Archiv 2012

Abgedreht! – Filmen wie die Profis


„Abgedreht!“ hieß der Kurzfilmwettbewerb, den das Goethe-Institut zusammen mit der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) im Schuljahr 2011/12 mit Deutschklassen aus Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Luxemburg veranstaltete. Schirmherr des Projekts war Kameramann Michael Ballhaus („Die Ehe der Maria Braun“, „Bram Stoker's Dracula“, „Gangs of New York“ u.v.a.).

Sieben junge Filmemacher – Regiestudierende der Filmhochschule München – standen den Klassen als Experten tatkräftig zur Seite. Sie reisten in die Schulen und arbeiteten mit den Schülern in Workshops an deren Filmideen, Exposés und Drehbüchern, berieten die Deutschlehrer, begleiteten die Dreharbeiten und halfen schließlich beim Schnitt des Filmmaterials.

Schritt für Schritt

Jeder Schüler hatte seine Aufgabe im Team, denn es wurden nicht nur Schauspieler gebraucht, sondern auch jemand für die Produktion (wo dürfen wir drehen?), für das Drehbuch, für Storyboard, Kamera, Requisite, Maske, Musik und so weiter. So lernten die Jugendlichen unter praktischer Anleitung der Experten Schritt für Schritt, wie ein Film entsteht. Am Ende des Projekts standen 25 Kurzfilme in deutscher Sprache.

Das Thema hieß Erlaubt – verboten: Was darf meine beste Freundin, was ich vielleicht nicht darf? Was ist für uns selbstverständlich, wäre aber bei unseren Nachbarn unmöglich? Die Filme zeigen dazu eine bunte Vielfalt von Interpretationen. Interessant sind die unterschiedlichen Genres: Vom Historienfilm bis zum Krimi, von Actionszenen und Märchenelementen, von der Teenagerkomödie bis zum romantischen Melodram ist alles dabei.

Reise nach München

Die Jury bestand aus Vertretern der Goethe-Institut-Zentrale (Dr. Andreas Ströhl, Ina Hoischen), der Filmhochschule (Drehbuchautor Michael Gutmann) und der Bayrischen Filmförderung (Julia Rappold) sowie Schülerinnen des Münchener Werner-Heisenberg-Gymnasiums. Sie alle hatten die schwierige Aufgabe, die Gewinner auszuwählen.

Sieger wurde der Film „Der Ball“, der mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln von einer Mutprobe in der Schule erzählt. Der Hauptgewinn war eine Reise nach München: Drei Tage lang waren die Schüler der französischen Gewinnerklasse in München unterwegs, erkundeten in einer Rallye das Zentrum rund um den Marienplatz, fuhren Tretboot im Englischen Garten, besuchten – passend zum Thema ihres Films – die Allianz-Arena und schauten in den Bavaria-Filmstudios hinter die Kulissen. In den Räumen der Hochschule für Fernsehen und Film gab es dann ein Wiedersehen mit den Regisseuren und eine feierliche Preisverleihung durch Catharina Clemens (Goethe-Institut Paris) und Joachim Jost (Goethe-Institut Brüssel).

Insgesamt war der Wettbewerb jedoch ein Gewinn für alle: „Jeder von uns hat etwas Neues gelernt, vor allem, wie richtige Schauspieler und Regisseure arbeiten“, sagt der Schüler Davide aus Trient in Norditalien.

Arbeit auf der PASCH-Lernplattform

Alle Filme sind, ergänzt durch deutsche Untertitel, auch auf einer DVD zu sehen. Ein weiteres Resultat des Projekts ist ein praktischer Ratgeber für Deutschlehrer „Wie entsteht ein Film?“, der die wichtigsten Schritte für eine Filmproduktion mit Schülern zusammenstellt.

Für das Projekt, an dem auch viele PASCH-Schulen beteiligt waren, wurden auf der PASCH-Lernplattform mehrere virtuelle Klassenräume angelegt. Dort konnten sich die teilnehmenden Klassen austauschen, Materialien sammeln und die Wettbewerbsbeiträge hochladen.

Die Gewinnerbeiträge

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1. Platz:
Der Ball
Collège Joliot Curie Pantin / Frankreich




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2. Platz:
Mein Leben für deins
Lycée Vincent d'Indy Privas / Frankreich




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3. Platz:
Blau und Gelb
Istituto Comprensivo di Via Commerciale - Scuola Media „Guido Corsi“ Trieste / Italien

Datum: 12.05.2012
Catharina Clemens, Goethe-Institut Paris
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