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PASCH-Alumni im Porträt: Beyza Aydin

Beyza Aydin
Ich heiße Beyza Aydin und komme aus der Türkei. Am Istanbul Lisesi, einer Deutschen Auslandsschule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, habe ich das DSD I erworben. Nun studiere ich mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Maschinenbau an der TU München.


Als ich mit 14 Jahren begonnen habe, Deutsch zu lernen, wusste ich von Deutschland nicht viel mehr, als dass das Land für seine Autos und Biere berühmt ist. Heute erkenne ich selbst winzige Unterschiede deutscher Dialekte. Seitdem ich die deutsche Sprache lerne, interpretiere ich meine Umgebung in Gedanken auf eine neue Art und Weise und kann Ereignisse durch die Nutzung von Präpositionen noch präziser beschreiben. Da ich das türkische Lise-Diplom und das deutsche Abitur gleichzeitig absolviert habe, wurde mir bewusst, dass das deutsche Bildungssystem im Gegensatz zum türkischen eine analytische Denkweise verlangt. Daher habe ich mich dazu entschieden, in Deutschland zu studieren.

Vielfältige Erfahrungen mit der PASCH-Initiative

Das Istanbul Lisesi ist ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium, das für interessierte Schülerinnen und Schüler viele Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu bieten hat. Die Aufnahme ab der neunten Jahrgangsstufe war zunächst mit einem sehr intensiven Vorbereitungsjahr verbunden, in dem ich zwanzig Stunden pro Woche Deutsch lernen konnte. Nach dem Vorbereitungsjahr habe ich an zahlreichen Angeboten im Rahmen der PASCH-Initiative teilgenommen. So bin ich zum Beispiel im Zuge eines Schüleraustauschs zum ersten Mal nach Deutschland gereist. Mit meiner Gastfamilie in München konnte ich auf Deutsch über die Unterschiede zwischen der türkischen und der deutschen Kultur diskutieren – ein ganz besonderes Erlebnis und das erste Ergebnis meiner Anstrengungen! Nach meiner Rückkehr habe ich dann das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz – Erste Stufe (DSD I) abgelegt.

Beyza Aydin

Anschließend ging es im Rahmen des Projekts ,,Energieversorgung – heute und in Zukunft'' für einen weiteren Schüleraustausch nach Düsseldorf. Dabei habe ich unter anderem das Zentrum für Brennstoffzellen in Duisburg besucht, einen Bericht über das Arbeitsprinzip der Brennstoffzellen in Pkws geschrieben und konnte den Entwicklungsprozess der zukünftigen Energieversorgungsmethoden für Autos beobachten. Das Projekt wurde im Rahmen eines Wettbewerbs vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz ausgezeichnet. Ende der elften Klasse habe ich außerdem an einem MINT-Camp der RWTH Aachen namens „CAMMP“ (Computational and Mathematical Modeling Program) teilgenommen. Hier haben wir mithilfe von Computern und mathematischer Modellierung an der Lösung eines echten Problems aus der Industrie gearbeitet.

Meine PASCH-Schule bot mir aber auch die Möglichkeit, mich sportlich und kulturell weiterzuentwickeln. So habe ich in unserer deutschen Theater-AG die Hauptrollen in den beiden Theaterstücken „Verrückte haben es auch nicht leicht“ und „Woyzeck“ gespielt und als Kapitänin die Volleyball-Schulmannschaft geleitet. Gleichzeitig habe ich im Verein „Istanbulspor“ ebenfalls Volleyball gespielt.

Ready to Race – Verbindung von Theorie und Praxis beim Motorsport

Beyza Aydin Mit dem Erwerb des deutschen Abiturs konnte ich meinen Wunschstudiengang Maschinenbau in München starten. Seit Beginn des ersten Semesters bin ich dort Teil des „TUfast Racing Teams“. Das ist ein Team junger Studentinnen und Studenten mit Faszination für den Motorsport. Jedes Jahr treten wir mit unseren selbst entwickelten, gebauten und getesteten Autos zu nationalen und internationalen Wettbewerben an. Meine Aufgabe ist das Fertigen der Karosserie der Autos, auch Monocoque genannt. Bei diesem langfristigen Projekt habe ich gelernt, dass es nicht nur auf Fachwissen ankommt, sondern auch darauf, sich in stressigen Zeiten ruhig zu verhalten und mit den Teammitgliedern kommunikativ umzugehen. Da ich beim Hin- und Herpendeln von der Bibliothek in die Werkstatt das erworbene Wissen bei praxisnahen Problemen anwenden kann, fällt es mir leicht, meine zwei Hauptbeschäftigungen zeitlich im Gleichgewicht zu halten. Nun liegt eine erfolgreiche Saison hinter uns und ich bin gespannt darauf, was ich alles im kommenden Jahr erleben werde.

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