Archiv 2011

„Die Deutschen Auslandsschulen sind wie Edelsteine“ – Parlamentarischer Abend zum Auslandsschulwesen


Neben Euro-Rettungsschirm und Hebelwirkung gab es noch andere Themen im politischen Berlin dieser Tage. Eines davon: die Deutschen Auslandsschulen und ihre Bedeutung für den Studien- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes hatte am 27. Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in die ungarische Botschaft geladen.

Neben Abgeordneten des Deutschen Bundestages kamen hochrangige Vertreter aus dem Auswärtigen Amt und dem internationalen Bildungs- und Hochschulbereich in der ungarischen Botschaft zusammen. Kein Ort im Zentrum Berlins war für diesen Parlamentarischen Abend besser geeignet.

„Die Deutschen Auslandsschulen sind wie Edelsteine“, betonte der ungarische Botschafter Dr. Jószef Czukor. Er würdigte nicht nur die intensiven deutsch-ungarischen Beziehungen, sondern auch die sich dynamisch entwickelnde deutsche Auslandsschularbeit in Ungarn. Deren aktuelle Bedeutung stellte Frau Dr. E. Knab, Vertreterin der Firmenschule Audi-Hungaria Györ, beispielhaft dar.

Auslandsschulwesen als 17. Bundesland im Bildungsbereich

„In unseren Auslandsschulen begeistern wir junge Menschen für die deutsche Sprache und öffnen ihnen Türen zur deutschen Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft“, unterstrich Jutta Frasch, stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur- und Kommunikation im Auswärtigen Amt. Zahlenmäßig verfügt das Auslandsschulwesen mit seinen über 350.000 Schülern an Deutschen Auslandschulen bzw. Deutschlernern an Sprachdiplomschulen über mehr Schüler als Schleswig-Holstein. „Man könnte sagen, das Auslandsschulwesen ist schulisch gesehen das 17. Bundesland“, so Frasch.

Hier setzte Wolfgang Petersson, Vizepräsident des Bundesverwaltungsamtes, an: „Ich bin sicher, dass die hervorragend ausgebildeten Absolventen der Deutschen Schulen mit ihrer Zwei- oder Mehrsprachigkeit und ihrer bereits erprobten interkulturellen Kompetenz eine echte Bereicherung nicht nur an unseren Hochschulen, sondern auch in ihrem späteren Berufsleben für uns in Deutschland sein werden.“

Alumni überzeugen

Wie gut das funktionieren kann, demonstrierten drei anwesende ehemalige Auslandsschüler: Anke Helfrich, ehemalige Schülerin der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek und heute international erfolgreiche Jazzpianistin, Prof. Dr. Jun Okuda, Absolvent der Deutschen Schule Tokyo Yokohama, Lehrstuhlinhaber für Anorganische Chemie an der RWTH Aachen, und Francisco Javier Velázquez Escobar, Chemie-Doktorand an der TU Berlin von der Deutschen Schule Alexander von Humboldt Mexiko.

In der Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Funk, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats der ZfA, überzeugten die Alumni mit perfektem Deutsch und erfolgreichen Lebensläufen. In den anschließenden Gesprächen boten sie den Bundestagsabgeordneten ein aussagekräftiges Bild von der Leistungsfähigkeit der Deutschen Auslandsschulen.

Am Parlamentarischen Abend nahmen außerdem auch Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK), des Direktorenbeirats, des Weltverbandes Deutscher Auslandsschulen (WDA) sowie der International Baccalaureate Organization teil. Ebenfalls vertreten waren der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sowie der Zusammenschluss der neun führenden technischen Universitäten in Deutschland (TU 9), die die wertvolle Zubringerfunktion der Deutschen Auslandsschulen und Sprachdiplomschulen für die Hochschulen in Deutschland aufzeigten.

Datum: 04.11.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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