Archiv 2012

Jahrestagung der Prozessbegleiter


Vom 9. bis 13. Juli kamen die neun weltweit eingesetzten Prozessbegleiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) im Bundesverwaltungsamt in Köln zusammen.

Im Rahmen ihrer diesjährigen Tagung tauschten sie ihre Beratungserfahrungen mit den Schulen aus und arbeiteten an Projekten, um die Wirksamkeit ihrer Tätigkeit weiter zu erhöhen.

Seit 2008 sind die Prozessbegleiter mit der Qualitätsberatung der Deutschen Auslandsschulen beauftragt. Insbesondere sollen Schulen bei der Umsetzung der im Rahmen des Pädagogischen Qualitätsmanagements (PQM) vorgegebenen Entwicklungsaufgaben und bei eigenen Entwicklungsvorhaben beraten und begleitet werden. „Nach vier Jahren scheint es notwendig innezuhalten, Bilanz zu ziehen und zu prüfen, in welchen Bereichen der Beratungstätigkeit Verbesserungen möglich sind“, so Dr. Ehlert Brüser-Sommer, Prozessbegleiter der Großregion Nahost. Denn in gleicher Weise wie die Schulen unterliegt auch das Beratungssystem einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess oder kurz gesagt: einem Qualitätsmanagement.

Eine zentrale Frage der Tagung lautete: Hat sich die Beratungskonzeption bewährt, die auf eine hohe Selbstverantwortung der Schulen setzt, sich auf Beratungsangebote beschränkt und den Schulen die Entscheidung über Wege und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung überlässt? Um diese Frage beantworten zu können, ist eine Abfrage in allen Schulen geplant. Durch eine datengestützte Evaluation der Tätigkeit wird geprüft, ob das Beratungssystem sich in der bisherigen Form bewährt hat, anders akzentuiert oder weiterentwickelt werden muss.



Mentorensystem und Lernplattform

Außerdem haben die Prozessbegleiter auf ihrer Tagung eine Reihe von Projekten angepackt: Neu ernannte Prozessbegleiter werden ab sofort mit Hilfe eines Mentorensystems bei der Aufnahme ihrer Tätigkeit begleitet. Mehrere Maßnahmen sollen die Kooperation unter den Beratern stärken, die bislang relativ vereinzelt in ihren Großregionen agieren. So können Projekte auch gemeinsam als Tandem durchgeführt werden. Auch ein Handbuch der Prozessbegleitung ist in Arbeit. Bei all diesen Maßnahmen geht es darum, die Tätigkeit zu vereinheitlichen und Wissenstransfer zu ermöglichen. Schließlich wird im kommenden Jahr eine Broschüre zum Thema Prozessbegleitung erscheinen.

Hinzu kommt der Aufbau eines PQM-Kurses auf der Lernplattform PASCH-net, der Website zur Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ des Auswärtigen Amtes. Diese soll Lehrkräften in Deutschen Auslandsschulen offen stehen und PQM-Expertise vermitteln. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Unterstützung der Unterrichtsentwicklung liegen. Ein weiteres Ziel ist es, mit Hilfe der Plattform Netzwerke aus Schulen in den Regionen zu stärken. Ein Konzept wurde von einer Projektgruppe aus Prozessbegleitern auf der Tagung vorgelegt. In den kommenden Monaten wird es schrittweise umgesetzt.

Alleinstellungsmerkmal des Auslandsschulwesens

„Die Schulentwicklungsexperten Prof. Claus Buhren und Prof. Hans-Günter Rolff, die die Bund-Länder-Inspektion wissenschaftlich begleiten, haben erst kürzlich bei der Präsentation ihres 5. Zwischenberichts in der ZfA darauf aufmerksam gemacht, dass gerade die Integration eines eigenen Beratungssystems in das Qualitätsmanagement ein Alleinstellungsmerkmal des Auslandsschulwesens gegenüber den Bundesländern darstellt“, berichtet Dr. Brüser-Sommer. Umso wichtiger sei es, diesen Schatz für die Zukunft zu bewahren und die Qualität des Beratungssystems zu sichern und weiter zu entwickeln.

Datum: 25.07.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

PASCH-net und Social Media