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Residenzprogramm in Usbekistan und Tadschikistan

Museumsprojekt in Nukus.
Das Goethe-Institut Usbekistan organisierte im Oktober ein Residenzprogramm, bei dem vier Fortbildner den Deutschunterricht an verschiedenen PASCH-Schulen begleiteten und Projekte durchführten.


Dass die Schülerinnen und Schüler der 19. Schule in Urgentsch mit Spaß und ohne Zwang Deutsch lernen, war eines der Hauptanliegen Stefan Gellers. Er ist einer der vier Fortbildnern aus Deutschland, die im Rahmen des vom Goethe-Institut Usbekistan organisierten Residenzprogramms drei Wochen an PASCH-Schulen in Duschanbe, Nukus, Fergana und Urgentsch verbrachte.

Modellunterricht von Stefan Geller in Urgentsch.

Zweitägiges Einführungsseminar für Lehrkräfte

Das Programm startete mit einem zweitägigen Einführungsseminar, bei dem sich die Fortbildner mit den Ansprechpartnern der Schulen trafen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sensibilisierten sich dabei gegenseitig für kulturelle Besonderheiten ihrer Herkunftsländer, außerdem informierten die usbekischen und tadschikischen Lehrkräfte über den Unterricht und die vorhandenen Lehrmaterialien an ihren Schulen.

Anschließend reisten die Fortbildnerinnen und Fortbildner gemeinsam mit den Lehrkräften zu den jeweiligen Schulen. Dort begleiteten sie den Deutschunterricht, um einen Einblick in die Unterrichtspraxis vor Ort zu bekommen und mit den Lehrkräften darüber in Auswertungsgesprächen zu reflektieren. Claudia Daems, Fortbildnerin an der Schule 28 in Duschanbe, freute sich über die große Offenheit, die ihr die tadschikischen Lehrkräfte dabei entgegenbrachten. Nicht nur methodisch-didaktische Fragen, sondern auch äußere Hindernisse und Frustrationen wurden in den Gesprächen thematisiert.

Teamteaching mit Aha-Erlebnissen

Lehrerfortbildung in Urgentsch
Neben der Hospitation führten die Lehrkräfte Teamteaching-Stunden zusammen mit den Fortbildnern durch. Katja Becker-Sliwa, Fortbildnerin am Lyzeum Yormozor in Fergana, freute sich besonders über die Aha-Erlebnisse der Lehrkräfte Saydullo und Yoqtxon, mit denen sie zusammen unterrichtete. Durch die gemeinsam realisierten Stunden wurden neue Lehrmethoden direkt in den Unterricht integriert.

Um die Lehrerinnen und Lehrer im methodisch-didaktischen Bereich zu schulen, organisierten die deutschen Gäste drei Fortbildungsseminare. Diese fanden auch über die hospitierten Schulen hinaus großen Zuspruch. Die Workshops boten für die Lehrkräfte aus den jeweiligen Städten und Regionen eine Möglichkeit, sich kennenzulernen und sich über die Arbeit auszutauschen. Die Seminare behandelten Themen wie Unterrichtsplanung, teilnehmeraktivierende Methoden, Nutzungsweise der Lehrwerke und viel Reflexionsarbeit.

Leserallye bei Lehrerfortbildung in Nukus.


Aktive und kreative Spracharbeit

Auch die Schülerinnen und Schüler freuten sich sehr über die muttersprachliche Unterstützung an ihren Schulen. Besonders Mutige suchten sogar das Gespräch mit den Fortbildnerinnen und Fortbildnern und machten mit ihnen kleine Konversationsübungen. Darüber hinaus organisierten die Fortbildner für die PASCH-Schülerinnen und -Schüler verschiedene Projekte. Durch die aktive und kreative Arbeit mit der Sprache motivierte Anja Poller, Hospitantin im PASCH-Lyzeum Nukus, die Schülerinnen und Schüler besonders für den Deutschunterricht. Sie organisierte mit den Lernenden ein Kurzfilmprojekt und trainierte ihren Wortschatz durch das Schreiben und Vortragen von eigenen Raps. Zudem präsentierten die Schüler im Rahmen eines Stadtspaziergangs in Nukus und dem Besuch eines Museums Informationen über verschiedene Sehenswürdigkeiten und Objekte.

Das Programm endete am 20. Oktober mit einer Abschlussevaluation in Taschkent. Die Fortbildnerinnen und Fortbildner sind sich darüber einig, dass das Residenzprogramm die Unterrichtsqualität an den PASCH-Schulen verbessern konnte und die Schülerinnen und Schüler durch die neu erarbeiteten Lehrmethoden und Projekte eine hohe Motivation aufzeigten.
10.11.2017
Heinar Bernt, Experte für Unterricht am Goethe-Institut Taschkent
Lisa Höhn, kulturweit-Freiwillige am Goethe-Institut Taschkent

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