Archiv 2011

„Der Natur auf der Spur“ – PASCH-Schüler erforschen die Welt der Wälder


Das Jahr 2011 wurde von der UN zum „International Year of Forests“ erklärt. In diesem Rahmen veranstaltete das Goethe-Institut Nairobi ein PASCH-Dschungelcamp für ostafrikanische Schüler.

Im Kibale Forest in Uganda wurde fleißig Deutsch gelernt, viel gespielt, gesungen und gebastelt, und vor allem Umweltbewusstsein gestärkt. Gemeinsam mit Sabine Brachmann, der Expertin für Unterricht am Goethe-Institut Nairobi, Jason Njiraini, Lehrer am Goethe-Institut, und den drei kulturweit-Freiwilligen Clara, Patricia und Lotte machten sich 20 Deutschschüler auf eine anstrengende Reise in den tiefen Dschungel. Dort lauerten viele Gefahren: fiese Ameisen, Busch-Elefanten und komplizierte deutsche Grammatik. Doch die PASCH-Schüler meisterten sie alle und hatten dabei eine Menge Spaß!

Ein ganz gewöhnlicher Tag im Dschungel

Zuerst waren die Schüler ein wenig geschockt: keine luxuriösen Riesenzelte mit Inneneinrichtung, wie man sie von einigen Safaris kennt. Nein, da standen richtige Campingzelte für jeweils zwei Personen! Wer einen Schlafsack mitgebracht hatte, war schon besser dran. An die krabbelnden Besucher musste man sich allerdings gewöhnen. Das gehört nun mal dazu, wenn man in den Wald fährt. Nach dem allmorgendlichen Frühstück an der Feuerstelle wurde erst einmal gepaukt. Aber nicht wie sonst im Klassenraum mit Tafel, Kreide und Lehrbüchern: Jason Njiraini, Lehrer am Goethe-Institut Nairobi, sorgte für lebendigen und kreativen Unterricht. "Stellt euch einmal vor, ihr wärt ein Fluss, ein Wald oder ein Maasai – Wie seid ihr entstanden? Glaubt ihr, dass ihr wichtig seid? Geht's euch gut? Wenn nicht, was kann man dagegen tun?" Fragen, die das Bewusstsein für unsere Umwelt stärken sollen. Die Schüler versetzten sich in ihre Rollen und kamen richtig ins Grübeln. Dass es unserer Umwelt nicht gut geht, kristallisierte sich schnell heraus. Doch was kann man dagegen tun? Gar nicht so leicht zu beantworten. Im Dschungel-Klassenraum wurde auch eine Frau gewürdigt, die ihr Leben lang für Wälder und Umwelt kämpfte. Wer war eigentlich Wangari Maathai? Und was hat sie geleistet? Die Unterrichtshütte wurde langsam immer bunter, überall hingen liebevoll gestaltete Plakate. Und nach dem wohlverdienten Mittagessen wartete auf die PASCH-Schüler ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm.

Ob Schweinestall oder Dschungel-Rallye – Langeweile ist im PASCH-Camp ein Fremdwort!

Bei Kennenlernspielen beschnupperten sich die Schüler zum ersten Mal; Ostafrika hat schließlich viele Facetten. Damit nicht jeder in seiner gewohnten Clique blieb, bildete das PASCH-Team kleinere Gruppen: es gab die Gorillas, die Elefanten, die Ameisen und die Chamäleons, bestehend aus jeweils fünf Schülern verschiedener Schulen. Während des Mittagessens fand bereits reger Austausch zwischen Ruanda, Uganda und Kenia statt. Was in Kenia Ugali heißt, wird in Uganda Pocho genannt, stellte man fest.

Gestärkt vom Mahl ging es nachmittags abenteuerlich zu. An einem Tag begaben sich die Schüler auf Elefanten- und Affenspurensuche in den Urwald, an einem anderen Tag galt es, den Rallye-Schatz zu finden! Die Teams traten gegeneinander an. Hier waren nicht nur Mut und Schnelligkeit, sondern auch Köpfchen gefragt. Die Rätsel waren teilweise ganz schön knifflig und zudem noch auf Deutsch. Aber Herausforderungen spornen bekanntlich noch mehr an. Am Ende strahlte das Sieger-Team, die Elefanten haben den Schatz gefunden! Zum Glück befand sich in der Truhe für alle etwas, so dass sich die enttäuschten Gesichter der anderen Teams ein wenig aufhellten. Nach Waldspaziergängen, Bastelnachmittagen und Wettkämpfen war der Tag im Dschungel aber noch nicht am Ende. Abends fand mal ein gemütlicher Filmabend in der Gemeinschaftshütte statt, mal trat eine ugandische Musikergruppe, die traditionelle Musik zum Besten gab und dazu tanzte, auf, oder man konnte eine fantastische „Rotkäppchen“-Darbietung des neu gebildeten PASCH-Ensembles genießen.

Der Abschied fiel schwer

Im Laufe der Woche sind neue Freundschaften entstanden. Beim letzten gemeinsamen Abendessen lag dann doch etwas Wehmut in der Luft. Obwohl sich alle auf eine schöne heiße Dusche und die Familien freuten, fiel der Abschied nicht leicht und die Abschiedsparty war etwas kurz, da am folgenden Morgen eine frühe Abreise bevorstand. Um 4:30 Uhr wurde es plötzlich lebhaft im Kibale Forest. Zelte wurden geräumt und abgebaut und Busse beladen. Die Busfahrt durch die traumhafte Landschaft war zwar lang, aber die Stimmung bestens. Auf Wiedersehen, Uganda! Vielen Dank für deine Gastfreundschaft!

Datum: 14.12.2011
Quelle: Sabine Brachmann und Lotte Barthelmes, Goethe-Institut Nairobi
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