Archiv 2011

Deutschlehrerkongress in Quito

Im Vorfeld zum ersten Deutschlehrerkongress für die Andenländer in Quito versammelten sich 23 LehrerInnen aus 15 PASCH-Schulen aus fünf Ländern zu einem zweitägigen PASCH-Seminar im einzigzigartigen Quito.

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft veranstaltete der DAAD gemeinsam mit dem Goethe-Zentrum „Casa Humboldt“ vom 21. bis 24. September den ersten Deutschlehrerkongress für die Andenländer in Quito. Bereits zwei Tage vor der Einschreibung zum Kongress herrscht im Veranstaltungsraum der Casa Humboldt reges Treiben. 23 Lehrerinnen und Lehrer aus 14 PASCH-Schulen aus fünf Ländern haben sich zu einem zweitägigen PASCH-Seminar im einzigartigen Quito eingefunden. An mehreren Tischen haben sich Arbeitsgruppen gebildet, wo leidenschaftlich die PASCH-Aktivitäten diskutiert und die Projekte für 2012 vorbereitet werden.

Eine Gruppe macht sich Gedanken über die Inhalte der geplanten Online-Schülerzeitung und hat auch schon eine zündende Idee für den Namen der Zeitung: „PASCH-Explosiv“. Das Thema „Einbindung der Kulturweit-Freiwilligen bearbeiten die beiden soeben aus Berlin vom Einführungsseminar angekommenen Freiwilligen gemeinsam mit den Lehrerinnen der Gutenbergschule und des Liceo Fernández Madrid. Die Vorstellungen der Pädagoginnen, wie sie gerne im Unterricht unterstützt werden möchten, verbinden sich mit den interessanten Projektideen der Freiwilligen zu einer langen Liste an Einsatzmöglichkeiten. Sehr ergiebig ist auch das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Schulvernetzung“. Hier zeigt sich, dass die vom PASCH-Team für 2012 geplanten Kulturprojekte noch um etliche Eigeninitiativen von Seiten der Schulen ergänzt werden. So wirbt Sandra Suarez von der Froebelschule in Cochabamba für die Vernetzung von „BULMUN“, einer Schulolympiade mit langer Tradition in Bolivien.

Neben der Planung der pädagogischen Betreuung an den Schulen wird auch das organisatorisch so komplexe Thema der Jugendcamps angegangen. Nach einer lebhaften Diskussion um Anzahl der “campamentos“, Ort, Zeitraum, Schülerzahl und Transportkosten einigen wir uns darauf, ein großes gemeinsames Ferienlager für die Schüler aus allen fünf Ländern auszutragen. Um den Standort bewerben sich Medellín, Quito und Lima.

Das Seminar endete mit einem äußerst kreativen Stationenlernen zur Landeskunde. Die Trainerin für die PASCH-Schulen Katja Wostradowski lud die LehrerInnen ein auf eine spielerische Reise durch Deutschland mit Würfeln, Memory und Brettspielen. Es wurde der Begriff „ludisches“ Deutschlernen geprägt, abgeleitet von spanischen Wort lúdico (= spielerisch). Aber auch pädagogische Fragen wurden diskutiert. Wie viele didaktische Spiele braucht der Schüler? Kann man ohne Grammatik leben? Kann man mit zu viel Grammatik überleben? Die Diskussion zwischen Befürwortern eines grammatikorientierten und eines kommunikativen Unterrichts beendete schließlich Christa Schwanbeck aus Valencia (Venezuela) mit dem schlichtenden Satz: „Man muss erst die Grammatik lernen, sie verstehen und wieder vergessen, erst dann kann man sprechen.“

Der an diesen zwei Tagen intensive und freundschaftliche Austausch unter den Lehrern/innen setzte sich die nächsten Tage während des Deutschlehrerkongresses fort und weitete sich aus auf 300 Teilnehmer aus dem ganzen Kontinent. Das Programm an den vier Veranstaltungstagen war so umfangreich wie vielfältig (www.daad.ec/kongress). Bei Plenarvorträgen, Sektionsarbeiten und Workshops kamen alle auf ihre Kosten: die „Ludischen“ wie auch die Grammatik-Verliebten.

Datum: 06.10.2011
Quelle: Gerhard Salbeck, Goethe-Institut Lima

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