Archiv 2012

Erstes Direktorentreffen der DSD-Schulen in Korea


Am 8. Dezember 2011 fand in Seoul das erste Direktorentreffen der Schulen, die in Korea das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten, statt.

Christine Barteczko, Fachschaftsberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), nahm die Gelegenheit wahr, um zusammen mit Dr. Hokyeong Rhee vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) IC Seoul den Mehrwert des Programms für Studium und Karriere darzustellen. Fünf Schulleiter waren auf Einladung von Barteczko zur Ewha Girls Highschool gekommen. Dort tauschten sie sich über das seit drei Jahren an sieben koreanischen Highschools und Foreign Language Schools eingeführte DSD-Programm aus und diskutierten über Probleme bei der Umsetzung.

Barteczko stellte die Ziele der ZfA und die mit dem DSD-Programm verbundenen Vorteile für die Schülerinnen und Schüler dar und betonte vor allem, dass es sich hierbei um ein in das Curriculum der Schulen integriertes Lernprogramm handelt, das zu einem weltweit anerkannten Sprachdiplom führt. Das DSD I berechtigt zum Besuch eines Studienkollegs in Deutschland und das DSD II ermöglicht die Aufnahme eines Studiums in Deutschland, ohne dass die zukünftigen Studenten einen Sprachtest – wie für ausländische Studenten üblich – ablegen müssen.

Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus

Jürgen Wöhler, Geschäftsführer der Deutsch-Koreanischen Handelskammer, und Christoph Heider, Chief Financial Officer von Bayer Korea, machten deutlich, dass Englisch zwar eine Standardvoraussetzung ist, Deutsch als weitere Fremdsprache aber dazu führt, dass der zukünftige Bewerber sich positiv von anderen Konkurrenten um einen attraktiven Arbeitsplatz abheben wird. Also: Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus!

40 Prozent der Importe aus der EU nach Korea kommen aus Deutschland. Mehr als 700 deutsche Firmen sind in Korea angesiedelt, bereits 100.000 Koreaner arbeiten in deutschen Unternehmen. Umgekehrt ist Deutschland das Investitionsziel Nr.1 für koreanische Firmen.

Ferner: Deutsche Unternehmen greifen seit einigen Jahren immer häufiger auf Koreaner zurück, wenn es darum geht, verantwortungsvolle Positionen in koreanischen Niederlassungen zu besetzen. Der ideale Bewerber ist gut ausgebildet, spricht perfektes Englisch und hat die Fähigkeit, mit den deutschen Mitarbeitern vor Ort, aber auch mit den Kollegen der Unternehmenszentralen in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf Deutsch zu kommunizieren. „Interkulturelle Kompetenzen sind enorm wichtig, denn diese ermöglichen es, sowohl die deutsche als auch die koreanische Perspektive einzunehmen und damit häufige Missverständnisse, die auf die unterschiedlichen Kulturen zurückzuführen sind, und dadurch entstehende Reibungsverluste zu vermeiden“, erklärt die Fachschaftsberaterin.

Großes Interesse deutscher Universitäten

Dr. Hokyeong Rhee vom DAAD in Seoul stellte die attraktiven Möglichkeiten eines Studiums an einer deutschen Universität, häufig verbunden mit einem Stipendium, dar. Laut Dr. Rhee haben deutsche Universitäten ein hohes Interesse an koreanischen Studenten – nicht zuletzt wegen der hervorragenden Pisa-Ergebnisse koreanischer Schüler. Es liege eine konkrete Anfrage der Universität Oldenburg vor, die auf dem graduate level, aber auch bei Master- oder Promotionsstudiengängen in allen Disziplinen der Naturwissenschaften hochmotivierte, naturwissenschaftlich begabte Studierende sucht, um diese bei einer international renommierten Forscherkarriere zu unterstützen. Durch ein Patenprogramm werden internationale Studierende bei allen Fragen – auch bei der Bewältigung des Alltags in Deutschland – unterstützt.

Das in Korea noch junge DSD-Programm muss sich noch etablieren. Christine Barteczko wird sich daher u.a. verstärkt um die Anerkennung des DSD an koreanischen Universitäten bemühen.

In Korea werden sieben Sprachdiplomschulen und eine Deutsche Auslandsschule von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 27.01.2012
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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