Archiv 2011

Erster ZfA-Redewettbewerb der DSD-Schulen in China


In Chongqing, einer 24-Millionenstadt am Yangtse, fand vom 17. bis 19. Dezember der erste Redewettbewerb der chinesischen Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten, statt. Mechthild Spiegel, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes in Chengdu, organisierte den Wettbewerb.

Zwölf Schülerinnen und Schüler, die sich für die Endrunde des Redewettbewerbs qualifiziert haben, waren aus den drei Verwaltungsbezirken Beijing, Chengdu und Shanghai angereist.  Am Vormittag des 18. Dezembers erhielten die Jugendlichen zusammen mit den begleitenden Lehrkräften eine Jurorenschulung, die ihnen noch einmal die Regeln der Debatte und die Bewertungskriterien nahe brachte. Aufbau und Ablauf des Wettbewerbs lehnen sich eng an die Vorgaben von „Jugend debattiert“ an, ein Format, das in Deutschland und Osteuropa bereits sehr erfolgreich in den Schulen durchgeführt wird.

Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren haben, ob sie zu dem vorbereiteten Thema eine Pro- oder Contra-Position einnehmen sollten, konnten sie die letzten Vorbereitungen treffen, die Eröffnungsrede proben, Formulierungen wiederholen oder noch neue Argumente suchen.

Dann ging der eigentliche Wettbewerb los. Das Debattierthema orientierte sich an einer in China sehr heftig geführten Diskussion über das Problem des Computerspielekonsums von Kindern und Jugendlichen: „Sollen Eltern ihren Kindern das Spielen von Computerspielen verbieten?“ In drei parallel geführten Debatten stritten die Schüler sehr eloquent und regelorientiert über die verschiedenen Aspekte.

In der zweiten Runde am Nachmittag diskutierten die Schüler ein nicht weniger aktuelles Thema: „Sollen Schönheitsoperationen in China verboten werden?“ Hier war der tragische Todesfall eines bekannten Mediensternchens der Ausgangspunkt und die vier Mädchen der Gewinnerrunde machten es den Juroren sehr schwer, zu einer Entscheidung zu gelangen. Yang Xinrui von der Fremdsprachenschule Wuhan ging als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor. Claudia Spahl vom Generalkonsulat Chengdu, die die Jury unterstützte, überreichte der Schülerin die Siegerurkunde und ein Buch als kleine Anerkennung.

Es gab bei dem Wettbewerb aber eigentlich nur Gewinner: „Der Wettbewerb zeigte, dass es an chinesischen DSD-Schulen ein hohes Diskussionspotenzial und viele qualifizierte Debattanten gibt, die mit Freude und Überzeugungskraft argumentieren, zuhören, begründen und sich sprachlich sicher und flüssig ausdrücken können“, freute sich Mechthild Spiegel und ergänzte: „Das Pilotprojekt hat es bewiesen: die chinesischen DSD-Schüler sind bereit für einen jährlich stattfindenden Redekampf!“

12.01.2011
Quelle: ZfA

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