Archiv 2011

Von- und miteinander lernen: indisch-deutsche Schülerbegegnung


Rund 7.000 Kilometer – eine Reise um die halbe Welt – hat sich vollends gelohnt für 14 Schüler der Staatlichen Realschule Haag.

Aus dem kleinen Ort in Oberbayern ging es im Oktober zu ihrer Partnerschule DPS Sushant Lok in Gurgaon bei Delhi. Zweieinhalb Wochen lang fand eine neue Austauschrunde innerhalb des Programms Indisch-Deutsche Schülerbegegnungen statt, koordiniert vom Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan New Delhi.

Abfallentsorgung in Indien und Deutschland

Das Projekt der Schüler: Die Organisation der Abfallentsorgung in Indien und Deutschland. Dazu leisteten die Schüler in und um Gurgaon reichlich empirische Arbeit. So besuchten sie Tara, eine Papierrecyclinganlage, den Rajiv Gandhi Renewable Energy Park, den Earth Sense Recycle in Gurgaon und das ITC Green Center. Zudem forschten sie nach, was mit Haushaltsmüll und biomedizinischem Abfall aus Krankenhäusern passiert.

Die großen Probleme bei der Abfallbeseitigung in Indien führten die Gruppen auf verschiedene Faktoren zurück, die sie während der Abschiedsfeier in der Aula der Delhi Public School vorstellten. Die wachsende Bevölkerung bedeute mehr Konsum, was in größere Abfallmengen münde. Bedingt durch Armut und Analphabetismus fehle vielen Menschen das Bewusstsein, wie sie mit ihrem Müll verantwortlich umgehen könnten. Die Regierung solle mehr Aufklärungsarbeit leisten, bessere Technologien zur Abfallbeseitigung vorantreiben und bei Missbrauch Strafen verhängen.

Gemeinsam an einem Projekt arbeiten

Durch das Programm Indisch-Deutsche Schülerbegegnungen sollen die Schüler lernen, Wege zu finden, miteinander an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Außerdem sollen sie durch die Teilnahme am Schulleben und den Aufenthalt in einer Gastfamilie die Ausbildungs- und Familienstruktur eines fremden Landes kennenlernen. Alle Schüler hätten viel für die Zukunft gelernt, so Direktorin Dr. Ruchi Seth. Die Schülerbegegnung sei zusätzlich ein Anstoß dafür, ein Bewusstsein für die im Projekt behandelten Probleme zu entwickeln. Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen sollen die Schüler auf ihrem zukünftigen Weg begleiten und in ihrer Persönlichkeit stärken.

Gestärkte Partnerschaft

„Die Erinnerungen werden lange fortbestehen“, prophezeite Dr. Seth, die im Juni selbst in Haag war. „Die Partnerschaft zwischen unseren Schulen ist stärker und lebhafter geworden“, betonte sie.Derselben Meinung waren die deutschen Begleitlehrer Daniela Nuck und Andreas Kunz, die sich freuten, dass alles reibungslos verlaufen war. Das Band zwischen den Schülern wurde zudem bei einem gemeinsamen Fußballspiel und der Anfertigung von Rangoli (Dekorationstechnik für Böden) gestärkt.

Die Austauschphase in Gurgaon stellt somit eine erstklassige Basis für den Besuch der indischen Schüler in Haag dar – im nächsten Frühjahr ist es soweit.

Datum: 07.11.2011
Quelle: Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi

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