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PASCH-Alumni im Porträt: Emma Millar

Emma Millar | © privat Ich bin Emma Millar und ich komme aus Schottland. Am Anfang war Deutsch für mich nicht viel mehr als ein Pflichtfach in der Schule. Doch das hat sich schon längst geändert. Ich habe Deutsch an der Uni in Glasgow studiert und werde bald für einige Zeit in Dresden leben.

Eine zweite Sprache sprechen

Ich habe die Bishopbriggs Academy besucht, eine PASCH-Schule, die in der Nähe von Glasgow liegt. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die PASCH-Initiative eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat und sogar die Richtung meiner Lebensreise geändert hat. In Großbritannien und in anderen englischsprachigen Ländern gibt es das Problem, dass Menschen nicht genug Wert auf Fremdsprachen legen. Weil Englisch nun eine internationale Sprache ist, gibt es keinen Druck eine weitere Sprache zu lernen, denn man wird fast überall verstanden. Aber schon Karl der Große sagte: „Eine zweite Sprache zu sprechen, bedeutet eine zweite Seele zu besitzen“. Dadurch, dass ich während meiner Schulzeit bei verschiedenen PASCH-Veranstaltungen mitgemacht habe und an einem Jugendsprachkurs in Deutschland teilgenommen habe, wurde mir bewusst, wie wichtig Fremdsprachen sind.

Obwohl ich schon in der Grundschule angefangen habe, Deutsch zu lernen, hatte ich eigentlich eher wenig Interesse an der deutschen Sprache. Damals war Deutsch für mich lediglich ein Pflichtfach. Dann wurde unsere Schule zu einer PASCH-Schule, das hat alles verändert. Durch den Kontakt mit deutschen Muttersprachlern, die ich bei verschiedenen Veranstaltungen kennengelernt hatte, wurde mein Interesse geweckt, und Deutsch wurde schnell zu meinem Lieblingsfach.

Abenteuer Deutschland

2009 wurde ich für ein Stipendium ausgewählt und durfte an einem Sprachkurs in Düsseldorf teilnehmen. Ich und die zwei andere Schüler aus Bishopbriggs waren davor noch nie in Deutschland und wir wussten nicht was uns erwarten würde: ein spannendes Abenteuer! Jeden Tag haben wir etwas Neues gelernt, und damit meine ich nicht nur neue deutsche Wörter oder Ausdrücke.

Während des Kurses hatten wir Deutschunterricht in kleinen Klassen. Ich und meine Mitschüler wurden selbstbewusster, als wir Freundschaften mit jungen Menschen aus aller Welt geschlossen haben. Ohne Deutsch hätten wir nicht kommunizieren können. Bei solch einem Kurs lernt man sehr schnell und am Ende der drei Wochen konnte ich viel fließender sprechen. Der Kurs hat mir so gut gefallen, dass ich letztes Jahr an einem weiteren vierwöchigen Sprachkurs am Goethe-Institut in München teilgenommen habe.

Meine zweite Heimat

Am Ende des Kurses hatte ich beschlossen, Deutsch zu studieren. Von 2010 bis 2015 habe ich Deutsch an der Universität in Glasgow studiert. Als Teil meines Studiums musste ich ein Jahr in Deutschland verbringen. Ich habe in Hamburg gewohnt und an einer Schule gearbeitet. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, wie sich die Jugendlichen für Englisch begeistert haben. Ich hoffe, dass Schülerinnen und Schüler in Großbritannien eines Tages genauso begeistert für das Erlernen einer Fremdsprache sein werden, insbesondere natürlich auch für Deutsch.

Deutschland ist für mich nun wie eine zweite Heimat, und ich freue mich sehr darauf, wieder in Deutschland zu sein. Ab August werde ich wieder als Fremdsprachenassistentin arbeiten, aber diesmal in Dresden. Weil ich diesen Sommer mein Studium beendet habe, muss ich bald entscheiden, ob ich ein Leben in Deutschland will, oder ob ich als Deutschlehrerin in Schottland arbeiten möchte. Es wird eine schwere Entscheidung werden, aber ich bin sicher: Egal, welche Entscheidung ich treffe: Die deutsche Sprache wird immer eine Rolle in meinem Leben spielen. Wenn man Deutsch studiert hat, hat man unzählige Möglichkeiten.

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