Archiv 2012

Deutsche Schule Dublin gewinnt Wettbewerb zur politischen Bildung


Gleich zwei Hauptpreise des Wettbewerbes der Bundeszentrale für politische Bildung gingen an Schülergruppen der St. Kilian´s Deutschen Schule Dublin.

„Ich habe gelernt, dass es eine irische Reporterin namens Veronica Guerin gab, die ihr Leben gegeben hat, um Dublin von Drogenproblemen zu erlösen. Ich habe auch gelernt, dass man in einer Gruppenarbeit nur so gut ist wie der schwächste Teil“, so fasst ein Schüler seine Erfahrungen aus dem Wettbewerb zur politischen Bildung 2011 zusammen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hatte den unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden 41. Schülerwettbewerb ausgeschrieben. Auch Schülerinnen und Schüler Deutscher Auslandsschulen waren eingeladen, sich mit politischen Themen zu beschäftigen.

Besuch beim Kultusminister

Zwei Schülergruppen der Deutschen Schule Dublin beteiligten sich im Rahmen des Faches Internationale Geschichte (IG). Eine Gruppe der 8. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Gabriele Adelberger wählte das Thema „Stadtgeschichte hautnah“. Schnell fanden die Schüler heraus, dass ein Verbrechen das kollektive Gedächtnis Dublins bis heute prägt: die Ermordung der Journalistin Veronica Guerin im Jahr 1996. Obwohl Guerin, die über die Drogenbosse Dublins berichtete, mehrfach bedroht und sogar angeschossen wurde, recherchierte sie weiter und wurde während einer Autofahrt erschossen. „Der Mord veränderte nicht nur die Gesetze Irlands, sondern auch das Bewusstsein: Heute noch wissen sehr viele erwachsene Iren, was sie gemacht haben und wo sie waren, als die Nachrichten das schreckliche Ereignis meldeten“, so Adelberger.

Während der Recherchearbeit bekam die Schülergruppe den Tipp, dass der damalige Finanz- und heutige Kultusminister Ruairi Quinn maßgeblich daran mitgewirkt hatte, neue Gesetze einzuführen, die den Drogenbossen das Handwerk legen sollten. Sie wandten sich an den Minister und dieser lud sie in das Kultusministerium der Republik Irland, ein, wo die Gruppe den Minister und Zeitzeugen interviewte.


Projektthema „Politik brandaktuell“

Eine zweite Schülergruppe der 10. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Nicola Dihrberg wählte das freie Thema „Politik brandaktuell“. Unter dem Eindruck der Präsidentschaftswahlen in der Republik Irland im Jahr 2011 beschäftigten sie sich mit der Frage: Sollte ein Ex-Terrorist Präsident werden? Einer der sieben Präsidentschaftskandidaten, Martin McGuinness, war zur Zeit des Nordirlandkonflikts Kommandant der IRA gewesen. Parallel zur öffentlichen Diskussion im Wahlkampf arbeiteten sie an ihrem Wettbewerbsprojekt und stellten Argumente für und gegen eine Präsidentschaft des früheren IRA-Mitglieds zusammen. Gleichzeitig blickten sie auf den Nordirlandkonflikt sowie auf den Friedensprozess zurück.

Riesengroß war die Freude, als die Schülerinnen und Schüler der Kurse 8 IG und 10 IG Anfang des Jahres zwei Briefe der Bundeszentrale für politische Bildung öffneten: Gleich zwei Hauptpreise hatte die Jury, in der Fachlehrerinnen und Fachlehrer sowie Vertreter der Kultusministerien saßen, der Deutschen Schule Dublin zuerkannt: Beide Arbeiten wurden mit je 1.000 Euro ausgezeichnet.

Die St. Kilian´s Deutsche Schule Dublin gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 13.06.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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