Archiv 2011

Deutsche Schule Shanghai: Lernen mit Robotern

Die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes geförderte Deutsche Schule Shanghai startet ein ehrgeiziges Projekt: „Lernen mit Robotern“

Aus welchen Bestandteilen besteht ein Roboter? Mit welchem Programm kann er gesteuert werden? Und was muss man tun, damit er Hindernissen ausweicht? Mit diesen und weiterführenden Fragen haben sich Schüler und Lehrkräfte im Rahmen eines dreitägigen Robotik-Projektes beschäftigt, das vom 15. bis 17. März 2011 unter der Leitung von Experten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes an der Deutschen Schule Shanghai (DS Shanghai) umgesetzt wurde.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Lernen mit Robotern“ ist der Beginn einer ehrgeizigen Initiative: Nicht nur die eigenen Lehrer und Schüler können sich künftig verstärkt mit dem innovativen Thema beschäftigen. Die DS Shanghai beabsichtigt darüber hinaus, als Ressourcen- und Kompetenzzentrum das Wissen, die Erfahrungen und die Kenntnisse im Bereich Robotik auch mit chinesischen Partnerschulen im Raum Shanghai zu teilen.

Im Mittelpunkt des Projektes stand zunächst die Fortbildung von Lehrkräften: Vier Lehrer der DS und weitere sieben von chinesischen Partnerschulen wurden zwei Tage lang geschult. Am letzten Projekttag wurde das Gelernte an Schüler weitergegeben: 13 deutsche Schülerinnen und Schüler tauchten mithilfe von Lego Mindstorms in die Welt der Steuerungstechnik ein und tüftelten stundenlang an ihren eigenen Robotern. „So wenig wie möglich eingreifen“, lautete dabei die Devise der Lehrer. „Die Arbeit mit Robotern ist ein begreifendes Lernen und bietet einen spielerischen Zugang zur Technik“, sagt die Informatikprofessorin Martina Lehser, Hochschullehrerin an der HTW, die das Projekt zusammen mit ihrem Mitarbeiter Benjamin Behringer umgesetzt hat.

Austausch mit Schülern chinesischer Partnerschulen

Manfred Lauck, Schulleiter der DS Shanghai, möchte auf das Initialprojekt so bald wie möglich weitere Aktionen folgen lassen. „Wir werden den deutschen und chinesischen Schülern Gelegenheit geben, sich zu treffen, gemeinsam ihre Robotik-Kenntnisse zu trainieren und sich dabei kennen zu lernen“, sagt er. Wenn es sich bei den chinesischen Schülern um Deutschlernende handele, werde dadurch zudem ihr Sprachlernprozess unterstützt. „Ein weiterer Effekt ist dabei, dass unser kulturpolitischer Auftrag erfüllt wird, die jungen Menschen in unserem Gastland für deutsche Sprache, Kultur und Technik und damit als Mittler zwischen unseren Ländern zu gewinnen“, so Lauck.

Die Auseinandersetzung mit Robotern wird an der DS Shanghai insbesondere im Bereich der Arbeitsgemeinschaften ermöglicht. Denkbar sind laut Lauck darüber hinaus Wettbewerbe, fächerübergreifender Unterricht, die Zusammenarbeit von älteren und jüngeren Schülern oder auch Kinderunis, um noch mehr Talente im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu wecken und fördern.

Die Deutsche Schule Shanghai ist eine der 140 Deutschen Auslandsschulen, die die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
25.03.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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