Archiv 2011

Deutsch-indisches Klassenzimmer: Für jeden in der Gesellschaft da sein


Zwei Wochen Indien: Dieses außergewöhnliche Erlebnis hatten kürzlich 18 Schüler des Johann-Schöner-Gymnasiums Karlstadt im Rahmen ihres deutsch-indischen Austauschsprogramms.

Das Projekt der beiden Schulen, „Soziales Engagement in Indien und Deutschland“ ist eines von fünf Pilotprojekten, die von der Robert Bosch Stiftung ausgewählt wurden. Allen teilnehmenden Schulen eines Bosch-Programms wird finanzielle Unterstützung gewährt. Es sei ein Privileg, so Direktor M.I. Hussain bei der Abschlussveranstaltung, am Deutsch-Indischen Klassenzimmer teilnehmen zu dürfen.

Schülerbegegnung

Sie besuchten ihre Partnerschule, die Delhi Public School Mathura Road in Indiens Hauptstadt New Delhi. Es handelte sich dabei um die erste Auflage des Deutsch-Indischen Klassenzimmers, einem Kooperationsprojekt des Goethe-Instituts/Max Mueller Bhavan New Delhi und der deutschen Robert Bosch Stiftung. Dieses Programm sieht eine einjährige gemeinsame Projektarbeit zwischen beiden Gruppen sowie zwei Austauschphasen vor – Nitu Bakshi und Renu Bibra waren auf indischer, Stephanie Klotz und Ulrich Hornung auf deutscher Seite für die Schülerbegegnung in New Delhi verantwortlich.

Als Ehrengäste erschienen Mr. Ashok Chandra, Chairman der DPS Society, vonseiten des Goethe-Instituts/Max Mueller Bhavan New Delhi die Projektkoordinatorin „Internationale Schülerbegegnungen“ Dr. Juliana Glöckler-Fuchs und Frau Alicia Padrós, Referentin für Sprachkurse der Region Südasien. Deutschland und Indien hätten schon immer eine starke Beziehung gehabt, doch darauf solle man sich mit Blick auf die Zukunft nicht ausruhen, betonte Ashok Chandra: „Wir müssen unsere Kulturen und Zielsetzungen noch besser kennenlernen“, sagte er. Dazu seien die indisch-deutschen Schulpartnerschaften genau das richtige Mittel.

Einjährige Projektarbeit

Die Ergebnisse der einjährigen intensiven Projektarbeit wurden in mehreren Präsentationen vorgestellt. Deren Ziel war es, die Schüler für die Situation von Benachteiligten in der Gesellschaft nachhaltig zu sensibilisieren. Während des Besuchs der indischen Schüler in Karlstadt begleiteten beide Gruppen die Arbeit der Hilfsorganisation Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Außerdem nahmen sie an den Aktivitäten der Sant’Egidio-Friedensschule für sozial Benachteiligte in Würzburg teil. In New Delhi arbeiteten die Jugendlichen mit Schülern der von der DPS Mathura Road unterstützten DPS Ibtida Shiksha Kendra, in der Kinder vom äußersten Rand der Gesellschaft die Chance auf eine Schulausbildung bekommen. Die Karlstädter gaben u.a. eine Deutschstunde und brachten den Schülern den Kinderlied-Klassiker „Alle meinte Entchen“ bei. In einer Blindenschule sprachen sie mit den Schülern und waren beeindruckt vom Können und Organisationstalent der ganz bis teilweise Erblindeten. Nun wissen die Karlstädter, wie das lateinische Alphabet und die Zahlen in Blindenschrift aussehen. Empirische Arbeiten in einem Alten- und einem Behindertenheim stellten einen weiteren Schwerpunkt des Programms in Indien dar.

Kulturprogramm

Ausflüge führten die deutschen Gäste nicht nur nach Jaipur und Agra, sondern auch in die Pilgerstadt Rishikesh zum Fuß des Himalaya. Im Abschlussprogramm zeigten sie in kurzer Zeit erlernte Yogatechniken. Beide Gruppen begeisterten das Publikum mit traditionellen Tänzen. Da die Besucher aus Karlstadt einen Tag nach Diwali zur Schülerbegegnung angereist waren, präsentierten die Gastgeber eine Darstellung dieses in Indien sehr wichtigen Lichterfestes. Beste Unterhaltung bot ein Puppentheater von jungen Deutschlernern der DPS Mathura Road, die die Geschichte des Wettrennens zwischen Frau Hase und der Schildkröte nacherzählten. Ihre Erlebnisse in Indien in Worte brachten die Karlstädter Schüler schließlich in ihrer eigenen Version des Rod-Stewart-Klassikers „Sailing“.

Datum: 08.11.2011
Quelle: Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi

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