Archiv 2012

90 Jahre Deutsche Schule Bogotá


Im Rahmen ihrer zweiten Kolumbienreise besuchte Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, am 3. Oktober 2012 die Deutsche Schule Bogotá. Sie war Hauptrednerin beim Festakt des 90-jährigen Schuljubiläums.

Schavan betonte in ihrer Festrede, dass der 3. Oktober 2012 ein Tag der Freude in mehrfacher Hinsicht sei: als Tag der Deutschen Einheit, als Erinnerung an die Wiedergewinnung der Freiheit für 16 Millionen Menschen in der ehemaligen DDR und die gravierenden Veränderungen, die danach in Deutschland und Europa möglich geworden seien, und natürlich als Tag der Feier des 90-jährigen Bestehens der Deutschen Schule Bogotá – Colegio Andino.

Die Bildungsministerin, die zuvor die Kapelle der Schule besucht hatte, erinnerte an die Rolle, die Kirchen und Ordensgemeinschaften bei den ersten Schulgründungen in Südamerika gespielt haben: Für das Christentum sei jeder Mensch zur Freiheit berufen und Bildung helfe den Menschen, mit dieser Freiheit verantwortungsbewusst umzugehen.

Gratulation zur Erfolgsgeschichte

Das Gründungsjahr der Deutschen Schule Bogotá falle in eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen in Europa und anderen Teilen der Welt, des Wandels einer Agrar- in eine Industriegesellschaft und in eine Zeit der Unsicherheit, aber auch in eine Zeit des tiefen Vertrauens einiger herausragender Pädagogen in die Bewältigung dieser Probleme durch Erziehung und Bildung von jungen Menschen, so Schavan. Vor allem den Schülerinnen und Schülern gratulierte sie zur 90-jährigen Erfolgsgeschichte des Colegio Andino.


Prof. Dr. Schavan wurde bei ihrem Besuch von einer 30-köpfigen Delegation begleitet, darunter Bundestagsabgeordnete, Rektoren von Hochschulen, Präsidenten und Generalsekretäre deutscher Bildungseinrichtungen. „Zwei Rektoren waren von unseren Schülerinnen und Schülern so begeistert, dass sie spontan Stipendien in Höhe von 10.000 Euro für zwei Schüler anboten“, berichtet Sabina Fahnenbruck, Schulleiterin der Deutschen Schule Bogotá.

Begegnungscharakter von Anfang an

Fahnenbruck wies in ihrer Rede darauf hin, dass das Colegio Andino eine Begegnungsschule sei, die nach deutschen und kolumbianischen Lehrplänen arbeitet und kolumbianische und deutsche Abschlüsse anbietet. „Im vergangenen Schuljahr hatte die Deutsche Schule Bogotá 97 Schulabgänger. Alle Schülerinnen und Schüler legten das kolumbianische Abitur ab, - das ist kolumbianisches Gesetz –, 65% machten zusätzlich die deutsche Hochschulreife“, so die Schulleiterin.


Bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens erhielt das Colegio Andino Unterstützung aus Deutschland, in Form von entsandten Lehrern und Finanzmitteln. Von Anfang an aber war es eine Schule für deutsche und kolumbianische Schüler. „Dieser Begegnungscharakter bestimmt die Struktur und den Alltag der Schule“, betonte Fahnenbruck.

Die Deutsche Schule Bogotá – Colegio Andino gehört zu den über 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 30.10.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) / Deutsche Schule Bogotá – Colegio Andino
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