Archiv 2011

Bildungsministerin Schavan besucht Deutsche Schule Tokyo Yokohama

Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan absolvierte viele Stationen auf ihrer Japanreise Anfang Oktober. Eine davon lag ihr besonders am Herzen: der Besuch in der Deutschen Schule Tokyo Yokohama.

„3. Oktober 1990: ‚Sieg der Freiheit über die Unfreiheit.’“ So lautete die Antwort von Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, auf die Frage von Schülersprecher Kai Pankau, was ihr der 3. Oktober bedeute. Während man in Deutschland den 3. Oktober 2011 als Feiertag beging, bekamen die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Tokyo Yokohama (DSTY) hohen Besuch aus Deutschland. Ausdrücklich hatte sich die Ministerin, bei ihrer Japanreise ein Gespräch mit Oberstufenschülern gewünscht. Das Protokoll sah dafür 30 Minuten vor.

Aber eine Ministerin lässt auch einmal das Protokoll beiseite, wenn ihr etwas am Herzen liegt. Im Gespräch erkundigte sie sich interessiert, wie es den angehenden und künftigen Abiturienten nach der Reaktorkatastrophe vom 11.03.2011 geht: Man fühle sich sicher und gut aufgehoben und sei gerne nach der Sommerpause nach Japan gekommen. Christian Gutow, 11. Klasse, merkte an, dass die Ausstattung und die Qualität des Unterrichts besser seien als in seiner vorherigen Schule in Schleswig-Holstein. Auch André Schnelle ist gerne wieder nach Japan zurückgekehrt. Jedoch bedauerte er, dass fünf seiner 17 Mitschüler ihr Abitur nun in Deutschland machen. Bei diesem Diskussionspunkt wurde klar, dass jede Familie für sich selbst die Entscheidung fällen musste, in Deutschland zu bleiben oder nach Japan zurückzukommen.

Brückenbauer in zwei Kulturen

Ministerin Schavan interessierte sich besonders für das Sprachenkonzept der Schule und war beeindruckt, dass die DSTY Bilingualität und Biliteralität so verwirklicht, dass jedes Jahr etwa ein Drittel des Jahrgangs das Fach Japanisch als schriftliches Abiturprüfungsfach wählt. Sie ermutigte die Schüler, diesen Weg weiter zu gehen. Wer in zwei Kulturen zuhause sei, könne Brückenbauer in Wirtschaft und Gesellschaft sein. Die mitreisenden Professoren bestätigten dies und bescheinigten den DSTY-Schülerinnen und -Schülern beste Berufsaussichten, wenn sie in Deutschland studierten, z.B. eine Naturwissenschaft.

Zum Schluss bedankten sich die Schülerinnen und Schüler bei der Ministerin für ihren Besuch in Japan. In einer Zeit, in der Japan aus deutscher Perspektive fast nur im Zusammenhang von Mehrfach-Katastrophen wahrgenommen werde, sei ein Besuch einer Bundesministerin ein echtes Zeichen von Solidarität.

Nach dem Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern nahm sich die Ministerin Zeit für einen Meinungsaustausch mit der Schulleitung. Sie unterstrich dabei deutlich die Wichtigkeit eines internationalen Profils für eine deutsche Schule – nicht nur – im Ausland, wozu auch bestimmte Bildungsangebote gehören, z.B. das International Baccalaureat.

Die Deutsche Schule Tokyo Yokohama gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 29.09.2011
Quelle: ZfA

PASCH-net und Social Media