Archiv 2011

Japan: Deutsche Schule in Tokyo bleibt vorläufig geschlossen

Die Krisensituation in Japan hat sich in den letzten Tagen zugespitzt. Die Deutsche Schule Tokyo Yokohama (DSTY) bleibt bis auf weiteres geschlossen. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer der Schule haben den Großraum Tokyo verlassen. Viele der aus Deutschland vermittelten Lehrkräfte sind ausgereist.

Seit Beginn der Krisensituation stehen Dr. Michael Szewczyk, Schulleiter der DSTY, und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes in engem Kontakt, um gemeinsam die Herausforderungen der kritischen Situation zu meistern. „Im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen für uns alle die Gesundheit und das Wohlergehen der Schülerinnen und Schüler sowie die Fürsorge um die Kolleginnen und Kollegen“, so Rüdiger Hocke, der für Japan zuständige Regionalbeauftragte der ZfA. Auch das Auswärtige Amt und die Auslandsvertretung in Tokyo unterstützen die Schulgemeinde tatkräftig. Viele deutsche Familien haben zwischenzeitlich das Land verlassen, einige Lehrkräfte halten sich im nicht unmittelbar von der Krise betroffenen Süden des Landes auf.

Neben der Sicherheit treibt Schulleiter Szewczyk auch die Sorge um die schulische Versorgung seiner Schüler um. So laufen die Vorbereitungen für die anstehenden Prüfungen weiter. Dr. Szewczyk wird gemeinsam mit der ZfA und der Kultusministerkonferenz die möglichen Vorkehrungen von Deutschland aus koordinieren und die Schulgemeinde zeitnah über wichtige Entscheidungen informieren.

Das Auswärtige Amt hat die Krisenstufe 2A festgelegt, d.h. die Familienangehörigen der elf vermittelten Lehrkräfte können ausreisen. Die ZfA übernimmt hierfür die Kosten. „Der Schulleiter Dr. Szewczyk ist derzeit noch vor Ort und hat am Telefon die Situation als sehr angespannt beschrieben“, berichtet Rüdiger Hocke, der als Regionalbeauftragter in der ZfA unter anderem Japan betreut. Die meisten Deutschen – Eltern, Kinder, Lehrkräfte – seien derzeit bemüht, das Land zu verlassen oder hätten bereits das Land verlassen.

Andere Deutsche Schulen aus dem Netzwerk der Deutschen Auslandsschulen zeigen große Solidarität und bieten ihre Unterstützung an. So ist die Deutsche Schule Kobe bereit, Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, die in Japan bleiben. Die Deutsche Schule Seoul konnte beispielsweise bereits zwei Schüler der DSTY integrieren. Aber auch andere Deutsche Auslandsschulen bieten betroffenen Schülern an, an ihren Schulstandorten beschult zu werden. Die Schulleitung der DSTY und die ZfA bemühen sich in Abstimmung mit den Bundesländern, auch in Deutschland für ausgereiste Schüler ein schulisches Angebot zu finden.

17.03.2011
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen

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