrüchen in der Region.

Auf der PASCH-Direktoren-Konferenz in Berlin diskutierten 35 Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien aus Marokko, Tunesien, Ägypten, dem Libanon, dem Irak, Jordanien und dem Oman über den Wandel von Schule und Bildung vor dem Hintergrund der Umbrüche in Nordafrika und dem Nahen Osten. Die voranschreitende Globalisierung fordere ein Umdenken bei Lehrenden und Lernenden: Die bisher gültigen Werte werden hinterfragt und finden neue Bedeutung. Damit einher ging auch die Frage, wie demokratische Mitbestimmung in der Schule lebhaft vermittelt und umgesetzt werden kann.

Zentrale Themen der Konferenz sind Bildungswerte, Lehrwerte und Partizipationswerte. Damit einhergehend wurde beispielsweise die Frage debattiert, was Schulabgänger können und wissen müssen und welche Rolle Fremdsprachen in der umfassenden Schulbildung spielen. Die PASCH-Direktoren-Konferenz analysierte die aktuelle Lage und baute auf praktische Handlungskompetenzen auf lokaler und auch regionaler Ebene auf.

Partizipation in der Schule – Abschlussveranstaltung der Direktorenkonferenz

„Wir müssen unseren Schülern viel mehr vertrauen, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Wir haben kulturell die Tendenz, sie zu sehr zu beschützen – das ist eigentlich nicht gut“, sagte Ghazi Musharbash, Direktor der Schneller-Schule in Jordanien. Wie fördert man Schüler in ihrer Selbständigkeit, wie erzieht man sie zu mündigen Bürgern? Die Diskussionen der Teilnehmer waren leidenschaftlich, denn alle sehen sich in der Verantwortung, der heranwachsenden Generation das richtige Rüstzeug für die Zukunft mitzugeben.

Der Abschlussveranstaltung der zweiten regionalen PASCH-Direktorenkonferenz wurde durch die Anwesenheit der diplomatischen Vertretungen und des Auswärtigen Amtes zusätzliche Bedeutung verliehen. Der tunesische Botschafter und die Kulturattachées von Ägypten, Oman und Marokko informierten sich vor Ort über die Arbeitsergebnisse. Mit großem Interesse nahmen auch Frau Kern und Herr Schrade vom Referat Auslandsschulwesen des Auswärtigen Amts die Gelegenheit wahr, die Leiter der Partnerschulen in der Region Nordafrika und Nahost persönlich kennen zu lernen.

„Es liegt ein langer Weg vor uns, aber wir haben in unserer Schule schon damit angefangen die Schüler in schulische Entscheidungsprozesse zu integrieren. So lernen sie schon früh und in kleinen Schritten, dass sie sich beteiligen können – und müssen“, erzählt Ines El Eish von der Nefertari Schule in Ägypten. „Es ist wichtig, auch die Familien einzubeziehen, denn die Entwicklung zu mehr Selbständigkeit und Verantwortung kann nicht auf den Tag begrenzt sein und sich dann zu Hause in das Gegenteil verwandeln.“ Bei der Abschlussveranstaltung wurden die Diskussions- und Arbeitsergebnisse präsentiert und es gab die Gelegenheit zum Gespräch mit den Teilnehmenden sowie Referentinnen und Referenten.

Datum: 28.11.2012
Quelle: Simone Jore, Expertin für Unterricht, Goethe-Institut Kairo
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