Archiv 2012

Von Äthiopien bis Südafrika: PASCH-Schulleiter vernetzen sich


Vom 22. bis 25. Februar 2012 fand die erste PASCH-Schulleiterkonferenz des anglophonen Afrikas in Nairobi statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vernetzung der PASCH-Schulen und der Austausch über zukünftige Aktivitäten.

Von Äthiopien bis Südafrika, von internationalen Privatschulen bis staatlichen Eliteschulen, von der Grundschule bis zur Berufsschule – in kaum einer Region ist das Profil der PASCH-Schulen und des schulischen Deutschunterrichts so heterogen wie in Subsahara-Afrika. Doch in der Diversität liegt gerade das Potenzial für einen aktiven Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerschulen in der Region. Neben den Deutschschülern und ihren Lehrern sind es vor allem die Schulleiter der 49 FIT-Schulen in der Region, die über den Erfolg und die Nachhaltigkeit der PASCH-Fördermaßnahmen entscheiden.

Aus diesem Grund lud das Goethe-Institut Nairobi in diesem Jahr die PASCH-Schulleiter/innen aus 10 Ländern des anglophonen Afrikas zu einer zweitägigen Konferenz, um sich über ihre Erfahrungen rund um das Schulfach Deutsch auszutauschen und gemeinsame Vernetzungsprojekte zu entwickeln.

Begrüßung durch die Deutsche Botschafterin

Am Vorabend der Konferenz begrüßte die Deutsche Botschafterin in Kenia, Margit Hellwig-Bötte, die angereisten Delegierten bei einem Empfang im Goethe-Institut Nairobi. Die Botschafterin, selbst einmal Lehrerin, konnte sich sehr gut in die Rolle der Deutschlehrer und Schulleiter versetzen, die neben den pädagogischen Zielen in der Regel viele organisatorische und logistische Herausforderungen an einer Schule zu bewältigen haben. Bleibt da noch Platz für die Förderung einer einzelnen Fremdsprache? „Ja unbedingt“, sagte die Botschafterin und betonte aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Erlernen einer Fremdsprache für die Entwicklung eines jungen Menschen ist und welche beruflichen Perspektiven sich vor allem mit der deutschen Sprache bieten.

Aufbruchsstimmung durch PASCH

Die Konferenz begann mit einer Einführung in die weltweite Entwicklung der PASCH-Initiative durch Lena Schwerdtner, die als PASCH-Referentin aus der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts angereist war. Ein Schwerpunkt des ersten Tages war die Vorstellung der FIT-Schulen in der Region. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmer/innen, wie der Deutschunterricht an ihrer Schule umgesetzt wird und wie sich PASCH-Fördermaßnahmen wie z. B. die Ausstattung des Deutschraums oder Jugendkurs-Stipendien für die Schüler quantitativ und qualitativ auf das Schulfach ausgewirkt haben.
Trotz der Vielfalt der Schultypen vermittelten die Erfahrungsberichte der Schulleiter/innen einen Eindruck von der positiven Aufbruchsstimmung und dem nachhaltigen Erfolg, der sich seit der Aufnahme der Schulen in das PASCH-Netzwerk im Deutschunterricht eingestellt hat. An allen Schulen erzeugten die Maßnahmen des Goethe-Instituts ein positives Umfeld für das Erlernen der deutschen Sprache und auch die Begeisterung für Deutschland und seine Bildungswege hat maßgeblich zugenommen.

Neben dem flächendeckenden Erfolg, der sich nach 4 Jahren PASCH in vielen Bereichen des Deutschunterrichts und der Fremdsprachenpolitik zweifelsohne feststellen lässt, benannten die Schulleiter/innen aber auch Herausforderungen wie der Mangel an Deutschlehrern, die unzureichende Verankerung von Deutsch im nationalen Curriculum oder die Konkurrenz durch andere Fremdsprachen wie Französisch und Chinesisch.

Von der PASCH-Schule auf eine deutsche Universität

Neben den Informationen über die Entwicklung von PASCH in der Region Subsahara-Afrika und der Vorstellung ausgewählter Projekte lag das besondere Augenmerk der Schulleiter auf den beruflichen Perspektiven, die sich ihren Schülern mit Deutsch eröffnen. Der Leiter des regionalen DAAD-Büros, Christoph Hansert, zeigte eindrucksvoll die vielfältigen Studienmöglichkeiten und die hohe akademische Qualität der deutschen Universitätslandschaft. Ergänzt wurde das Thema ‚Studieren in Deutschland’ durch einen Überblick von Sabine Brachmann (GI Nairobi), die aufzeigte, wie für Absolventen der afrikanischen PASCH-Schulen der Weg vom Schulabschluss im Heimatland hin zu einem möglichen Studienbeginn in Deutschland sprachlich und fachlich überbrückt werden kann.

Vernetzung quer über den Kontinent

Abschließend diskutierten die Konferenzteilnehmer/innen Möglichkeiten der virtuellen und realen Vernetzung und gaben viele wertvolle Ausblicke in mögliche, zukünftige Austauschprojekte im Rahmen von PASCH in der Region.

Als Anstoß für die Vernetzung der Partnerschulen in der Region war das Schulleitertreffen bereits jetzt ein voller Erfolg. Nach zwei Tagen gefüllt mit Informationen, neuen Ideen und Kontakten reisten die Delegierten an ihre Dienstorte zurück, an denen sie den Deutschunterricht nun „durch die PASCH-Brille sehen werden“, wie John Kazibwe, Schulleiter der Mengo Senior School in Uganda, betonte.

Datum: 06.03.2012
Quelle: Goethe-Institut Nairobi
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