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PASCH-Alumni im Porträt: Nader Musallam

Nader Musallam
Mein Name ist Nader Musallam und ich bin 20 Jahre alt. Bereits ab dem Kindergarten besuchte ich die Deutsche Evangelisch-Lutherische Schule „Talitha Kumi“ in Beit Jala. Das ist die älteste deutsche evangelische Schule Palästinas, an der man seit 2008 auch die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) ablegen kann. 


Als ich in der dritten Klasse der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Schule „Talitha Kumi“ war, habe ich angefangen, Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Später habe ich das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz - Zweite Stufe (DSD II) abgelegt und heute beherrsche ich die deutsche Sprache fließend. Ich habe mich außerdem dazu entschieden, an meiner PASCH-Schule die Deutsche Internationale Abiturprüfung zu machen, da ich gerne in Deutschland studieren und neue Erfahrungen sammeln wollte.

Dank der PASCH-Initiative und der vielen Austausch- und Studienaufenthalte in Deutschland konnte ich meinen Horizont deutlich erweitern. So war ich 2011 mit der Theater-AG meiner PASCH-Schule in Dresden, wo wir verschiedene Theaterstücke aufführten, um unser Heimatland zu präsentieren. Im Rahmen von diversen Austauschprogrammen konnte ich in deutschen Gastfamilien eine tolle Zeit verbringen, die deutsche Kultur kennenlernen und meine Sprachkenntnisse verbessern. Auch mein einjähriger Stipendienaufenthalt im Jesuiteninternat St. Blasien im Schwarzwald hat mich auf meinen Aufenthalt in Deutschland hervorragend vorbereitet.

Vorbereitung auf das Studium in Deutschland

Von der Zeit an meiner PASCH-Schule habe ich aber auch nach meinem Schulabschluss noch profitiert. So ist mir beispielsweise der Bewerbungsprozess für einen Studienplatz relativ leicht gefallen, da ich mich mit meinem Deutschen Internationalen Abitur und der damit zusammenhängenden Hochschulzugangsberechtigung problemlos an deutschen Universitäten einschreiben konnte. An allen drei Universitäten, für die ich mich bewarb, wurde ich zugelassen.

Jetzt studiere ich im fünften Semester Politik, Verwaltung und Organisation an der Universität Potsdam. Für diesen Studiengang muss man die deutsche Sprache perfekt beherrschen. Ohne meine Deutschkenntnisse wäre mir auch mein universitäres Pflichtpraktikum nicht möglich gewesen, das ich seit kurzem im Berliner Büro der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Berlin absolviere.

PASCH als Brückenbauer zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen

Momentan kann ich selbst nicht voraussagen, wie mein zukünftiges Leben aussehen wird. Zunächst habe ich vor, mein Studium erfolgreich abzuschließen und mich später für ein Master-Studium zu bewerben – denn das Studium, die Kultur und die Lebensform in Deutschland gefallen mir sehr. Allerdings habe ich mir von Anfang an vorgenommen, später nach Palästina zurückzukehren, um den weiteren Aufbau meines Heimatlandes zu unterstützen und die im Ausland gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse in mein Heimatland einzubringen. Die PASCH-Initiative hat sich also nicht nur für meine persönliche Entwicklung gelohnt, sondern dient auch als Brückenbauer zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen.

Mein Tipp fürs Studium in Deutschland

Aller Anfang ist schwer! Dieses deutsche Sprichwort bezieht sich auf all unsere Lebensphasen und jeder ausländische Studierende sollte darauf vorbereitet sein, dass man besonders in den ersten zwei Semestern mit der ein oder anderen Schwierigkeit – zum Beispiel mit der Sprache, mit Bewerbungen oder mit Kultur- und Mentalitätsunterschieden – konfrontiert sein kann. Später wird man jedoch merken, dass man solche Herausforderungen im Laufe der Zeit immer besser meistert.

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