Archiv 2012

Vierte Internationale Lehrerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten


Vom 7. bis 9. Oktober 2012 fand die vierte Internationale Lehrerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten statt. Lehrkräfte aus Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Schweden und Estland trafen sich in Tallinn zum Erfahrungsaustausch.

Helga Fiechtner, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Finnland, und Dr. Silke Pahlitzsch, Fachberaterin in Estland, organisierten und leiteten das Seminar, an dem Fachberater, Fachschaftsberater, deutsche Programmlehrkräfte sowie Ortslehrkräfte aus den Ostseestaaten teilnahmen. Christian Matthias Schlaga, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Estland, begrüßte die Konferenzteilnehmer.

Durchführung des DSD I im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Seminars stand der Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich des Deutschen Sprachdiploms (DSD) I der Kultusministerkonferenz. Das DSD I gilt als Nachweis der Deutschkenntnisse, die zur Aufnahme an ein Studienkolleg in Deutschland erforderlich sind, während das DSD II die sprachliche Zugangsberechtigung für ein Studium in Deutschland darstellt.

Ziel des Seminars war es, die unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Durchführung der DSD I-Prüfung in den einzelnen Ländern darzustellen, um somit Länder, die vor ihrer ersten DSD I-Prüfung stehen, zu unterstützen. Darüber hinaus wurden die Erfahrungen der Lehrkräfte mit dem DSD I kritisch betrachtet und analysiert.

Dr. Andreas Gross, Fachschaftsberater in Polen, stellte die vier Teile des DSD I vor, aus denen sich die Prüfung zusammensetzt: schriftliche und mündliche Kommunikation, Lese- und Hörverstehen. Anhand der mehrjährigen Prüfungshistorie in Polen verdeutlichte er, dass das DSD I hervorragend geeignet ist, die Schülerinnen und Schüler zum erfolgreichen Abschluss zu führen. Fachberaterin Fiechtner führte in das Format der schriftlichen Kommunikation des DSD I ein. In der anschließenden Gruppenphase bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Beispielaufsätze aus den vergangenen Prüfungen, präsentierten die Ergebnisse und diskutierten sie unter der Moderation von Gerd Fennefrohn, Fachberater in St. Petersburg, im Plenum.

Fruchtbare Diskussion

Am zweiten Seminartag führte Dr. Gross praktische Übungen zum Hörverstehen im DSD I durch und Gerhard Austrup, Fachberater in Schweden, berichtete zum Bereich mündliche Kommunikation. Nachdem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei Demonstrationsaufnahmen von mündlichen DSD I-Prüfungen angeschaut haben, erarbeiteten sie in Gruppen anhand der vorgegebenen Kriterien Bewertungen. Die einzelnen Gruppenergebnisse wurden im Anschluss unter Leitung von Holger Dähne, Fachberater in Riga, visualisiert. „Daraus entwickelte sich eine interessante, zum Teil kontroverse, aber im Ergebnis fruchtbare Diskussion, die zum einen die Problematik der Bewertung im Allgemeinen, aber auch die unterstützende Wirkung der Bewertungsparameter verdeutlichte“, erklärt Michael Brehm, Fachberater in Vilnius.

Aus den Rückmeldungen der Lehrkräfte wurde deutlich, dass der Austausch über die Landesgrenzen hinweg als besonders gewinnbringend angesehen wird. „Das DSD I ist ein höchstgeeignetes Instrument bei der Weiterentwicklung der deutschen Sprache in unseren Ländern“, so ein Seminarteilnehmer.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder derzeit mehr als 140 Deutsche Auslandsschulen und 870 DSD-Schulen in finanzieller, personeller und pädagogischer Hinsicht. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 31.10.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)/ Michael Brehm

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