Archiv 2011

Lesefuchs in Budapest gekürt


„Diese Jugendbücher geben Einblick in deutsche Lebenswelten, sind aktuelle Landeskunde“ – so eröffnete die Leiterin der Deutschen Schule Budapest, Brigitte Cleary, das Budapester Finale des Lese- und Diskutierwettbewerbs 'Lesefüchse International' am 11. November.

Cleary formulierte damit eines der Hauptziele dieses Wettbewerbs, der mit Mitteln des Auswärtigen Amtes als Teil der PASCH-Initiative in neun Ländern Mittel- und Osteuropas durchgeführt wurde: deutsche Jugendliteratur ausländischen Deutschlernern näher zu bringen. Ein weiteres Ziel des von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) ausgerichteten Wettbewerbs ist die Stärkung von sprachlichen und intellektuellen Fertigkeiten, wie z.B. Meinungsbildung und Debattierfähigkeit.

Der Lesewettbewerb begann im Februar mit dem Versand von fünf Wettbewerbsbüchern an die teilnehmenden Schulen. In der Budapester Finalveranstaltung wurden nun der ‚Lesefuchs International' und das Lesefuchs-Buch des Jahres gewählt. In der Aula des Thomas-Mann-Gymnasiums konnten sich ca. 150 Schüler und Gäste ebenso wie die Jurymitglieder der Deutschen Botschaft, des Goethe Instituts, des DAAD, der Deutschen Schule und der ZfA ein Bild vom Können der fünf eingeladenen Finalistinnen und Finalisten machen.

Niveauvoll präsentierten und diskutierten die Sprachdiplom-Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren aus Georgien, der Slowakei und Ungarn ihre jeweiligen Finaltitel. Das von Michál Molnár aus der Slowakei vorgestellte Buch 'Zebraland' von Marlene Röder gewann dabei mit großem Abstand die Publikumsgunst und wurde zum 'Lesefuchs-Buch des Jahres' gewählt. Es ist ein spannender Roman über Schuld und Sühne einer Jugendclique, die Fahrerflucht begeht.

Ehrlicher Blick auf Deutschland

Bereits in Schul-, Regional- und Landesfinalen waren die Finalisten als Gewinner unter mehr als 500 Schülerinnen und Schülern ausgewählt worden. Nun behaupteten sie sich in einer lebhaften Diskussion gegeneinander. Projektleiter und Moderator, Dr. Jürgen Laun von der ZfA, fragte, ob man sich als jugendlicher, internationaler Leser durch die Problemthemen der Bücher wie z.B. Hartz IV, Drogenkonsum, Mobbing und Ausländerhass nicht von Deutschland abgestoßen fühle. Doch die Schülerinnen und Schüler, wie zum Beispiel der Ungar Mátyás Ökros aus Budapest, konnten das nur verneinen. Er bevorzuge einen ehrlichen Blick auf Deutschland und wisse, dass Literatur sich gern mit überhöhten Themen beschäftige, um interessant zu bleiben.

Martina Litterst-Gabela von der deutschen Botschaft fasste die schwere Juryentscheidung zusammen: „Wir kritisieren hier auf hohem Niveau. Alle Fünf sind bereits Gewinner.“ Daher erhielten auch alle fünf Lesefüchse einen von der ZfA gestifteten Buchpreis, bevor die Veranstaltung mit der Bekanntgabe des Lesefuchses des Jahres endete: Ákos Modolo vom Sándor-Petöfi-Gymnasium im ungarischen Mezöberény hatte Jury und Publikum von sich überzeugt.

Insgesamt nahmen knapp 1.500 Sprachdiplom-Schülerinnen und Schüler aus dem Baltikum, Belarus, Georgien, der Mongolei, Russland, der Slowakei und Ungarn am Wettbewerb teil. Wegen der großen Beteiligung gab es noch eine weitere Finalrunde in Moskau.

Datum: 24.11.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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