Archiv 2012

Sprachdiplomschülerin berichtet über Studium in Berlin


Aneta Buckova, Alumna der Sprachdiplomschule „Gymnasium Na Prazacce“ in Prag, studiert seit dem Wintersemester 2011/12 in Berlin. Während eines Besuchs an ihrer alten Schule berichtete sie über ihr Studium in Deutschland.

Aneta Buckova gehört zum Abiturjahrgang 2011 der von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) geförderten Sprachdiplomschule „Gymnasium Na Prazacce“ in Prag. Ein halbes Jahr vor dem Abitur bestand sie mit hervorragenden Einzelergebnissen auch das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz der Stufe 2. Es gilt als Nachweis der für ein Hochschulstudium in Deutschland erforderlichen Deutschkenntnisse.

Vollstipendium des DAAD

Die Sprachdiplomschülerin erhielt ein Vollstipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und nahm zum Wintersemester ein Studium der Germanistik und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin auf. Insgesamt erhielten nach Auskunft des DAAD im Jahr 2011 124 Bewerber aus 38 Ländern ein solches Stipendium für Absolventen Deutscher Auslandsschulen und Sprachdiplomschulen. Fünf von ihnen kommen aus der Tschechischen Republik.

Während eines Besuchs an ihrer alten Schule berichtete die Alumna in einem 30-minütigen Vortrag von ihren Erfahrungen in Deutschland. Sie gab einen Einblick in das Innenleben ihrer deutschen Universität, in das System von Seminaren, die Funktionsweise der Bibliotheken und erzählte von ihren Erlebnissen in Berlin. Die heutigen Abiturienten und zukünftigen Studierenden waren ganz Ohr, als Buckova auch von den eigenen Ängsten vor dem Wechsel ins Ausland und von den Startschwierigkeiten sprach, von bürokratischen Hürden und davon, welche Hilfestellungen die Universität den ausländischen Studienanfängern anbietet, zum Beispiel Tandempartner, um gemeinsam Sprachen zu lernen.

Interkulturelle Erfahrungen

Wie sieht das Leben in Berlin aus? Und wie ist der typische Alltag einer Studentin? Die Rückfragen der Prager Abiturienten drehten sich auch um das Leben außerhalb der Universität: Wie sind dort die Partys? Wie wohnst du? Wie hoch ist das Stipendium und reicht das zum Leben? Gerne gab Buckova über all diese Dinge Auskunft, um dann wieder zurückzukommen zu dem, was sie den Pragern noch unbedingt berichten wollte: Berlin sei größer als Prag, fast dreimal so groß. Es sei eine internationale, eine multikulturelle Stadt. Die Deutschen seien viel direkter als die Tschechen. Man sage ganz direkt ohne Umschweife, ohne damit jedoch unhöflich oder unfreundlich zu sein, was man will und was man nicht will. Das müsse sie noch lernen.

Zum Schluss warb die Alumna ganz offensiv für das Studium im Ausland, wenigstens ein, zwei Semester mit dem Erasmus-Programm. Wer nicht das Glück habe, mit einem DAAD-Stipendium drei, vielleicht sogar fünf Jahre in Deutschland studieren zu können, der könne sich bei anderen Organisationen um ein Stipendium bemühen. Schon diese ersten drei Monate des Studiums an der Humboldt-Universität haben ihren Horizont um Vieles erweitert, so Buckova. Da sich auch in diesem Schuljahr wieder zwei Schülerinnen des Gymnasiums Na Prazacce um ein DAAD-Vollstipendium bewerben wollen, gab sie im kleinen Kreis noch Tipps zum Motivationsschreiben und ermunterte die beiden, unbedingt diesen Versuch zu unternehmen.

In der Tschechischen Republik werden 28 Sprachdiplomschulen und eine Deutsche Auslandsschule von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 09.02.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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