Archiv 2011

Auslandsschulwesen im Mittelpunkt des ersten Internationalen Bildungsfestes in Berlin


Internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung fanden auf Einladung des Auswärtigen Amtes am 8. September im Allianz-Stiftungsforum zusammen, um das Potential des Deutschen Auslandsschulwesens zu diskutieren.

Als „eine tragende Säule unserer Außenpolitik“ bezeichnete Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Bildung sei die wichtigste Ressource in Zeiten der Globalisierung, so Westerwelle, weshalb es sein erklärtes Ziel sei, den Rohstoff Bildung nicht nur im eigenen Land zu fördern: „Mit Hilfe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik baut Deutschland Vertrauen auf und schafft tragfähige Netzwerke.“ Die Gastgeberin, Staatsministerin Cornelia Pieper, betonte besonders die Rolle der Deutschen Auslandsschulen, die „in den letzten Jahrzehnten immer wichtigere Leuchtturm- und Brückenfunktionen für Deutschland im Gastland entwickelt haben“. Ziel des ersten Internationalen Bildungsfestes sei es daher, auch in Deutschland auf das Potential dieser Schulen aufmerksam zu machen. Es solle eine engere Verzahnung zwischen Wirtschaft, Politik und zukünftigen Fachkräften aus dem Ausland herstellen, so die Staatsministerin.

Startschuss für die Exzellenzinitiative innovatives Lernen

Das Bildungsfest gab auch den Startschuss für die vom Auswärtigen Amt initiierte „Exzellenzinitiative innovatives Lernen“, die das Interesse von Schülerinnen und Schülern an einem Studium der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken soll. Weitere Ziele sind die fächerübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz als Voraussetzung für die Teilnahme am Lernen in virtuellen Räumen sowie unternehmerisches Denken. Staatsministerin Pieper zeichnete im Rahmen des Festes fünf Deutsche Auslandsschulen aus, die bereits jetzt durch ihre innovativen Projekte überzeugen (siehe unten). In einem Fachforum diskutierten Vertreter von Bund und Ländern die zukünftige Organisation und Finanzierung des Auslandsschulwesens. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes stellte zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Zusammenschluss der neun führenden technischen Universitäten in Deutschland (TU 9) verschiedene Fördermaßnahmen vor, zum Beispiel Stipendien für Absolventen Deutscher Auslandsschulen. Der DAAD zeigte die wertvolle Zubringerfunktion der Deutschen Auslandsschulen und Sprachdiplomschulen für die Hochschulen in Deutschland auf. In einem weiteren Beitrag hob die Vertreterin eines großen deutschen Automobilkonzerns die Rolle der Deutschen Auslandsschulen für die deutsche Wirtschaft hervor. Interessierte Gäste konnten sich an Informationsständen ausführlich über die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik informieren.

Mehr Eigenständigkeit für die Deutschen Auslandsschulen

Auch in Zukunft werden die Deutschen Auslandsschulen eine wichtige Rolle innerhalb der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik spielen, darüber waren sich die Teilnehmer des Bildungsfestes einig. Das Reformkonzept des Auslandsschulwesens soll dabei dazu beitragen, sie auch weiterhin angemessen zu fördern: „Wir wollen vor allem die Deutschen Auslandsschulen in ihrer Eigenständigkeit stärken. Vorschriften runter, freie Entscheidung rauf, das ist die Kernidee des Reformkonzeptes“, so Joachim Lauer, Leiter der ZfA. Für nächstes Jahr ist bereits ein zweites Bildungsfest geplant, wie Staatsministerin Pieper verkündete. Die Gewinnerschulen der Exzellenzinitiative werden dann ihre abgeschlossenen Projekte vorstellen und das Auslandsschulwesen wird erneut im Mittelpunkt stehen.

Wettbewerb "Exzellenzinitiative innovatives Lernen"

Gewinnerschulen der Exzelleninitiative Projekte
Deutsche Schule Alexander von Humboldt Lima Naturwissenschaftlich-technisches Lernen im Kybernetik-Labor
Deutsche Schule in der Provinz Málaga - Colegio Alemán Juan Hoffmann - Lernen durch Lehren mit digitalen Medien
Deutsche Schule Quito Lernpep mit Web
Deutsche Schule Tokyo Yokohama Pädagogisches Krisenmanagement Kommunikation und Unterrichtsversorgung im Krisenfall mit Hilfe digitaler Medien
Deutsche Schule Villa Ballester in Buenos Aires, Berufsbildungszentrum Kompetenzzentrum Wirtschaft – Installation eines Videokonferenzsystems zur Vernetzung mit den Deutschen Schulen in Argentinien, Uruguay und Paraguay sowie mit den kaufmännischen Berufsschulen in Lateinamerika
12.09.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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