Archiv 2012

Deutschcamp in Japan – buntes Programm bei Tee und Ikebana


Gemeinsames Deutschlernen in Japan – ein Ding der Unmöglichkeit? Kaum, denn genau das haben PASCH-Schülerinnen und -Schüler aus Indien, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Japan gerade getan.

Eine Woche lang verbrachten sie in Tokio und am Fuße des Fuji-Berges, um ihre Deutschkenntnisse gemeinsam anzuwenden und zu üben: Die bunt zusammengewürfelte Truppe gleichaltriger PASCH-Schüler aus Indien, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Japan hatte nur eine gemeinsame Kommunikationssprache – Deutsch!

Naturwissenschaften, Theater und kreatives Schreiben bei japanischem Tee und Ikebana

Vielfältiger und abwechslungsreicher hätte das Programm kaum sein können. In naturwissenschaftlichen Workshops befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit Physik, Biologie und Chemie und lernten dabei beispielsweise wie man Indigo herstellt. Auch der Bionik-Workshop faszinierte die Gruppe und eine Schülerin erzählt begeistert, dass die gelernt habe was Papierchromatographie ist. Begeisterte Beteiligung herrschte auch beim Aikido-Kurs, beim Theaterworkshop und bei der kreativen Schreibwerkstatt. Jede Schülergruppe bekam drei Begriffe – eine Märchenfigur der Gebrüder Grimm, einen Ort sowie eine Gottheit oder einen Herrscher oder eine Comicfigur aus Deutschland beziehungsweise den teilnehmenden asiatischen Ländern. Die Aufgabe, daraus ein Märchen zu erfinden und etwas dazu zu malen, haben die Gruppen phantasievoll gemeistert. Reges Treiben herrschte, als sich die Teilnehmenden gegenseitig über Cixi, Rumpelstilzchen und andere Figuren informierten. Es entstanden witzige, dramatische und romantische Geschichten, die nur so vor Kreativität und Ideenreichtum sprudeln. So brachte der Workshop eine Shanghai-Version von „Hans im Glück“ und einfallsreiche Kreationen wie „Buddha und Gretel – Eine Liebe in Kyoto“ hervor. Das Gastgeberland Japan faszinierte außerdem durch eine traditionelle Teezeremonie und einen Ikebana-Workshop, bei dem die PASCH-Schüler die traditionelle Blumenbindekunst ausprobieren konnten.

Kultureller Austausch über sprachliche Grenzen hinweg

Auch die kulturelle Verständigung unter den beteiligten Ländern kam nicht zu kurz. Die Schülerinnen und Schüler tauschten sich über Essgewohnheiten, Traditionen und Bräuche aus und lernten dabei auch kulturelle Umgangsformen kennen, zum Beispiel wie Leute anderer Kulturen sich begrüßen.

„Diese Erfahrung war einfach unglaublich. Die Leute, die Orte, die reiche Kultur und Tradition waren wundervoll. Wir haben viele neue Freunde gewonnen, die alle extrem nett und freundlich sind. Sie waren immer hilfsbereit und haben uns immer unterstützt. Alle waren so aufmerksam und nett zueinander, dass wir gar nicht bemerkt haben, wie schnell eine Woche vorbeiging. Die Workshops waren sehr gut organisiert und wir hatten viel Spaß dabei, Neues zu lernen und Sachen auszuprobieren, die wir uns vorher gar nicht vorstellen konnten.“
(Garg Roli der K.R. Mangalam World School).

Die traditionelle Teezeremonie beeindruckte die Schüler besonders: „Eine andere unvergessliche Erfahrung war die berühmte japanische Teezeremonie, der wir beiwohnen durften. Die Teezeremonie war eine einmalige Erfahrung und wir alle waren fasziniert von der Grazie und Anmut, mit der die Zeremonie durchgeführt wurde“ – sagt wiederum Garg Roli der K.R. Mangalam World School aus Indien.

Durch das bunt gemischte Programm haben die Schülerinnen und Schüler ihre Deutschkenntnisse spielerisch angewendet und die jeweils anderen Kulturen kennengerlernt: „Und natürlich hat uns das Camp auch die wundervolle Möglichkeit gegeben, unser Deutsch zu verbessern. Schließlich war es die einzige Sprache, die wir alle gemeinsam hatten.“
(Harshita der Delhi Public School, Gurgaon)

Unvergesslich blieb auch der Diskoabend, bei dem die Schüler über sprachliche Grenzen hinweg ausgelassen tanzen – egal, ob das Lied auf Englisch, Deutsch, Japanisch oder Hindi war: „Sprache war in diesem speziellen Fall nicht wichtig, weil wir einfach getanzt haben“ sagt ein indischer Schüler. Am letzten Tag hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre traditionellen Nationalkostüme und Talente bei einem bunten und farbenprächtigen Kulturabend zu präsentieren.

