Archiv 2012

Mini-Fußball-WM in Kabul 2012


Am 29. Juni fand in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit Unterstützung der Bundeswehr und der aus Deutschland geförderten Deutschen Auslandsschule ein außergewöhnliches Sportereignis statt: eine Fußball-Mini-WM.

„ETEMAAD“, das afghanische Wort für Vertrauen, so lautete das Motto der Fußball-Mini-WM, die dieses Jahr zum ersten Mal in Kabul ausgetragen wurde. Mannschaften von unter 12-jährigen Kindern aus den 16 Kabuler Distrikten trafen aufeinander, um einen Stadtmeister zu ermitteln.

Die Idee zu diesem Sportevent entstand in der Bundeswehr. Schnell fand sich weitere Unterstützung. Zahlreiche Botschaften, deren Nationen meist auch Mitglieder der ISAF-Truppen (International Security Assistance Forces) sind, namhafte Firmen, die Konrad-Adenauer-Stiftung und ISAF stellten Sachpreise und finanzielle Mittel zur Verfügung. Veranstaltet wurde das Turnier von der Deutschen Auslandsschule, deren Schulleitung und engagierte Lehrkräfte das Sportereignis unterstützten.

Spürbare Begeisterung

„Während die im Juni/Juli in Polen und der Ukraine stattgefundene Fußball-Europameisterschaft weltweit Millionen Fans begeisterte, genießt der beliebte Ballsport auch in Afghanistan größte Popularität und eine lange Tradition“, berichtet ein Lehrer. Diese Begeisterung sei von Anfang an zu spüren gewesen: „Für die kleinen Ballkünstler, für die zahlreichen Zuschauer und auch für die Soldatinnen und Soldaten der verschiedenen Nationen drehte sich an diesem Tag alles rund um den Fußball.“

Ingesamt 160 begeisterte Kinder kickten vor den Augen des afghanischen Nationaltrainers Mohammad Yousuf Kargar. Bevor das Turnier startete wurden unter den Teams die jeweiligen Nationen ausgelost, in deren Trikots die Mannschaften auf dem Feld aufliefen. Eine Besonderheit waren einige der freiwilligen Schiedsrichter, denn zwei von ihnen gehören der afghanischen Damen-Fußball-Nationalmannschaft an, ebenso wie die der Nationalmannschaft angehörende Stadionsprecherin.

Zahlreiche Botschafter der an der Mini-Fußball-WM Kabul beteiligten Nationen, Sponsoren, Repräsentanten des afghanischen Fußballverbands AFF und des Nationalen Olympischen Komitees sowie eine große Zahl Angehöriger der ISAF besuchten das Turnier. Für die richtige Stimmung sorgten Schülerinnen und Schüler der Auslandsschulen, die die Mannschaften kräftig anfeuerten.

Siegerpokal ging an das Team Türkei

Den Siegerpokal errang das Team Türkei, den es bei der Siegerehrung aus den Händen des ranghöchsten deutschen Soldaten in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Afghanistan empfing. Mit der Vergabe des Wanderpokals „ETEMAAD“ ist die Hoffnung verbunden, dieses Turnier regelmäßig zu veranstalten. Zudem sollen die geschlossenen Verbindungen zwischen den Teams und den Botschaften auch zwischen den Turnieren Früchte tragen. Bei der Siegermannschaft hat dies bereits funktioniert: Der türkische Botschafter hat die Mannschaft zum Essen in seine Residenz eingeladen und die Sanierung des Fußballplatzes im Distrikt der siegreichen Kicker zugesagt.

In Afghanistan betreut die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder zwei Deutsche Auslandsschulen sowie eine Sprachdiplomschule. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 27.07.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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