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PASCH-Alumni im Porträt: Leonit Karaqica

Mein Name ist Leonit Karaqica. Ich war Schüler des Loyola-Gymnasiums in Prizren im Kosovo. Dank der dortigen „Ausbildungsinitiative“ mache ich seit 2013 eine Berufsausbildung zum Industriemechaniker in Oelde in Deutschland. Parallel dazu studiere ich Maschinenbau.

Meine PASCH-Schule, das private Loyola-Gymnasium in Prizren, galt schon bei meiner Anmeldung im Jahr 2006 als Eliteschule im Kosovo – und genießt noch heute ein hohes Ansehen im Land. Eine Besonderheit ist zum Beispiel der deutsche Fremdsprachenunterricht: Das Loyola-Gymnasium bietet die Möglichkeit, das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz - Zweite Stufe (DSD II) zu erwerben. Damit öffnen sich den Schülerinnen und Schülern die Türen für ein Studium oder eine Berufsausbildung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Ich habe das DSD II am Loyola-Gymnasium im Jahr 2013 erworben. Dadurch, dass an der Schule auch Lehrkräfte aus Deutschland unterrichten, die engagiert und kompetent mit uns arbeiteten, fiel uns der Einstieg in die für uns ungewohnte und schwierige deutsche Sprache leichter. Vertiefen konnten wir unsere Sprachkenntnisse auch durch einen Schüleraustausch mit einer Schule in Deutschland. Auf die DSD-II-Prüfung wurden wir dann in der elften und zwölften Klasse von unserem Deutschlehrer intensiv vorbereitet. Diese Zeit, die durch Unterricht, Projektarbeit, Hausaufgaben und Tests geprägt war, hat mir immer viel Spaß gemacht und ist mir noch heute positiv in Erinnerung.

Der Beginn meiner beruflichen Karriere

Neben den Sprachkenntnissen war die „Ausbildungsinitiative“ am Loyola-Gymnasium für mich von großer Bedeutung: Seit einigen Jahren stellen sich an der Schule unter der Leitung des Unternehmens Haver & Boecker deutsche Firmen vor und präsentieren verschiedene Berufsbilder. Aus den vielen Bewerberinnen und Bewerbern werden dann geeignete Schülerinnen und Schüler für ein zweiwöchiges Praktikum in Deutschland ausgesucht.

So wurde auch ich für ein Praktikum als Industriemechaniker nach Deutschland eingeladen. Dabei hatte ich die Möglichkeit, im Ausbildungszentrum der Maschinenfabrik Haver & Boecker einen umfassenden Einblick in meinen Wunschberuf zu bekommen. Während dieser zwei Wochen gab es auch ein Rahmenprogramm, durch das wir kosovarischen Praktikantinnen und Praktikanten Deutschland näher kennenlernen konnten – zum Beispiel bei einem mehrtägigen Besuch in der Hauptstadt Berlin oder der Autostadt der Volkswagen AG in Wolfsburg.

Nach Abschluss des Praktikums erhalten die Schülerinnen und Schüler in der Regel die Chance, einen Ausbildungsvertrag zu bekommen. Auch ich habe dieses Angebot nach kurzer Zeit erhalten und meinen Ausbildungsvertrag unterschrieben – natürlich nach Rücksprache mit meinen Eltern. Mit der Berufsausbildung zum Industriemechaniker begann im September 2013 meine berufliche Karriere.

Immer am Ball bleiben

Den ersten Teil der Abschlussprüfung zum Industriemechaniker habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen. Parallel dazu studiere ich im zweiten Semester Maschinenbau an der „Haver Academy“. Der Vorteil einer solchen Ausbildung ist der kombinierte Abschluss von Berufsausbildung und Bachelor of Engineering in relativ kurzer Zeit. Zusätzlich bekommt man eine Ausbildungsvergütung, so dass man finanziell unabhängig ist.

Meine persönliche Freizeit ist durch Ausbildung und Studium natürlich stark eingeschränkt. Trotzdem bin ich nach wie vor motiviert, beides möglichst schnell und erfolgreich abzuschließen. Denn es ist meiner Meinung nach wichtig, immer am Ball zu bleiben und die Ziele, die man sich setzt, auch konsequent zu verfolgen.

Eine lange Reise

Wie hilfreich und lehrreich meine Schulzeit am Loyola-Gymnasium für mich war, wird mir immer wieder bewusst. Denn dort habe ich alle notwendigen Grundkenntnisse, aber auch viele wichtige persönliche Werte mit auf den Weg bekommen, die ich heute in meinem Berufsleben täglich brauche und anwende. Mit meiner international anerkannten Berufsausbildung haben sich mir außerdem vielfältige berufliche Perspektiven eröffnet. Dass das Loyola-Gymnasium mit seiner „Ausbildungsinitiative“ beim Wettbewerb „Beruf macht Schule“ des Auswärtigen Amts im Jahr 2015 den zweiten Platz gewonnen hat, freut mich deshalb ganz besonders.

Auch wenn es zu meiner aktuellen Situation eine lange Reise war: Würde ich noch einmal vor der Wahl stehen, würde ich diesen Weg immer wieder gehen!

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