Archiv 2011

„Unternehmen Deutsch“ – Treffen der Akteure im Goethe-Institut Paris


Am 21. Mai 2011 trafen sich die Akteure des Projekts „Unternehmen Deutsch“ zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch im Goethe-Institut Paris.

Auch Vertreter deutscher Unternehmen, die das Projekt unterstützen, waren gekommen, um gemeinsam mit dem Projektteam des Goethe-Instituts, mit den Vertretern von Botschaft und Auswärtigem Amt, mit Partnern wie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk sowie mit Schulleitern, Deutschlehrkräften und nicht zuletzt mit den Schülern selbst eine vorläufige Bilanz zu ziehen.
In ihrem Grußwort betonte Dr. Katharina Ochse vom Auswärtigen Amt die Verknüpfung von Schule, Wirtschaft und Beruf im Rahmen der PASCH-Initiative. Margarete Riegler-Poyet von der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer erläuterte die Relevanz von Deutschkenntnissen vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen. Angesichts der vielfältigen Verbindungen und Handelsbeziehungen sei Deutsch gerade für Franzosen eine Schlüsselqualifikation in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es dann konkret um das Projekt „Unternehmen Deutsch“. In einem lebhaften Austausch, an dem sich auch die Schüler aktiv beteiligten, wurde Bilanz gezogen und die Perspektiven für die Zukunft diskutiert: Was war das Ziel des Projekts? Wie ist es gelaufen? Wie sollte es weitergehen? Nach dem alten Motto „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir…“ verknüpft das Projekt den Deutschunterricht mit der praktischen Notwendigkeit der ersten beruflichen Orientierung.

Die Unternehmen äußerten sich sehr positiv über das Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut. Die Idee, Schüler im Deutschunterricht mit deutschen Firmen in Kontakt zu bringen, wurde allgemein begrüßt. Monika Diekmann-Gottenströter (Miele & Cie. KG), Karen Rehberger (Ernst Klett Sprachen GmbH) und Prof. Heiko Gintz (Volkswagen AG) gefiel vor allem die handlungsorientierte Art, Sprache und landeskundliche Information zu vermitteln. Auch bei den Schülern kam diese Form des Deutschunterrichts gut an: „Ich fand es cool, mit einem echten Unternehmen in Deutschland zu arbeiten“ lautete ein Kommentar.
Zwischendurch zeigte der siebzehnjährige Romain Triquet aus dem Lycée Cassini in Clermont de l’Oise am Beispiel seiner Präsentation zu EADS, wie das Projekt „Unternehmen Deutsch“ im Unterricht umgesetzt wurde. Zum Abschluss wurde ein kurzer Film über drei Schülerinnen gezeigt, die im Rahmen des Projekts“ ein Praktikum in „ihrem“ Unternehmen in Deutschland gemacht haben.
Sowohl die PASCH-Schulen als auch die Unternehmen bestätigten, auch im kommenden Schuljahr wieder am Projekt teilzunehmen.

Was ist „Unternehmen Deutsch“?

„Unternehmen Deutsch“ ist ein Blended-Learning-Projekt des Goethe-Instituts Paris im Rahmen von PASCH, das eine Brücke zwischen dem Thema Wirtschaft und dem Deutschunterricht schlägt. Es gliedert sich in Präsenz-Workshops, die von einer Expertin des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit den Deutschlehrkräften an den Partnerschulen durchgeführt werden, und in Online-Phasen auf der Lernplattform. Voraussetzung sind Deutschkenntnisse auf B1-Niveau.

Aufgabe der Schüler ist es, in Arbeitsgruppen Informationen zu deutschen Unternehmen zu recherchieren und zusammenzustellen. Zu diesem Zweck recherchieren sie auf deutschsprachigen Seiten im Internet. Außerdem kontaktieren sie per Email „echte“ Ansprechpartner in den Firmen. In Arbeitsräumen auf der PASCH-net-Lernplattform werden die Informationen gesammelt und bearbeitet und ein Glossar mit dem notwendigen Wortschatz angelegt. So erweitern die Schüler zugleich ihre Medienkompetenz. Mithilfe der Rechercheergebnisse erstellen die Gruppen dann eine Präsentation. Parallel dazu wenden sie bei einer simulierten Produktentwicklung für das gewählte Unternehmen ihr erlerntes Wissen kreativ an. Besonders engagierte und motivierte Schüler können sich für ein Praktikum in einem der Unternehmen bewerben, das durch ein Stipendium des Goethe-Instituts finanziert wird.

Das Projekt unterstreicht die Bedeutung von Deutsch als Schlüsselqualifikation in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Im Schuljahr 2010/11 haben bereits 200 Schülerinnen und Schüler erfolgreich daran teilgenommen.

Projektverantwortlich:
Catharina Clemens (PASCH-Referentin)
Eva Korb (Lernplattform-Tutorin)



02.06.2011
Quelle:Catharina Clemens, Goethe-Institut Paris, Beauftragte für PASCH
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