Archiv 2011

Weltsprachenkongress in Denver


Denver, Colorado. Quasselstrippe und Firlefanz, Augenstern und Abendrot: Die Möglichkeit, ein deutsches Lieblingswort auf eine Papiertüte zu stempeln, lockte beim ACTFL-Weltsprachenkongress vom 17. bis zum 20. November in Denver viele Besucher an den Messestand der ZfA.

„Der Jahreskongress des US-amerikanischen Fremdsprachenverbandes ist das jährlich wichtigste Forum für Sprachlehrer und -dozenten auf dem nordamerikanischen Kontinent“, erklärt Dieter Jaeschke. Er ist einer von sechs derzeit in Nordamerika tätigen Fachberatern und Koordinatoren für Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes. Die ZfA-Fachberaterinnen und Fachberater nutzten die Gelegenheit, sich mit den Partnern von Goethe-Instituten, Deutschem Akademischen Austauschdienst (DAAD) und Deutscher Welle, aber auch mit vielen Lehrkräften der von der ZfA betreuten Schulen und Highschools auszutauschen und gemeinsam neue Projekte zu planen.

„Obwohl Deutsch als Fremdsprache (DaF) mit Spanisch und Chinesisch sehr ernstzunehmende Konkurrenten hat, ist es immer noch die am dritthäufigsten gelernte Sprache in den USA“, betonte Andrea Christ von der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft Washington bei einem Treffen mit Vertretern des Amerikanischen Deutschlehrerverbandes (AATG) zum Auftakt des Kongresses. „Das ist vor allem unseren Sprach- und Kulturmittlern zu verdanken, die ein gemeinsames Strategiepapier entwickelt haben und unermüdlich an einem Strang ziehen, um die darin gesetzten Ziele zu erreichen.“

Mit der „Zentralen Deutschprüfung A2“ und den beiden Stufenprüfungen des Deutschen Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz ist die ZfA an vielen Samstagsschulen und Highschools in den USA und Kanada sowie an einigen „Colegios“ in Mexiko präsent. Außerdem werden die sogenannten „Immersionsschulen“ mit regelmäßigen Lehrerfortbildungen unterstützt. „Es ist daher wichtig für uns, bei ACTFL präsent zu sein und viele der Partner und Kollegen zu treffen, mit denen man sonst überwiegend per E-Mail zu tun hat“, begründet Gert Wilhelm, ZfA-Fachberater in Washington, das Engagement der ZfA.

Vorhang auf für Deutsch

Wilhelm traf sich beispielsweise mit einigen der DaF-Lehrkräfte, deren Schülertheater-Produktionen für das Projekt „Vorhang auf für Deutsch: märchenhaft“ ausgewählt worden sind. Nach einem Aufruf der ZfA hatten Lehrerinnen und Lehrer aus den ganzen USA Exposés für die Adaption von Märchen eingereicht. 20 wurden angenommen, sie werden derzeit inszeniert und auf DVD aufgenommen. Eine Jury wird die originellsten Produktionen für drei Hauptpreise und einen Sonderpreis nominieren. „Ich freue mich, dass mit Sara Höfler auch eine Kollegin dabei ist, die in Orlando an einer Förderschule für autistische Kinder unterrichtet“, so Wilhelm. Die Videoclips werden vom Goethe-Institut Chicago auf einer Youtube-Plattform veröffentlicht. Die Gruppe, deren Video die meisten „Klicks“ einheimst, erhält den Sonderpreis. „Ein schönes Beispiel für die gute Zusammenarbeit von ZfA und Goethe-Institut in den USA“, betont Gert Wilhelm.

Die ZfA-Fachberater wollen zudem ihre eigene Vernetzung vorantreiben. „Bei Fortbildungen und Seminaren der Kolleginnen und Kollegen möchten wir uns gegenseitig häufiger als Referenten aushelfen“, erklärt Frank Duscha, ZfA-Fachberater in Los Angeles, der den Messeauftritt für die ZfA organisiert hat. Sein Koordinatoren-Kollege in Mexiko-Stadt, Dieter Jaeschke, ergänzt: „Einmal ausgearbeitete Workshops und Impulsvorträge können dadurch mehrere Adressaten erreichen.“ So wurden bei den Planungsgesprächen auch die Schwerpunkte der nächsten Fortbildungsveranstaltung für Sprachlehrer an Samstagsschulen im Juni 2012 in San Francisco festgelegt.

Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer kamen an den ZfA-Messestand, um sich mit „ihren“ Fachberatern auszutauschen – und das ein oder andere deutsche Wort, die ein oder andere Redewendung auf Papiertüten zu stempeln. „Die Seele baumeln lassen“, so eine der Wendungen, konnte man bei dem quirligen Treiben am Stand zwar nicht. Dafür konnten sich die Besucher mit deutscher Schokolade stärken. Birgit Zirner-Heulmanns von der Samstagsschule in Charlotte, North Carolina: „Vom Lieblingswort bis zur Lieblingsschokolade, die ZfA stärkt Herz und Hirn.“

Datum: 25.11.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

PASCH-net und Social Media