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PASCH-Alumni im Porträt: Matilde Vasconcelos

Ich heiße Matilde Vasconcelos und habe die Deutsche Schule Lissabon in Portugal besucht. Jetzt studiere ich mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Mathematik in Bonn.

Ich bin 1997 in Rom geboren. Kurz danach bin ich nach Portugal umgezogen. Dort habe ich die Deutsche Schule Lissabon besucht und ab meinem vierten Lebensjahr Deutsch gelernt. Dank des Kontakts meiner PASCH-Schule zum Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) habe ich ein Stipendium für mein Wunschstudium in Deutschland bekommen: Mathematik an der Universität Bonn.

Der Kultur- und Mentalitätswechsel sowie der Schritt von der Schule zur Universität waren nicht einfach für mich. Jeder neue große Anfang bringt viele Herausforderungen mit sich, mit denen man sich konfrontieren muss. Zu sagen, dass das problemlos sei, wäre falsch. Doch in Deutschland zu studieren, ist für mich ein aufregendes und spannendes Abenteuer.

Die Höhepunkte meiner Schulzeit

Die nationalen und internationalen Wettbewerbe waren für uns Schülerinnen und Schüler immer die Höhepunkte des Jahres. Während meiner Schulzeit habe ich an mehreren Lesewettbewerben und Sportbegegnungen zwischen meiner Schule und anderen PASCH-Schulen auf der Iberischen Halbinsel teilgenommen. Als der Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ in Lissabon stattgefunden hat, habe ich bei der Organisation geholfen. Wir haben uns immer sehr auf die Wettbewerbe gefreut: auf das Vorlesen, Sporttreiben oder Musizieren, aber auch auf das Wiedersehen alter und das Kennenlernen neuer Freunde. Durch die verschiedenen Aktivitäten habe ich Schülerinnen und Schüler von PASCH-Schulen aus der ganzen Welt kennengelernt. Mit vielen bin ich immer noch in Kontakt – zumindest in der virtuellen Welt.

Drei prägende Deutschland-Erlebnisse

Drei Erlebnisse in Deutschland waren besonders prägend für mich: Das erste war mein zweiwöchiges Praktikum an der RWTH Aachen in der zehnten Klasse, bei dem ich einen wertvollen Einblick in das deutsche Hochschulsystem gewonnen habe. Eine zweite wichtige Erfahrung war die Klassenfahrt in der elften Klasse nach Berlin und Hamburg. Während dieser Reise wurde mir klar, dass ich mich in Deutschland wohlfühle und dort studieren möchte. Eine dritte sehr schöne Deutschland-Erinnerung war das DAAD-Orientierungsseminar in Berlin, bei dem ich andere Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der ganzen Welt kennengelernt habe. Jetzt sind wir über ganz Deutschland verstreut und planen eine kleine Deutschland-Reise, um uns gegenseitig zu besuchen und die jeweiligen Studienstädte näher kennenzulernen.

Das eigene Land aus der Ferne betrachten

Was ich dank der PASCH-Initiative über mein eigenes Land gelernt habe? Zwischen Fakten und persönlichen Einschätzungen sollte immer unterschieden werden. Das ist nicht immer leicht – vor allem dann, wenn es um das eigene Heimatland geht. Man sieht, hört und fühlt, was man schon immer gesehen, gehört und gefühlt hat und es ist schwer, sich von diesem Bild zu distanzieren und das eigene Land neutral zu betrachten. Redet man jedoch mit Menschen, die von woanders kommen, wird das erstarrte, konventionelle Bild leicht geschmolzen. Fremde bringen nämlich Aspekte ans Licht, die man selber nicht sieht – seien es gute oder schlechte. Außerdem ist es witzig zu merken, wenn Dinge, von denen man denkt, dass sie überall so seien, sich als partikuläre, kulturelle Bräuche herausstellen.

Geprägt durch die deutsche Sprache

Der Besuch der Deutschen Schule Lissabon und das Erlernen der deutschen Sprache zählen zweifellos zu den größten Einflussfaktoren auf meine Persönlichkeit. Sie prägen meine Vergangenheit und meine Zukunft. Denn wer ich nach meinem Studium in Deutschland sein werde, wird wesentlich durch den Weg mitbestimmt, den ich in diesem Land gehe. Nach dem Bachelor möchte ich mein Studium in einem Masterstudiengang fortsetzen und danach vielleicht noch promovieren, um später in der Forschung tätig sein zu können. Am liebsten zunächst in Deutschland, danach würde ich aber auch gern in mein Heimatland zurückkehren. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

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