Archiv 2012

Mit Liedern und Reimen lernen die Jüngsten am effektivsten


Wie schafft man es, auch die jüngsten Deutschlerner zu motivieren, wenn sie nur im Kindergarten und nicht auch im Elternhaus Deutsch sprechen?

Diesen und anderen Fragen gingen 25 Erzieherinnen und ein Erzieher von fünf Deutschen Auslandsschulen in Mexiko auf einer Fortbildung im ZfA-Ressourcenzentrum in Mexiko-Stadt auf den Grund.

Die Erzieherinnen und Erzieher waren von den drei Hauptstadt-Schulen sowie aus Puebla und Guadalajara ins Ressourcenzentrum der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) am Campus Xochimilco der Deutschen Schule Mexiko gekommen. Thema der dritten Fortbildung in Zusammenarbeit von ZfA und Deutschem Akademischen Austauschdienst (DAAD): die phonologische Bewusstheit im frühen Spracherwerb.

„Sprachen müssen emotional erlebt werden", erklärte Dr. Nils Bernstein, DAAD-Lektor an der UNAM-Universität von Mexiko. Wichtig dabei: „In beiden Sprachen muss getröstet und gelobt, aber auch ermahnt werden."

Potenzial von Liedern und Liedtexten

„Die phonetische Ausbildung und das Aussprachetraining sind ständige Herausforderungen der Erzieherinnen und Lehrkräfte im frühen Spracherwerb", erläuterte ZfA-Fachberater Dieter Jaeschke. Gemeinsam mit Nils Bernstein und Jan Fischer, Deutsch-als-Fremdsprache-Leiter der Primaria am Campus "La Herradura", organisierte er die Fortbildung.

„Auf der Basis jüngster Erkenntnisse der Sprachlehrforschung wollen wir das Potenzial von Liedern und Liedtexten bei der Schulung der Aussprache ergründen", so Nils Bernstein. Er erläuterte, wie Lieder Merkfähigkeit und Rhythmus trainieren. Fingerspiele schulen Feinmotorik und Konzentration, die so genannte „Knie-Reiter-Verse" die Grobmotorik. Darüber hinaus räumte der Linguist mit einem Vorurteil auf: „Es ist längst widerlegt, dass das gleichzeitige Erlernen von zwei oder mehr Sprachen Kleinkinder überfordert." Im Gegenteil erfolge der Spracherwerb beinahe mühelos, wenn er denn richtig angeleitet werde.

Dabei spiele Musik eine zentrale Rolle. „Sie spricht die jungen Lernenden mehrkanalig an, regt zur Imitation an und weckt Assoziationen, die für den Spracherwerb produktiv genutzt werden können", erklärte Fischer. Im dritten Teil seines Workshops „Lieder – Rhythmen – Reime" stellte er eingängige Texte und Melodien nicht nur vor, sondern übte sie vor Ort mit den Erzieherinnen ein.

Wie schon in den Vorjahren war die Resonanz der Erzieherinnen sehr positiv. „Die beiden Referenten haben eine Fülle an Anregungen und Wissen vermittelt", lobte Romina Meier, Erzieherin im Kindergarten der Deutschen Schule Puebla. Gern würden die Erzieherinnen künftig zwei Tage lang zusammenarbeiten, um die Fortbildungen durch persönlichen Erfahrungsaustausch zu ergänzen.

Datum: 13.02.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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