„Lerne Deutsch und vernetze dich mit der Welt“

Durch verschiedene Kennenlernspiele sind die PASCH-Schüler aus Indien, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Japan schnell zu einer engen Gruppe zusammengewachsen. Umso schwieriger, aber auch rührend, war die Verabschiedung: Tränen flossen ungehemmt, die Umarmungen hörten gar nicht auf, zahlreiche E-Mail-Adressen wurden ausgetauscht und wieder und wieder sagte man einander, in Kontakt zu bleiben. Das von mehreren Goethe-Instituten durchgeführte Deutsch-Camp in Japan hat damit wieder einmal das PASCH-Motto bestätigt: Lerne Deutsch und vernetze dich mit der Welt.


Auch den Schülern wird die erlebnisreiche Woche in Japan in lebendiger Erinnerung bleiben:

„Neue Leute zu treffen und unbekannte Kulturen zu erkunden, ist eine der besten Erfahrungen, die man machen kann. Ich bin sehr dankbar dafür, diese großartige Gelegenheit bekommen zu haben und so viel erlebt und gesehen zu haben. Am Anfang ist es immer etwas merkwürdig, fremde Leute zu treffen, aber durch verschiedene Kennenlernspiele sind wir schnell miteinander warm geworden. Am Ende des Camps waren wir als Gruppe so eng zusammengewachsen, dass es schwer wurde, sich zu verabschieden. Wenn ich jetzt morgens aufwache, denke ich manchmal immer noch, dass ich gleich alle Leute aus Japan sehen werde. Eine Woche ist sowohl eine lange, als auch eine sehr kurze Zeit. Ich denke, wir hätten durchaus auch zwei Wochen oder mehr in Japan verbringen können. Obwohl Japan ein Nachbarland meines Heimatlandes ist, hatte ich es nie vorher besucht, aber immer von einer Reise dorthin geträumt. Und durch das Programm und mit Hilfe der Lehrer habe ich gleichzeitig auch mehr Deutsch gelernt – die Sprache, die mir so am Herzen liegt.“
(Hui Jeong Gim, Lotus Valley School, Noida)

Die Gemeinsamkeit Deutsch zu lernen hat die internationale Gruppe zusammengeschweißt und dadurch wurden ganz besondere Freundschaften geschlossen:

„Insgesamt war der Aufenthalt eine unglaubliche Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht. Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt, darunter Indonesien, China, Taiwan, Deutschland und Korea kamen zusammen und sind durch die deutsche Sprache nun für immer freundschaftlich verknüpft. Ich bin so dankbar, dass ich diese Erfahrung machen und Teil des Camps sein durfte. Ich werde mich für den Rest meines Lebens daran erinnern.“
(Garg Roli der K.R. Mangalam World School)

Insgesamt waren die Schülerinnen und Schüler sehr dankbar für diese wertvolle Erfahrung und werden auch in Zukunft davon zehren:

„Das Camp war eine wunderbare Erfahrung. Ich habe nicht nur meine Deutschkenntnisse verbessert, sondern auch Leute aus ganz vielen verschiedenen asiatischen Ländern kennengelernt. Ich habe auch ein bisschen Japanisch gelernt (Ohayou, Konichiwa, Arigato Gozaimas, Konbanwa). Sich an eine ganz neue Kultur und auch an das Essen zu gewöhnen, war durchaus eine Herausforderung. Die Leute waren sehr freundlich, höflich, hilfsbereit und pünktlich. Auch die Lehrer dürfen nicht vergessen werden – sie haben uns immer unterstützt. Ich hatte nicht viel Geld mit, aber was ich erhalten habe, kann man auch nicht kaufen: Freundschaft, Liebe und Wissen. Es war die bis jetzt beste Erfahrung meines Lebens, ich kann gar nicht in Worten ausdrücken, wie viel mir die Reise bedeutet hat.“
(Hritik Gupta, DPS Gr. Noida)

Das PASCH-Deutsch-Camp in Japan fand vom 25. März bis 1. April 2012 statt.

Datum: 25.05.2012
Quelle: Goethe-Institut Max Mueller Bhavan
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