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PASCH-Alumni im Porträt: Clément Gester

Mein Name ist Clément Gester. Ich studiere mit einem Stipendium an der Musikhochschule Trossingen in Baden-Württemberg. Nebenbei mache ich auch ein Fernstudium in Germanistik, weil mir die deutsche Sprache so wichtig ist.

Deutsch spielt seit meiner frühesten Kindheit eine große Rolle für mich. Ich bin 1996 in Straßburg in Frankreich geboren, und mein Vater hat von Anfang an ausschließlich Elsässisch mit mir gesprochen – das ist eine Mischung aus Französisch und dem deutschen Dialekt Badisch. Hochdeutsch habe ich in einem zweisprachigen Kindergarten gelernt und auch meine Schule war zweisprachig: die PASCH-Schule Gymnase Jean Sturm in Straßburg. Hier habe ich das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz - Zweite Stufe (DSD II) erworben. Meiner Deutschlehrerin Frau Jouanneau verdanke ich viel von dem, was aus mir geworden ist.

PASCH-Aktivitäten an meiner Schule

Meine Klasse hat an vielen PASCH-Projekten teilgenommen, wie zum Beispiel am Theater-Projekt „Nichts“. Dafür haben Zweiergruppen eine Szene aus dem Buch „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller inszeniert. Eine Gruppe ist nach St. Cloud zum Endwettbewerb gefahren. Außerdem haben wir häufig Materialien von der PASCH-Lernplattform im Unterricht verwendet.

Mit einem Stipendium nach Deutschland

Weil ich beim DSD II so gut abgeschnitten habe, wurde ich für ein DAAD-Vollstipendium für ausländische Studenten, die in Deutschland studieren wollen, vorgeschlagen. Ich habe mich beworben und es als einziger Franzose bekommen. Jetzt studiere ich Alte Musik mit dem Hauptfach Blockflöte an der Musikhochschule Trossingen in Baden-Württemberg und, wie gesagt, Germanistik an der Universität Straßburg. Selbstverständlich gefällt es mir, da es meine größte Leidenschaft ist, seitdem ich ein Kind war. Es ist äußerst schön, neue Menschen und eine neue Kultur zu entdecken und auch motivierend, sich mit einem fremden Land zu konfrontieren. Bisher bin ich mit meinem neuen Leben sehr zufrieden.

Menschen aus aller Welt kennenlernen

Anlässlich eines Treffens sämtlicher Bachelor-Studenten, die das Stipendium gewonnen haben, habe ich Studenten aus der ganzen Welt kennengelernt: Schweden, Esten, Rumänen, Brasilianer, Russen, Italiener. Das Treffen war ein sehr schönes Erlebnis, zumal alle motiviert und interessiert waren. Teilweise habe ich immer noch Kontakt zu ihnen, insbesondere zu zwei Schweden, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe. Dieses Treffen ist wahrscheinlich das Schönste, was mir dank der PASCH-Initiative passiert ist. Ich habe sie als einmalige Gelegenheit erlebt, deutschsprachige Menschen aus aller Welt kennenzulernen und deren Kultur zu entdecken.

Meine Zukunft

Nach meinem Abschluss möchte ich entweder Berufsmusiker, Dirigent, Dozent an einer Musikhochschule oder vielleicht auch Musikwissenschaftler werden. Wahrscheinlich werde ich in zehn Jahren nicht in Frankreich leben, sondern vielleicht in Deutschland. So genau weiß ich das noch nicht.

Was ich über Frankreich gelernt habe

Durch die PASCH-Initiative habe ich auch einiges über mein eigenes Land gelernt. Ich habe gemerkt, dass viele andere Länder viel aufgeschlossener sind: Mein durchaus schönes und vielfältiges Heimatland hat zwar sehr enge Beziehungen zu bestimmten Ländern wie Deutschland, Spanien oder Großbritannien entwickelt, tendiert aber dazu, sich zumindest kulturell mit diesen wenigen Beziehungen zu begnügen. Dabei wäre es meiner Auffassung nach nicht nur sinnvoll, sondern auch unheimlich bereichernd, die Beziehungen zu erweitern - zum Beispiel auf Nord- und Südeuropa oder Südamerika.

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