Archiv 2011

Erste naturwissenschaftliche PASCH-Schülerkonferenz in Russland


Vom 13. bis zum 14. Mai fand in Akademgorodok/Nowosibirsk in Russland die erste PASCH-Schülerkonferenz statt, bei der Schülerinnen und Schüler Forschungsprojekte auf Deutsch präsentierten.

Eröffnet wurde die PASCH-Schülerkonferenz von Gudrun Steinacker, der Generalkonsulin Nowosibirsks, Julia Elsner, der PASCH- Projektreferentin des Goethe-Instituts Moskau sowie Anja Heß, der Leiterin des DAAD-Informationszentrums Nowosibirsk.

Für die Teilnahme an der Konferenz, die unter dem Motto „Zeige uns deinen Forschergeist“ stand, qualifizierten sich 29 Jugendliche von acht vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen in Moskau, St. Petersburg, Nischni Nowgorod, Samara, Jekaterinburg und Akademgorodok/Nowosibirsk. Die Schülerinnen und Schüler hatten ihre Forschungsprojekte mit Videos und Fotos dokumentiert, welche sie bei der Konferenz zeigten, sie führten Live-Experimente vor und erklärten alles auf Deutsch.

In der Vorauswahlrunde gab es eine große Anzahl von interessierten Schülern und Lehrern, die mit viel Begeisterung die Idee dieses naturwissenschaftlichen PASCH-Projekts in Russland aufgenommen hatten, obwohl man an den Schulen in Russland kaum fächerübergreifend und bilingual Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.

So betont Julia Elsner: „Aus organisatorischen Gründen mussten wir irgendwann Teilnehmerquoten einführen. Im Gegenzug dazu haben wir mehrere interessierte Schülerinnen und Schüler und deren Lehrkräften von anderen PASCH-Schulen aus Nowosibirsk (betreut vom Goethe-Institut und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen) als Gäste in die Konferenz involviert. Insgesamt wurden mehr als 80 Teilnehmer und Besucher der Schülerkonferenz eingeladen und registriert“.

Die Veranstaltung richtete sich an die 15- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler der Abschlussstufe. Eines der Ziele war es, die Rolle der deutschen Sprache als Sprache der Wissenschaft und Forschung zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen.

Schulische Projektarbeiten im Hinblick auf das Studium

Woher stammen dieses große Interesse und die Motivation, an solchen anspruchsvollen Projekten im Rahmen des Deutschunterrichts teilzunehmen?

Bereits im Schulalter erarbeiten viele begabte junge Menschen in Russland im Hinblick auf ihr bevorstehendes Studium interessante Projektarbeiten in den herkömmlichen Fächern wie Physik, Chemie oder Biologie. Oftmals erfolgt dies unter Anleitung ihrer hochqualifizierten Fachlehrkräfte oder in Kooperation mit Hochschuldozenten.

Hinzu kommt, dass viele Schülerinnen und Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache neben Englisch lernen, weil sie einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Deutschland zum Ziel haben.

Die wissenschaftliche Schülerkonferenz ermöglichte es den Schülern, deren Stärken nicht nur im sprachlichen, sondern auch im naturwissenschaftlichen Bereich liegen, erstmalig ihre hervorragenden Forschungsergebnisse auf Deutsch vorzustellen.

Vorbereitung auf die Präsentationen

Bei der Vorbereitung auf die Präsentationen recherchierten die Schüler viel im deutschsprachigen Internet, verglichen deutsch-, russisch- und englischsprachige Publikationen zu ihrem Thema, mussten immer wieder Fachbegriffe nachschlagen und belegten ein deutschsprachiges Präsentationstraining „Wie präsentiere ich auf Deutsch richtig?“

Damit die Veranstaltung für die Teilnehmer spannend blieb, konzipierten die Organisatoren mehrere interaktive Aufgaben für die Jugendlichen: ein naturwissenschaftliches Quiz, Arbeit mit einem deutschsprachigen wissenschaftlichen Dokumentarfilm über Nanotechnologien sowie Planspielaufgaben, die selbständig in den Forschungsgruppen erarbeitet werden mussten. Nicht nur das Fachwissen, sondern auch innovatives und kreatives Denken sowie die sozialen Kompetenzen der Schüler spielten dabei eine besondere Rolle.

Besonderes Interesse für den Studienstandort Deutschland

Bei der Auswertung betonten die Schüler, wie wichtig für sie der Erfahrungsaustausch mit anderen talentierten Jugendlichen im PASCH-Projekt war. Sie erhielten neue Motivation für das weitere Deutschlernen und entwickelten ein besonderes Interesse am Studienstandort Deutschland. „Wir verstehen jetzt, dass Deutsch eine Sprache der Zukunft ist“, war der gemeinsame Kommentar der Schülerinnen und Schüler von der PASCH-Schule SGOAN aus Samara. Auch Frau Steinacker war begeistert: „Was ich gesehen habe, fand ich sehr beeindruckend.“

19.05.2011
Quelle: Julia Elsner, Expertin für Unterricht, Projektreferentin „Schulen: Partner der Zukunft“, Goethe-Institut Moskau

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