Archiv 2012

Deutsch mit Comics und Filmen: 11. ZfA-Fortbildung in den USA zum Thema Deutsch als Fremdsprache


In San Francisco fand Anfang Juni die 11. ZfA-Fortbildung für Samstagsschulen in den USA statt.

Ein Tagungsort mitten in San Francisco, eine langjährige Verlagsrepräsentantin, die für 80 Seminargäste ein Buffet zaubert und eine gestandene Samstagsschulleiterin, die sich im Workshop mit Comics und Mangas für modernen DaF-Unterricht fit macht – dies sind nur einige Facetten der erfolgreichen 11. Fortbildung für die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreuten Samstagsschulen in den USA Anfang Juni in San Francisco.

„Ihr Treffen hier ist ein wichtiger Beitrag zur Vernetzung der DaF-Aktivitäten in den Vereinigten Staaten“, unterstrich Michael Ahrens vom deutschen Generalkonsulat San Francisco bei der Eröffnung der Tagung in den Räumen des Goethe-Institutes (GI). „Deshalb fördert das Netzwerk Deutsch der Deutschen Botschaft auch gern diese Aktivitäten.“ Das freut die Teilnehmer: „Bei aller Qualität der angebotenen Workshops bleibt der Austausch untereinander doch das wichtigste Element einer solchen Fortbildung“, so Biljana Blank, seit vier Jahren Deutschlehrerin an der Deutschen Samstagsschule Washington. „Daher sind hier alle der ZfA auch sehr dankbar, dass sie nach wie vor diese Tagungen organisiert. Viele Anregungen können sofort oder mit geringer Modifikation gleich im Unterricht umgesetzt werden.“

Kooperation der Kulturmittler

Die Zusammenkunft ist ein gutes Beispiel für die solide Kooperation der Kulturmittler. Frank Duscha, ZfA-Fachberater in Los Angeles, hatte mit Alexander Wildgans, dem neuen Fachberater in San Francisco, ein vielseitiges Programm aus 13 Workshops, Präsentationen und Foren gebaut und ganz unterschiedliche Referenten zusammengebracht. So informierte Leslie Harlson über die zahlreichen Stipendienprogramme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Ulla Dinter vom Goethe-Institut zeigte, wie mit der Nutzung von Comics und Mangas die Lernmotivation gerade jüngerer Schüler im DaF-Unterricht gestärkt werden kann. Neben den ZfA-Fachberatern aus Toronto und Edmonton, Friedrich Broeckelmann und Wieland Petermann, brachten sich auch die Dozentinnen Karin James (Winnipeg) und Eva Heinrich (Denver) in die Fortbildungen ein. Eva Heinrich betreute zudem den gut bestückten Büchertisch des Cornelsen Verlages.

Kein Zweifel, auch an den Samstagsschulen ist die Integration vielerlei Medien in den DaF-Unterricht auf dem Vormarsch: Gleich vier Workshops waren der didaktischen Nutzung von Spiel- oder Kurzfilmen gewidmet. Dagmar Kappel von der „United Nations International School“ in New York arbeitete zu Fatih Akins Film Im Juli, Julia Koch vom GI zu Kurzfilmen und Animationen. Wie Samstagsschulen ihr Angebot um Deutsch-Camps in den Sommerferien attraktiv erweitern können, schilderte Christine Newcomb am Beispiel der Deutschen Samstagsschule Seattle.


Treffen der Gleichgesinnten

Wie für die Lehrkräfte ist die Samstagsschultagung auch für die Schulleitungen stets ein wichtiges Kontaktforum. Aufgrund des großen Interesses moderierte Gert Wilhelm, ZfA-Fachberater in Washington, einen Programmbaustein für die Leitungskräfte. „Im Gegensatz zum großen Sprachenkongress ACTFL treffen wir hier gezielt Gleichgesinnte“, resümiert Heike Feltes, die gemeinsam mit Sylvia Klein die Deutsche Samstagsschule in Berkeley leitet. Besonders verdient um das „Tagungsklima“ machte sich Christiane Frederickson, langjährige Vertreterin des Klett-Verlages und Lehrerfortbildnerin in Kalifornien, die gemeinsam mit ihrer Freundin Carola Ziermann am Samstagmittag ein Buffet für die 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer herrichtete.

Als wertvollen Beitrag zum interkulturellen Lernen werteten die Lehrerinnen den Spielfilm Friendship von Markus Goller, den Dieter Jaeschke, ZfA-Fachberater in Mexiko-Stadt, in seinem Workshop vorstellte. „Die Tragikomödie bietet nicht nur Redeanlässe zur deutschen Zeitgeschichte, sondern auch viele Denkanstöße zu dem Bild, mit dem sich Amerikaner und Deutsche sehen“, fand Biljana Blank aus Washington. Dazu gesellte sich der Wiedererkennungseffekt: Einige der Schauplätze des deutschen Roadmovies, dessen Geschichte in San Francisco endet, kommentierten die Teilnehmer mit den Worten: „Mensch, da standen wir doch gestern auch!“

Samstagsschulen sind Teilzeitschulen in den USA, in denen Kinder und Jugendliche in der Regel im Klassenverband an mindestens 30 Tagen im Jahr Deutsch lernen. Der Deutschunterricht muss sich dabei gegen die starke Konkurrenz anderer Freizeit- und Sportprogramme sowie das jugendliche Erholungsbedürfnis gerade am Wochenende durchsetzen. Viele Schulleitungen und auch manche Lehrkräfte leisten diese wertvolle Arbeit ehrenamtlich; unter den Direktorinnen befinden sich zwei, die aufgrund ihres Engagements für die Verbreitung und Pflege der deutschen Sprache in den USA mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden sind.
Datum: 12.06.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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