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PASCH-Alumni im Porträt: Flávia Tinôco Araújo

Flávia Tinôco Araújo
Ich heiße Flávia Tinôco Araújo und studiere Jura an der Universität von Bahia in Brasilien. Das Studienjahr 2015/2016 habe ich an der Universität Passau verbracht. Dort habe ich Grundkenntnisse des deutschen Rechts erworben und meine Liebe zu Bayern vertieft.


Das erste Mal war ich im Januar 2011 in Deutschland. Damals habe ich ein Stipendium für einen vierwöchigen PASCH-Winterkurs in Burghausen in Bayern bekommen. Das war der beste Monat meines Lebens, eine unvergessliche Erfahrung.
 
Ein PASCH-Winterkurs in Bayern

 
Vormittags hatte ich dort Deutschunterricht und nachmittags Theaterunterricht. An den Wochenenden haben wir andere Städte besucht und sind zum Beispiel nach München und Salzburg gefahren. Ich habe mir ein Zimmer mit einem Mädchen aus Indonesien und einem anderen aus Paraguay geteilt. Wir sind immer noch gute Freundinnen und schreiben uns oft über Facebook. Ich habe dort auch Jugendliche aus anderen brasilianischen PASCH-Schulen kennengelernt und sie seitdem auch noch einmal wiedergetroffen. 
 
Deutschland ist für mich ein Synonym für gute Organisation. Ich war schockiert, als ich das erste Mal einen Fahrplan an einer Bushaltestelle gesehen habe. In Brasilien kommen die Busse nie pünktlich. Man steht an der Haltestelle, wartet und weiß aber nicht, wann der nächste Bus kommt. In Deutschland habe ich damals auch zum ersten Mal Schnee gesehen und mich sehr darüber gefreut. Nach dem Winterkurs ist mir so richtig bewusst geworden, was für ein mächtiges Land Deutschland ist, und wie wichtig es war, dass ich mein Deutsch verbessert habe.
 
Von der PASCH-Schule an die Universität
 
Ich bin 1994 geboren und habe Deutsch mit 15 Jahren an der PASCH-Schule Colégio Anchieta in Salvador, Bahia, in Brasilien gelernt. Der Deutschunterricht an meiner Schule war interaktiv. Wir haben viel durch Spiele gelernt, die Lehrerin hat mit uns deutsche Lieder gesungen, und wir haben auch Projekte außerhalb des Unterrichtsraumes durchgeführt. Deshalb hat mir der Deutschunterricht großen Spaß gemacht.
 
Seit 2012 studiere ich Jura an der Bundesuniversität von Bahia in Brasilien. Auch im Studium hat Deutsch für mich eine Bedeutung. Es gibt wichtige deutsche Autoren in der Rechtsliteratur, und wenn ich ihre Bücher auf Deutsch lesen kann, kann das berufliche Vorteile für mich haben.
 
Zurück in Bayern – zum Auslandsstudium

 
Das Studienjahr 2015/16 habe ich im Rahmen eines Studierendenaustausches an der Universität Passau verbracht. Diese Stadt ist auch in Bayern und nur circa 70 Kilometer von Burghausen entfernt, wo ich als Jugendliche war. Ich kann sagen: Bayern ist jetzt tief in meinem Herzen!

An der Universität Passau habe ich alle Fächer auf Deutsch belegt und nach einem Jahr die „Urkunde über Grundkenntnisse des deutschen Rechts” bekommen. Auf der Webseite der Universität Passau steht, dass ausländische Studierende nachweisen können, „dass sie befähigt sind, grundlegende rechtliche Fragestellungen des deutschen Rechts in der deutschen Rechtssprache zu bearbeiten und die erworbenen Kenntnisse exemplarisch zu vertiefen“.
 
Im ersten Semester in Passau war ich Stipendiatin der Wilhelm von Finck Stiftung, die den Austausch der Universität Passau mit brasilianischen Bildungsinstitutionen fördert. Im zweiten hatte ich einen Minijob in einer Bäckerei. Das war sehr interessant, denn dort habe ich neuen, bayrischen Wortschatz zum Thema Essen gelernt, zum Beispiel „Fleischpflanzerl“ für Frikadelle und die Namen von verschiedenen Würstchen, dem typischen deutschen Essen.

Nach meinem Abschluss möchte ich gern ein Master-Studium an einer deutschen Universität machen und danach in Deutschland forschen. 
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