Archiv 2011

Entscheidungsträger aus Nordafrika und Nahost lernen das deutsche Bildungssystem kennen

Vom 24. bis zum 31. Juli 2011 waren sechs Entscheidungsträger aus Bildungsministerien in Nordafrika und Nahost im Rahmen einer Besucherreise zu Gast in Deutschland.

Die Teilnehmenden, die aus Marokko, Tunesien, Ägypten, dem Libanon, Jordanien und Nordirak kamen, reisten in der Besuchswoche nach Berlin und München. Das Programm deckte die unterschiedlichsten Aspekte des deutschen Bildungssystems ab. Simone Jore, Expertin für Unterricht und PASCH-Koordinatorin in Kairo, die die Teilnehmenden auf der Reise begleitete, berichtet rückblickend über Ihre Gedanken zu Beginn der Besucherreise: „Der PISA-Schock – 16 Bundesländer mit 16 verschiedenen Schulsystemen, die Problemfelder des deutschen Bildungssystems ... müssen wir denn immer so selbstkritisch sein? Die Referenten aus Politik und Bildung stellten schonungslos die Schwachpunkte und daraus resultierenden Herausforderungen an das deutsche Bildungssystem dar“.

Den Herausforderungen gestellt

Doch die Teilnehmenden wussten die Offenheit zu schätzen. „Bei uns wird immer nur alles schön geredet, wir sind nicht einmal uns selbst gegenüber so ehrlich. Deutschland hat sich den Herausforderungen gestellt und konkrete Schritte unternommen, damit die Zukunft besser wird – das ist ein gutes Vorbild für uns“, meinte Dr. Rafae Aref, Leiter der Curriculumsabteilung des Bildungsministeriums in Jordanien. Die Besucher beschäftigten sich mit den unterschiedlichsten Fragen: Lernt man Demokratie in der Schule? Wie stark sollten Eltern in den Schulalltag involviert sein? Ist eine Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen an Bildungsinstitutionen eine Heranführung an die Realität der Arbeitswelt oder eine nicht erwünschte Einmischung? Gerade die Thematik der Demokratieerziehung in der Schule stieß bei den Gästen aus der arabischen Welt auf besonderes Interesse.

Besondere Rolle der Schule

So wurde der Besuch beim Landesinstitut für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) zu einem der Höhepunkte des Programms und Gäste und Referenten diskutierten interessiert und intensiv. „Alle Teile der Gesellschaft müssen dazu beitragen, dass die neue Generation zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Bürgern heranwächst. Der Schule kommt hier eine besondere Rolle zu“, meinte Herr Tarek Loussaief, Leiter des Schulwesens in Tunesien. Abgerundet wurde das Informationsprogramm von repräsentativen Terminen, wie einer Einladung des Auswärtigen Amtes und einem Besuch in der Zentrale des Goethe-Instituts in München, bei dem sich die Entscheidungsträger über die PASCH-Initiative informierten. Auf dem Programm standen auch eine Besichtigung des Schlosses Nymphenburg und eine Konzertbesuch im frisch renovierten Cuvilliés-Theater in der Münchner Residenz.

25.08.2011
Quelle: Goethe-Institut e.V.
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