Archiv 2012

Europäische Kooperation: 60 Jahre Deutsche Schule Dublin


Den runden Geburtstag beging die Schulgemeinschaft am 11. Oktober 2012 mit einer feierlichen Zeremonie, zu der zahlreiche Gäste erschienen.

Unter den Gästen waren nicht nur die Schülerinnen und Schüler, der Schulvorstand, Eltern, Lehrer und zahlreiche geladene Gäste, sondern auch der irische Kultusminister Ruairí Quinn, der deutsche Botschafter Dr. Eckhard Lübkemeier und die französische Botschafterin Emmanuelle D´Achon.

Die St. Kilian´s Deutsche Schule ist eine Begegnungsschule. Sie kooperiert mit dem Lycée Français in Irland und in den Jahrgangsstufen sieben bis neun werden irische, deutsche und französische Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Jugendlichen zahlreicher anderer Nationalitäten auf dem Eurocampus unterrichtet. Der Unterricht erfolgt mit Ausnahme der Fächer Deutsch und Internationale Geschichte in englischer Sprache. Die Schule bietet das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Stufe I und Stufe II an. Außerdem legen alle Schülerinnen und Schüler die irischen Staatsprüfungen Junior Certificate und Leaving Certificate ab.

Konkretes Beispiel für europäische Integration

Dass die Möglichkeiten europäischer Zusammenarbeit noch lange nicht erschöpft sind, betonte der irische Kultusminister Ruairí Quinn, indem er unterstrich, dass die Dämonen Chauvinismus und Nationalismus nur durch eine gemeinsame europäische Kultur unter Kontrolle gehalten werden können. Schulleiterin Alice Lynch ergänzte, die von der Schule geleistete Arbeit sei ein sehr konkretes Beispiel für die europäische Kooperation.

Nach seiner Gratulationsrede überreichte der deutsche Botschafter Dr. Eckhard Lübkemeier 58 Sprachdiplome an die Schülerinnen und Schüler. Er hob hervor, dass der Prozess der Unterzeichnung nur eine sehr kurze Zeit, der Prozess des Lernens jedoch mehrere Jahre gedauert habe.

Gastfreundschaft führte zur Schulgründung

„Die Gründung der Deutschen Schule Dublin im Jahr 1952 ist ein besonderes Beispiel für die enge Verbundenheit zwischen Irland und Deutschland“, berichtet Schulleiterin Lynch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Operation Shamrock hunderte besonders hilfsbedürftige Kinder aus ihren Not leidenden Heimatländern Deutschland und Frankreich nach Irland gebracht und dort einige Jahre lang in irischen Gastfamilien versorgt. Dort erlebten sie eine Zeit ohne Angst und Mangel, bevor die meisten von ihnen nach Deutschland und Frankreich zurückkehrten. Einige Kinder blieben. „Für diese Kinder sowie für die Kinder deutscher Eltern, die in Dublin lebten, wurde die St. Kilian´s Deutsche Schule im Jahr 1952 gegründet“, so Lynch.

Zur besonderen Freude der Anwesenden nahm Elke Carey an der Feier teil. Sie war eines der Kinder, die durch die Operation Shamrock nach Irland kamen und hatte Fotos aus ihrer Kinderzeit in Irland für die Feier zur Verfügung gestellt. Heute ist sie in Irland verheiratet.

Die St. Kilian´s Deutsche Schule Dublin gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 31.10.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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