Archiv 2012

1, 2, 3 … Action – Filmworkshop in Usbekistan


Kreativität, Flexibilität und schauspielerisches Talent zeigten Schüler des Yormozor-Lyzeums Fergana beim Projekt „EinBlick“, als sie zwei Kurzfilme zum Schulalltag und Leben in Usbekistan erstellten.

„Fergana? Usbekistan? Mittelasien?“ – Diese Fragen stellt ein deutsches Mädchen, das unvermittelt mit Hilfe eines Dschinns im Yormozor-Lyzeum in Fergana/Usbekistan landet. So der Plot aus einem der Filme, die während eines Kurzfilm-Workshops im Yormozor-Lyzeum Fergana Ende April entstanden sind. Tatsächlich ist die Stadt Fergana vielen Menschen in der Welt unbekannt, obwohl sie ein wichtiges Zentrum im bevölkerungsreichen Ferganatal ist, durch dessen Städte sich früher die Seidenstraße zog. Doch gerade das Unbekannte zog die Londoner Filmkünstlerinnen und Ethnologinnen Kerstin Rickermann und Silke Beller an, als das Goethe Institut Taschkent im Rahmen der PASCH-Initiative sie einlud, ihr Projekt EinBlick auch einmal in Fergana durchzuführen. Ziel des Projektes ist es, PASCH-Schulen aus jeweils drei Ländern aus unterschiedlichen Kontinenten durch Kurzfilme zu vernetzen. Jede Schule dreht während eines Workshops 2-4 Kurzfilme. Dort zeigen die Schüler, wie sie leben, lernen und was ihr Land ausmacht. Die Partnerschulen für das Lyzeum Yormozor in Fergana liegen in Australien und in Südafrika.

Spannende Arbeit am Set

Die Arbeit am Set war ungeheuer spannend für die Schüler. Als erstes lernten sie mit der Technik umzugehen. Es ist ziemlich anstrengend ein Mikrofon über die Köpfe der Hauptdarsteller zu halten, ohne dass man damit deren Köpfe trifft oder ohne dass man es danach im Bild sieht! Auch wie man eine Kamera einstellt, mit den richtigen Bildeinstellungen und der Beleuchtung, ist schwerer als es aussieht. Doch gerade die Missgeschicke und kleinen Fehler am Anfang brachten viel Spaß und schweißten das Filmteam zusammen. Anschließend wurde dann das Drehbuch für die beiden Filme erarbeitet. Beim Workshop läuft dabei alles demokratisch. Nicht die Workshopleiter, sondern die Schüler selbst entscheiden, wie und was gedreht wird. Etwas schwierig war, dass während des Workshops nie ganz klar war, wo und was man drehen durfte. Dies hat dann besonders viel Flexibilität erfordert, was dem Ergebnis, den zwei Filmen aber nicht schadete sondern sie etwa, in dem man auf Animationen auswich, sogar anreicherte. Bei der Abschlusspräsentation waren nicht nur die 20 Schüler, die am Workshop teilnahmen, sondern auch circa 150 Deutschlerner aus anderen Schulklassen anwesend. Die Stimmung war unglaublich, als sie ihre Mitschüler in den Filmen sahen. Man hörte Sprechchöre für die Darsteller, rhythmisches Klatschen bei der Filmmusik. Alle waren stolz auf ihre Mitschüler und dass ein Film aus ihrem Lyzeum nun in aller Welt gezeigt werden kann. Auch die Organisatoren der PASCH-Initiative am Goethe-Institut Taschkent waren begeistert. Es war schließlich das erste große Filmprojekt an einer Partnerschule in Usbekistan. Fazit: Ein rundum gelungenes Projekt, das viel Spaß gemacht hat, und das gezeigt hat, dass man mit der deutschen Sprache nicht nur mit Deutschen kommunizieren kann, sondern mit Schülern aus der ganzen Welt.

Mit dem Passwort „Usbekistan” kann man sich die usbekischen Beiträge hier ansehen:

Kurzfilm „Überrachung” auf Vimeo
Kurzfilm „Lg Usb.” auf Vimeo
Datum: 07.05.2012
Quelle: Goethe-Institut Taschkent
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